DAS SAGEN UNSERE KRITIKER - DIE WETTBEWERBSFILME IM ÜBERBLICK

Weltpremieren, internationale Stars und unbekannte Talente: Der Wettbewerb ist das Herzstück jeder Berlinale. Die rbb-Kritiker haben alle Filme im diesjährigen Wettbewerb rezensiert und bewertet. Wen sie mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet hätten, sehen Sie hier im Ranking - von 5 Punkten ("Unbedingt anschauen") bis 1 Punkt ("Zeitverschwendung").

Und hier finden Sie die Gewinner, die von der Berlinale-Jury gewählt wurden: Zum Artikel

Der Favorit der rbb-Kritiker

Berlinale 2014: Filmstill "Boyhood" mit Ellar Coltrane (Quelle: berlinale.de)

"Boyhood" | Ø-Bewertung: 4,2 - Erwachsenwerden vor der Kamera

Richard Linklaters "Boyhood" ist ein einzigartiges Filmprojekt. Seit 2002 hat er daran gearbeitet. Er erzählt darin vom Erwachsenwerden eines ganz normalen Jungen in Amerika. Am Ende sind Figuren und Darsteller zwölf Jahre älter als zu Beginn des Projekts. Jetzt hat der Vater der "Before Sunset"-Reihe das neue Werk auf der Berlinale vorgestellt. Das Ergebnis ist zumindest eine milde Enttäuschung.  Von Fabian Wallmeier

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Die weiteren Wertungen im Überblick

Filmstill: '71 - Quelle: berlinale.de

"71" | Ø-Bewertung: 3,5 - Was am Ende bleibt

1971 in Belfast: Der Nordirlandkonflikt eskaliert zum Bürgerkrieg - es herrscht blankes Chaos. Während einer Hausdurchsuchung wird ein junger englischer Soldat von seiner Einheit getrennt. Alleine in feindlichem Gebiet kämpft er eine lange Nacht lang um sein Leben. „71“ – eine bedrückende Geschichte über die Sinnlosigkeit des Krieges. Von Ula Brunner

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Berlinale 2014: Filmstill "Kraftidioten | In Order of Disappearance" mit Bjørn Moan, Goran Navojec, Bruno Ganz undMiodrag Krstovic (Quelle: berlinale.de)

"Kraftidioten" | Ø-Bewertung: 3,5 - Kälte, Knarren und Kalauer

Ein Mann mit einem albernen Namen will sich für den Tod seines Sohnes rächen. Nun mordet er sich durch die Berge Norwegens. Hans Petter Moland hat mit "Kraftidioten" einen reichlich albernen und blutigen Comedy-Thriller inszeniert. Der ist zwar streckenweise unterhaltsam, wirkt aber nicht länger nach als der Weg zum Kinoausgang dauert. Am Montagabend ist der Film in den Wettbewerb gestartet. Von Fabian Wallmeier

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Berlinale 2014: FIlmstill "Chiisai Ouchi | The Little House" mit Takako Matsu und Hidetaka Yoshioka (Quelle: berlinale.de/Copyright: "The Little House Film" Partners)

"Chiisai Ouchi (Das kleine Haus)" | Ø-Bewertung: 3,3 - Arigato, Mr. Yamada

Yoji Yamada ist einer der wenigen noch lebenden Altmeister des japanischen Kinos. Sein Stil: Klassisch, keine Experimente. Seine Genre: Das Melodram. Auf der Berlinale beschließt sein Film "The little house" den Wettbewerb. Ein schöneres Ende kann man sich nicht wünschen. 'Danke, Mr. Yamada', sagt Patrick Wellinski.

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Berlinale 2014: Filmstill "Jack" mit Ivo Pietzcker (Quelle: berlinale.de/Copyright: Jens Harant)

"Jack" | Ø-Bewertung: 3,2 - Sozialdrama auf Augenhöhe der Kinder

Gleich vier deutsche Filme konkurrieren um die goldenen und silbernen Bären im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele. Die ARD-Koproduktion "Jack", ein Sozialdrama um einen zehnjährigen Jungen und seinen kleinen Bruder, die von der Mutter im Stich gelassen durch Berlin stromern, hat den Auftakt gemacht. Von Anna Wollner

