
10.02.2014 | 18.45 Uhr | Wettbewerb - Kraftidioten
Stellan Skarsgård wird in dieser blutigen Komödie aus Norwegen vom schneeschippenden Familienvater zum blutrünstigen Rächer: Als Nils erfährt, dass sein Sohn wegen einer Verwechslung von der Mafia ermordet wurde, will er Vergeltung. Bald wird er zu einem gefürchteten Helden der Unterwelt und bekommt es mit dem serbischen Gangsterboss Papa (Bruno Ganz) zu tun.
Die Schneeräumung ist eine sehr verantwortungsvolleTätigkeit. Nils (Stellan Skarsgård) geht ihr mit so einnehmender Zuverlässigkeit nach, dass er zum Bürger des Jahres gewählt wird. Doch schon kurz darauf verkehren sich die Vorzeichen von Nils' Ordnungsliebe. Als sein Sohn zufällig Opfer einer fatalen Verwechslung der Mafia wird, gerät Nils in einen ausschweifenden Drogenkrieg.
Nils will seinen Sohn rächen und macht sich auf zu einer Reise an den Ursprung des Verbrechens. Einen Auftragskiller nach dem nächsten bringt er so akribisch zu Fall wie er einst seine Mitbürger von unerwünschten Schneemassen befreit hatte. Je mehr hochrangige Gesetzlose Nils aus der Welt schafft, desto verwundbarer wird das System.

Bandenführer Papa (Bruno Ganz), der mit der Drogenmafia auf Kriegsfuß steht, wittert neue Chancen, die ungeliebten Konkurrenten ein für allemal aus dem Weg zu räumen. Es entspinnt sich ein kaum zu entwirrender, aber dafür umso komischerer Drogenkrieg, in dessen Zentrum Nils mit viel Recht und noch mehr Anarchie für so manche Überraschung sorgt. Wo statt mit Schnee fontänenweise mit Auftragskillern aufgeräumt wird, muss die sensible Balance zwischen ziviler Ordnung und krimineller Kultur aus den Fugen geraten.
Regisseur Hans Petter Moland erweist sich nach "Ein Mann von Welt" ein weiteres Mal als bitterböser Analyst des so feinen Gewebes, das wir Gesellschaft nennen. Er entwirft eine blutige Komödie voller großer Bilder einer winterlich-weißen, schier endlos wirkenden Landschaft, die der Rächer Nils für seine Zwecke zu nutzen versteht.
Mit schwarzem Humor schildert der Film Nils' Aktivitäten im Gangstermilieu, das von den fein nuanciert gezeichneten Mentalitäten schwedischer, norwegischer und serbischer Mafiosi geprägt ist.
Weitere Vorführungen:
11.02. 09:00 Haus der Berliner Festspiele (D, E)
11.02. 12:30 Friedrichstadtpalast (D, E)
11.02. 21:30 Haus der Berliner Festspiele (D, E)
16.02. 18:00 Friedrichstadtpalast (D, E)
Quelle: Berlinale


