April 2013 -
Winter im Frühling, Landesgartenschau und ein Volksbegehren
Der Winter will nicht enden. Noch im April liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die anhaltende Kälte beeinträchtigt auch die Eröffnung der Landesgartenschau in Prenzlau. In Berlin kämpft eine Bürgerinitiative um das Tempelhofer Feld ohne jegliche Randbebauung - und strengt ein Volksbegehren an.
Die Region erlebt einen der härtesten Winter seit langem. Selbst nach dem offizielllen Frühlingsanfang Ende März werden noch Temperaturen von bis zu minus 16 Grad in der Nacht gemessen. Und sogar im April steigen die Thermometer kaum über den Gefrierpunkt.
Obdachlose leiden besonders unter den eisigen Temperaturen.
Der scheinbar nicht enden wollende Winter belastet besonders hart die Obdachlosen. Laut Bilanz der Berliner Kältehilfe, einem Zusammenschluss kirchlicher und freier gemeinnütziger Träger, gibt es zu wenige Übernachtungsplätze. Die Schlafplätze sind zu rund 111 Prozent ausgelastet.
Auch das Deutsche Rote Kreuz, das mit dem Wärmebus in Berlin unterwegs ist, berichtet von einer zunehmenden Anzahl hilfsbedürftiger Menschen. Die Zahl der Fahrten, bei denen Obdachlose zu Übernachtungsmöglichkeiten gebracht werden, habe sich fast verdoppelt. Offiziell endet die Berliner Kältehilfe Ende März - doch 2013 muss sie bis Mitte April verlängert werden, um den Obdachlosen im "Frühjahrswinter" Unterstützung anbieten zu können.
Landesgartenschau in Prenzlau eröffnet
Dem langen Winter zum Trotz: Mitte April öffnet die 5. Brandenburgische Landesgartenschau in Prenzlau pünklich ihre Pforten. Rund 31 Millionen Euro an Förderungen sind vorher in die Stadt geflossen - fast zwei Drittel davon Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes.
Mehr als 400.000 Besucher strömen auf das Laga-Gelände in Prenzlau.
Auf den April-Schnee folgen lange, schöne Sommermonate, so dass auch die Besucherzahlen steigen. Bis zum Ende im Oktober kommen in sechs Monaten mehr als 465.000 Menschen nach Prenzlau - deutlich mehr, als die Veranstalter erwartet hatten.
Nach Abschluss der Laga wird das Gelände für einige Wochen geschlossen und umgestaltet, so dass ab Mitte November das Grünflächenangebot in der Uckermark durch zwei großzügige Parkanlagen bereichert wird - ein Langzeiteffekt, der bereits bei der Planung der LaGa eine wichtige Rolle gespielt hat.
Volksbegehren zum Tempelhofer Feld
Inline-Skaten, auf der Wiese liegen und einfach die Weite genießen - das Tempelhofer Feld ist für viele Berliner zum Lieblingsort geworden. Die Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" will, dass auf dem ehemaligen Flugfeld alles genau so bleibt, wie es ist: Ein naturbelassenes Feld ohne jegliche Randbebauung. Doch der Berliner Senat lehnt den Antrag auf ein Volksbegehren zum Erhalt des Tempelhofer Feldes im April ab.
Das Volksbegehren zum Tempelhofer Feld läuft noch bis 13. Januar 2014.
Daraufhin strengt die Bürgerinitiative ein Volksbegehren an und sammelt fleißig Unterschriften. Bis 13. Januar 2014 müssen es mindestens 174.000 sein, dann könnten die Berliner in einem Volksentscheid über die Bebauungspläne des Senats abstimmen.
Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin, kritisiert derweil die Initiatoren, sie würden falsche Behauptungen verbreiten. Es stimme nicht, dass die Stadt das gesamte Feld bebauen wolle. Lediglich an den Rändern sollen Wohnungen und Bildungseinrichtungen entstehen, so der Senator.
Was sonst noch im April geschah
Raffinerie in Schwedt muss in den großen TÜV-Check
Die PCK Raffinerie in Schwedt (Oder) ist eine der führenden Raffinerien Europas und einer der größten Arbeitgeber der Region. 90 Prozent der Autos in Berlin und Brandenburg fahren mit Benzin und Diesel aus Schwedt. Doch im April steht die TÜV-Prüfung an: Zwei Drittel der Raffinerie werden dafür heruntergefahren. Durch die große Rohöldestillationsanlange und die kilometerlangen Rohrleitungen fließt bis Anfang Mai kein Öl. Stattdessen wird auseinandergeschraubt, geschweißt, gereinigt, geprüft, wieder zusammengebaut und zum Schluss geröntgt. 3.000 Monteure und Spezialisten sind dafür zusätzlich in Schwedt. Die TÜV-Sicherheitsprüfung findet alle drei Jahre statt.