Filmstill aus Aloft: Ein Mann hält einen Raubvogel auf dem Arm (Foto: Berlinale/Allen Fraser)

"Aloft" | Ø-Bewertung: 3,1 - Weit weg, tief in uns

Ein Junge, der seinen Bruder verliert. Eine Mutter, die ihren Sohn zurücklässt. Eine Frau auf der Suche nach einer Heilerin, irgendwo im tiefen Schnee. Claudia Llosas Figuren sind von einem tiefen inneren Schmerz getrieben. Bildgewaltig bemisst "Aloft" den Grat zwischen Leid und Heilung, Gefangensein und Freiheit. Von Ula Brunner

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Berlinale 2014: Filmstill "Macondo" mit Aslan Elbiev, Ramasan Minkailov (Quelle: berlinale.de/Copyright: FreibeuterFilm)

"Macondo" | Ø-Bewertung: 3,1 - Parallelgesellschaft am Rande der Stadt

Ramasan muss viel Verantwortung übernehmen – obwohl er erst elf Jahre alt ist, ist er der Mann in der Familie. Zusammen mit Mutter und Schwestern lebt er in einer Wiener Flüchtlingssiedlung. Regisseurin Subadeh Mortezai erzählt nüchtern und mit großer Natürlichkeit aus dem Leben dieses Jungen. Schade ist nur, dass sie keine interessanten Perspektiven findet, die über das reine Abfilmen des Geschehens hinausgehen. Von Fabian Wallmeier

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Wettbewerb: Kreuzweg | Stations of the Cross © Alexander Sass

"Kreuzweg" | Ø-Bewertung: 3,1 - Mariä Himmelfahrt

Ein junges Mädchen aus einer strenggläubigen Familie verliert sich in irrwitzigem religiösen Fundamentalismus - mit fatalen Folgen. In seinem Spielfilm "Kreuzweg“ erzählt Dietrich Brüggemann mit großer formaler Konsequenz von den Nöten einer Heranwachsenden, für die der Glaube zur Obsession wird. Von Ula Brunner

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Berlinale 2014: Filmstill "Wu Ren Qu | No Man's Land" mit Zheng Xu und Bo Huang (Quelle: berlinale.de/Copyright: China Film Company)

"Wu Ren Qu" | Ø-Bewertung: 3,1 - Ein glorreicher Halunke

Das chinesische Kino ist in diesem Jahr besonders stark im Berlinale-Wettbewerb vertreten. Gleich drei Filme aus China konkurieren um die Goldenen und Silbernen Bären, die am Samstag verliehen werden. Am Donnerstag hat Ning Hao seinen Film "Wu Ren Qu (No Man's Land)" präsentiert - ein chinesischer Italo-Western. Von Andreas Kötzing

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Berlinale 2014: Filmstill "Bai Ri Yan Huo | Black Coal, Thin Ice" mit Fan Liao (Quelle: berlinale.de)

"Bai Ri Yan Huo" | Ø-Bewertung: 3,1 - Die Femme Fatale aus der Wäscherei

Der zweite der drei chinesischen Wettbewerbsbeiträge ist in schmutzig-kaltes Licht getaucht. "Bai Ri Yan Huo" erzählt die Geschichte eines ehemaligen Polizisten, der auf neue Fährten in einem alten Mordfall stößt. Sie führen in eine Wäscherei - und zu einer Frau, die ihre Geheimnisse erst nach und nach verrät. Ein durchaus clever aufgebauter Film mit einem unerwartet poetischen Ende. Von Fabian Wallmeier

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Berlinale 2014: Filmstill "La tercera orilla | The Third Side of the River | Third Bank of the River" mit Daniel Veronese und Alián Devetac (Quelle: Tresmilmundos Cine)

"La tercera orilla (Das dritte Ufer)" | Ø-Bewertung: 3 - Innere Unruhe

Auffällig viele Filme im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb handeln von Kindern oder Jugendlichen, die lernen müssen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Auch der argentinische Wettbewerbsbeitrag "La tercera orilla" erzählt vom Aufbruch eines Jungen aus seiner Unmündigkeit. Von Andreas Kötzing

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Berlinale 2014: Filmstill "Zwischen Welten | Inbetween Worlds" mit Ronald Zehrfeld und Mohsin Ahmady (Quelle: berlinale.de/Copyright: Peter Drittenpreis/Independent Artists Filmproduktion)

