
10.02.2014 | 15.30 Uhr | Wettbewerb - Tui Na (Blind Massage)
Der Regisseur Ye Lou erzählt in seiner Romanverfilmung "Tui Na" vom Leben einer Gruppe blinder Masseure und Masseurinnen in der chinesischen Stadt Nanjing. Ein einfühlsames, experimentelles Drama, das zugleich die Alltagsrealität im modernen China skizziert.
Der junge Mann Ma (Huang Xuan) hat als Kind bei einem Unfall sein Augenlicht verloren und muss sich seitdem auf sein Gehör verlassen. Er arbeitet in einer Massagepraxis in Nanjing - auch seine Kollegen dort sind blind. Mit einer Kamera, die die tastenden Bewegungen dieser Menschen aufnimmt, mit einer Tonspur, die auch das geringste Geräusch wahrnimmt, geht der Film in eine Welt der Dunkelheit.
Regisseur Lou Ye hat für den Film mit sehenden und blinden Darstellern gearbeitet. Er begleitet die Figuren auf einem Stück ihres Weges, forscht ihren Sehnsüchten und Träumen nach und skizziert zugleich die Alltagsrealität im modernen China.

Da sind Dr. Wang (Guo Xiaodong), der in die unsauberen Geldgeschäfte seines Bruders hineingezogen wird, und seine Verlobte Kong (Zhang Lei), die weiß, dass ihre Eltern nie einen Blinden als Ehemann akzeptieren werden. Oder Yiguang, der sein Augenlicht bei einem Bergwerksunglück verloren hat und seinen Kollegen Ma mit ins Bordell nimmt. Und dann ist da noch die junge Prostituierte Mann, in die sich Ma verliebt.
Der einfühlsam gespielte, experimentell montierte Film öffnet dem Zuschauer die Sinne für die Gefühlswelt blinder Menschen und erfasst insbesondere deren Empfinden von Schönheit und Lust in eigenwilligen Bildern.
Weitere Vorführungen:
11.02. 09:30 Friedrichstadtpalast (D, E)
11.02. 12:00 Haus der Berliner Festspiele (D, E)
11.02. 18:00 Friedrichstadtpalast (D, E)
16.02. 18:30 Haus der Berliner Festspiele (D, E)
Quelle: Berlinale