Marienfelde erinnert an Aufnahme von DDR-Flüchtlingen
Das Notaufnahmelager für DDR-Flüchtlinge in Berlin-Marienfelde feiert Jubiläum: Das "Tor zur Freiheit" ist vor 60 Jahren, am 14. April 1953, eröffnet worden. Bis zum Ende der DDR passierten laut Erinnerungsstätte 1,35 Millionen DDR-Flüchtlinge und Übersiedler aus anderen Staaten das Wohnheim. Das Aufnahmelager im damaligen West-Berlin war für Flüchtlinge aus der DDR die erste Station in ihrem neuen Leben. Hier wurden sie untergebracht und versorgt, bevor sie nach Westdeutschland weitergeleitet wurden.
Brandenburg will weitere Seen vom Bund
Das Land Brandenburg nimmt neue Verhandlungen mit der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) auf, um vom Bund ein zweites "Seenpaket" zu erwerben. Bereits 2012 hat sich Brandenburg mit der BVVG auf den Kauf eines ersten "Seenpakets" geeinigt: Für 3,74 Millionen Euro kaufte das Land 65 Seen. Jetzt sollen noch mal 36 Gewässer mit einer Gesamtfläche von rund 570 Hektar hinzukommen. Brandenburg will mit dem Kauf verhindern, dass Seen privatisiert werden und nicht mehr der Bevölkerung zugänglich sind.
KunstHalle Unter den Linden öffnet sich für Laienmaler
Erlaubt ist alles, was man an die Wand hängen kann: Bevor die frühere "Deutsche Guggenheim" als Deutsche Bank KunstHalle Unter den Linden neu eröffnet, sind alle Berliner aufgerufen, ihre eigenen Werke vorbeizubringen. Bei der Kunst-Aktion werden 24 Stunden lang die Werke von Laienkünstlern ausgestellt. Und die lassen sich nicht lumpen - lange Schlangen bilden sich vor dem neuen Ausstellungsort.
Dorfkümmerer treten Projekte los
Aus dem Dorf, für das Dorf: Gute Ideen in Brandenburgs Gemeinden gibt es viele, umsetzen sollen sie die Dorfkümmerer. Seit 2012 läuft das Projekt, knapp ein Jahr später zieht das Land Bilanz: 15 Projekte haben die Dorfkümmerer angeschoben - von der Gründung einer Gemüse-Versorger-Gemeinschaft bis zur Einrichtung eines Informationszentrums für den Buchenwald Grumsin, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Die ehrenamtlich engagierten Aktivisten ab 55 Jahren sollen sich für die Zukunft ihrer Dörfer einsetzen und damit dem weiteren Bevölkerungsschwund entgegen wirken.
Totes Baby in Altkleider-Container sorgt für Entsetzen
Grausige Funde in Berlin: Zuerst entdecken Mitarbeiter einer Recyclingfirma in einem Altkleider-Container im Stadtteil Neukölln ein totes Baby. Wenige Tage später findet eine Spaziergängerin in Hellersdorf einen toten kleinen Jungen in einer Plastiktüte. In beiden Fällen können die Ermittler nachweisen, dass die Babys bei der Geburt noch lebten und anschließend getötet wurden.
Flexstrom geht vom Netz
"Profitabel, aber nicht mehr liquide": Das Berliner Energieunternehmen Flexstrom meldet Insolvenz an. Es ist nach Teldafax der zweite große Insolvenzfall bei deutschen Stromanbietern. Mehr als 500.000 Kunden müssen sich einen neuen Stromanbieter suchen - und sie müssen um dreistellige Euro-Beträge bangen, die sie per Vorauszahlung an Flexstrom überwiesen haben.
Schloss Babelsberg muss runderneuert werden
Der Putz bröckelt, die Wände zeigen Risse: Am Schloss Babelsberg in Potsdam beginnt die Sanierung der Fassade. Die Arbeiten dauern bis 2015. Danach sollen die 98 Innenräume folgen. Die Instandsetzung von Fassaden, Dach und Terrassen kostet voraussichtlich 9,7 Millionen Euro. Das Vorhaben ist Teil eines gut 155 Millionen Euro umfassenden Sonderinvestitionsprogramms, mit dem der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg den Erhalt der Schlösser in Berlin und Potsdam finanzieren. Weitere Bildergalerien
Einer der spektakulärsten Bankraube versetzt Berlin in Erstaunen: Monatelang graben Einbrecher einen 45 Meter langen Tunnel in eine Bankfiliale und stehlen Millionen. In der Lausitz werden derweil zwei Hochschulen gegen massive Widerstände fusioniert und Berlins Zoodirektor nennt seine Mitarbeiterinnen "Weibchen".