"Zwischen Welten" | Ø-Bewertung: 2,9 - Suche nach Sinn

Feo Aladags Kriegsdrama spielt in Afghanistan und erzählt von der Freundschaft zwischen einem deutschen Bundeswehrsoldaten und seinem Übersetzer. Mit "Zwischen Welten" ist am Dienstag der letzte deutsche Film in den Wettbewerb gestartet. Von Ula Brunner

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"La voie de l’ennemi" | Ø-Bewertung: 2,5 - Auf Bewährung im Wettbewerb

Rachid Bouchareb hat am Freitagabend sein starbesetztes Remake eines französischen Krimidramas in den Wettbewerb der Berlinale geschickt: "La voie de l’ennemi". Die Geschichte um einen Häftling auf Kaution hat er dafür um einige fragwürdige Elemente ergänzt. Das Ergebnis: ein durch und durch mittelmäßiger Film. Von Fabian Wallmeier

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Wettbewerb: Praia do Futuro © Alexandre Ermel

"Praia do futuro" | Ø-Bewertung: 2,5 - Ein flüchtiges Meeresrauschen

Das lateinamerikanische Kino ist auf der Berlinale traditionell stark vertreten. In diesem Jahr sind gleich vier Filme aus Südamerika im Wettbewerb zu sehen. Am Dienstag hat der international vielfach ausgezeichnete Regisseur Karim Aïnouz seinen neuen Film "Praia do Futuro" vorgestellt. Von Andreas Kötzing

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Berlinale 2014: Filmstill "To Mikro Psari | Stratos" mit Vangelis Mourikis und Yannis Anastasakis (Quelle: berlinale.de/Copyright: Falirohouse Productions)

"To Mikro Psari (Stratos)" | Ø-Bewertung: 2,4 - In der Stratosphäre

Seit ein paar Jahren sorgen griechische Filme auf Filmfestivals für großes Aufsehen. Radikal gehen sie mit der Gegenwart des krisengeschüttelten Landes um. Der einzige griechische Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale allerdings zelebriert die Einsamkeit eines Killers und versprüht gähnende Langeweile. Von Patrick Wellinski

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Außer Konkurrenz

"Nymphomaniac Vol 1"| Ø-Bewertung: 3,6 - Zwischen Lust und Last

Sex-Skandal? Gar ein Pornofilm? In bewährter Manier provoziert Lars von Trier auch mit seinem neuen Film "Nymphomaniac", der vor einigen Wochen bereits in einer gekürzten Fassung zu sehen war. Auf der Berlinale lief nun erstmals die ungeschnittene Version. Kein Skandal und auch kein Porno, sondern schlicht ein großartiger Film. Von Andreas Kötzing

Berlinale 2014: Filmstill "La belle et la bête | Beauty and the Beast" mit Léa Seydoux (Quelle: berlinale.de/Copyright: Concorde Filmverleih GmbH)

"La Belle et la Bête" | Ø-Bewertung: 2 - Träume in Rosenrot

Eine blühende Schönheit und ein verbiesterter Kerl: Der französische Regisseur Christophe Gans erzählt in "La Belle et la Bête" seine eigene Version des alten französischen Volksmärchens. Eine neue Lesart bietet er allerdings nicht an. Sein opulenter Ausstattungsfilm bleibt an der Oberfläche seiner traumhaft schönen Bilder. Von Ula Brunner

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Die Schauspieler Matt Damon (l-r), Bill Murray und George Clooney in einer Szene des Films «Monuments Men - Ungewöhnliche Helden» Foto: Twentieth Century Fox/Berlinale

"The Monuments Men" | Ø-Bewertung: 1,8 - Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Ein bunter Trupp amerikanischer Kunsthistoriker unter Führung von Frank Stokes (George Clooney) will den Nazis geraubte Kunstgüter entreißen. Eine gefährliche Schatzsuche beginnt. "Monuments Men" beruht auf einer wahren Geschichte, auch wenn diese nach einem "Indiana-Jones"-Drehbuch klingt. Sie hätte zu einem spannenden Film werden können - mehr noch: werden müssen. Aber davon ist Clooneys Werk weit entfernt. Von Ula Brunner

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