März 2013 - Mauerproteste, Hubschrauberunglück und Leichenräuber

Als Teile der East Side Gallery in Berlin für ein Bauprojekt von Luxuswohnungen abgetragen werden, regt sich international Protest - selbst Prominente wie David Hasselhoff kommen nach Berlin, um das Mauerdenkmal zu retten. Vor dem Olympiastadion verunglückt ein Helicopter-Pilot bei einer Großübung der Bundespolizei. Und das erste Urteil gegen einen Leichenräuber wird gesprochen.

Der Streit um die berühmte East Side Gallery in Berlin spitzt sich zu: Auf dem Areal im Bezirk Friedrichshain will ein Investor ein Hochhaus mit Luxuswohnungen bauen. Um die Zufahrt zu den Gebäuden zu gewährleisten, sollen Teile des Mauerdenkmals weichen. Als im März damit begonnen wird, einen 20 Meter langen Abschnitt der Mauer abzureißen, versammeln sich mehrere hundert Aktivisten auf dem Areal - die Arbeiten werden gestoppt. Weitere Demonstrationen folgen.

Roger Waters spricht mit erhobener Hand am 03.09.2013 an der East Side Gallery (Quelle: dpa)
Der frühere "Pink Floyd"-Frontman: Roger Waters.

Als dann auch noch David Hasselhoff nach Berlin reist, um die bemalte East Side Gallery zu retten, blicken auch internationale Medien auf Berlin. Tausende Fans kommen an den ehemaligen Mauerstreifen, um "The Hoff" zu sehen. Ein Runder Tisch wird einberufen - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schlägt dabei einen Kompromiss vor: Statt der neuen Lücke soll ein bereits bestehender Durchbruch erweitert werden.

Im Herbst kommt ein weiterer Promi nach Berlin: Der frühere "Pink Floyd"-Frontman Roger Waters demonstriert während seinem Gastspiel mit der Rockoper "The Wall" in Berlin vor der East Side Gallery. "Die East Side Gallery ist ein großartiger Ort, um an die schwarzen Tage des Kalten Krieges zu erinnern", sagt Waters, der mit erhobener Faust für die Fotografen posiert.

Tragisches Hubschrauber-Unglück am Berliner Olympiastadion

Es ist eine groß angelegte Übung der Bundespolizei, die in einer Tragödie endet: Auf dem Maifeld am Berliner Olympiastadion üben mehr als 500 Polizisten unter möglichst realistischen Bedingungen einen Einsatz gegen gewalttätige Fußballfans - bis zwei ihrer Hubschrauber zusammenkrachen. Einer der Piloten kommt dabei ums Leben.

Hubschrauberunfall in Berlin (Quelle: dpa)
Die Untersuchungen zum Hubschrauber-Unglück dauern an.

"Ich habe gesehen, wie die Hubschrauber zur Landung eingeflogen sind. Es gab sehr große Schneeverwehungen, man hat von den Hubschraubern gar nichts mehr gesehen. Dann habe ich nur noch einen lauten Knall gehört und dann war da großes Chaos", sagt Heike Hertwig von der Bundespolizei.

Nach Polizeiangaben werden sieben Personen verletzt. Die beiden Hubschrauber werden stark beschädigt. Trümmerteile liegen rund um den Unfallort im Schnee. Als möglicher Grund für das Unglück wird die schlechte Sicht während der Übung vermutet. Die Untersuchungen durch die Bundesstelle für Fluguntersuchung dauern jedoch immer noch an.

Polnischer Leichenräuber verurteilt

Es ist einer der merkwürdigsten Autodiebstähle in der Geschichte Brandenburgs: Mehrere Diebe stehlen im Oktober 2012 drei Kleintransporter in einem Gewerbegebiet in Hoppegarten (Kreis Märkisch-Oderland). Was sie nicht ahnen: In einem der Wagen sind zwölf Särge mit Leichen geladen. Gut eine Woche später werden in einem Waldgebiet bei Konin, rund 85 Kilometer von Poznan, die Särge mit den Leichen gefunden. Vier Tatverdächtige werden festgenommen.

Die im Wald bei Poznan entdeckten Särge (dpa, 24.10.12)
Die 12 Särge werden in einem Waldgebiet in Polen gefunden.

Im März wird der erste Tatbeteiligte zu elf Monaten Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Die drei mutmaßlichen Haupttäter werden Ende Mai in Posen zu zwei bis vier Jahren Haft und Geldstrafen verurteilt.

Derweil gerät das Bestattungsunternehmen öffentlich in die Kritik, ihm wird vorgeworfen, die Toten nicht würdevoll hergerichtet und transportiert zu haben. Der Bundesverband Deutscher Bestatter kritisiert, der Fall stünde exemplarisch für "pietätlose Massentransporte von Verstorbenen".

Da es bei den Ermittlungen und der Überführung der Särge zu Verzögerungen gekommen ist, wird scharfe Kritik am bürokratischen Hin und Her zwischen den Behörden geübt. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht sich sogar genötigt, explizit auf das gute nachbarschaftliche Verhältnis mit Polen hinzuweisen - auch weil in Polen die Angst vor einem großen Imageschaden zeitweise gewachsen ist.

Was sonst noch im März geschah

Jahresrückblick 2013

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