Den Berlinern wird eines ihrer Lieblingsgerichte verleidet: Behörden entdecken Pferdefleisch in Dönern. Auch in Brandenburg tauchen Fleischprodukte mit Pferde-DNA-Spuren auf. Die 63. Berlinale feiert einen neuen Besucherrekord und das osteuropäische Kino. In Brandenburg können Ortsschilder zukünftig der Tourismuswerbung dienen - oder die Heimatliebe zum Ausdruck bringen.
Als Teile der East Side Gallery in Berlin für ein Bauprojekt von Luxuswohnungen abgetragen werden, regt sich international Protest - selbst Prominente wie David Hasselhoff kommen nach Berlin, um das Mauerdenkmal zu retten. Vor dem Olympiastadion verunglückt ein Helicopter-Pilot bei einer Großübung der Bundespolizei. Und das erste Urteil gegen einen Leichenräuber wird gesprochen.
Der Winter will nicht enden. Noch im April liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die anhaltende Kälte beeinträchtigt auch die Eröffnung der Landesgartenschau in Prenzlau. In Berlin kämpft eine Bürgerinitiative um das Tempelhofer Feld ohne jegliche Randbebauung - und strengt ein Volksbegehren an.
Der frühere Bürgermeister von Ludwigsfelde, Heinrich Scholl, wird wegen Mordes angeklagt und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der traditionell unruhige Maifeiertag verläuft in Berlin überraschend friedlich. Und das angestrebte Volksbegehren für eine Reform der kriselnden Berliner S-Bahn scheitert vor Gericht.
Elf Jahre nach der Jahrhundertflut müssen Brandenburg und andere Bundesländer erneut gegen ein massives Hochwasser kämpfen. Erstmals werden Misshandlungsvorwürfe in drei Jugendheimen der Haasenburg publik, die später zu ihrer Schließung führen. Und Barack Obama kommt zum ersten Mal als US-Präsident nach Berlin.
Nach einem leichten Schlaganfall verkündet Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck nach elf Jahren im Amt seinen Rücktritt - ihm folgt Dietmar Woidke. Ein neues Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf sorgt für Konflikte und löst eine andauernde Asyldebatte aus. Und mit der Insolvenz von Conergy gerät die Solarbranche weiter ins Straucheln.
Das Landgericht Berlin spricht sein Urteil im Prozess um die tödliche Prügelattacke auf Jonny K., die 2012 angesichts ihrer Brutalität für Entsetzen gesorgt hat. Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den BER im Frühjahr 2014 scheibchenweise eröffnen. Und Dietmar Woidke wird als Brandenburgs neuer Ministerpräsident vereidigt.
Berlins Wohnungsproblem wird immer drängender - in der Hauptstadt wird zunehmend gegen steigende Mieten protestiert. Um nicht auch noch die Nebenkosten weiter explodieren zu lassen, beschließt die Stadt, die Wasserbetriebe zurückzukaufen. In Templin sorgt derweil ein Dumpinglohn für Empörung.
Vor Berlins Wahrzeichen campieren rund 30 Flüchtlinge und protestieren mit einem Hungerstreik gegen die deutsche Asylpolitik. Die Fluglärmkommission entscheidet sich erst mal gegen neue Flugrouten. Und im Streit um den Suhrkamp-Verlag kommt es im Amtsgericht Charlottenburg zum Showdown.
Zwar stimmen knapp 600.000 Menschen und damit die große Mehrheit der Teilnehmer für eine kommunale Energieversorgung, trotzdem scheitert der Energie-Volksentscheid in Berlin. Im Streit um die Altanschließer-Verträge aus DDR-Zeiten schafft der Brandenburger Landtag klarere Verhältnisse. Und gleich zwei Berliner Kinohäuser haben etwas zu feiern.
Der Nachbau des Potsdamer Stadtschlosses ist fertig. Die letzten Vorbereitungen für den Umzug des Potsdamer Landtags in das "neue alte Schloss" Anfang 2014 laufen. Der Eintritt in den Park Sanssouci in Potsdam bleibt weiterhin erst mal frei. Und der Justizminister tritt zurück, weil er Häftlinge begünstigt haben soll.
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