
18. / 19. Januar - Eröffnungswochenende im Potsdamer Stadtschloss
Brandenburgs neuer Landtag ist seit Herbst 2013 fertig. Nach symbolischer Schlüsselübergabe und mehrwöchigem Umzug soll nun auch ganz offiziell die Parlamentsarbeit aufgenommen werden. Am dritten Januarwochenende lädt die Landesregierung in Potsdam deshalb alle Bürger zur Eröffnung des neuen Brandenburger Landtages ins Stadtschloss ein.
Brandenburgs Landtagsabgeordnete arbeiteten mehr als 20 Jahre im "Kreml" auf dem Brauhausberg - dem Landtagssitz in Potsdam. Das denkmalgeschützte Haus war einst eine Reichskriegsschule und in der DDR später Sitz der SED-Bezirksleitung. Nach der Wende wurde es zum provisorischen Zuhause des Parlaments. Für einige war es auch einfach "das versiffteste Landtagsgebäude zwischen Atlantik und Ural".

Doch 2014 wird alles besser: Der Brandenburger Landtag zieht in das wiederaufgebaute Potsdamer Stadtschlosses - nach viereinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit. Die Pläne für den Wiederaufbau reichen freilich weit länger zurück, bis 2001.
Das frühere Stadtschloss in Potsdam wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seine Ruine war in der DDR abgerissen worden. Die Entscheidung, das Barockschloss als Landtagsneubau auf dem Alten Markt wiederaufzubauen, fällte der Landtag im Mai 2005. Doch erst nach einer Bürgerbefragung mit einer relativen Mehrheit von 42,8 Prozent für den Schlossbau stimmten die Potsdamer Stadtverordneten am 31. Januar 2007 dem Bebauungsplan im dritten Anlauf zu.
Eröffnungswochende im Landtagsneubau
Bevor die erste Plenarsitzung abgehalten wird, werden die Brandenburger Bürger die ersten Gäste im neuen Landtag sein. Am dritten Januarwochenende lädt die Landesregierung zu einem zweitägigen Bürgerfest, bei dem sich alle ein eigenes Bild vom Neubau machen können.
Da mit einem großen Andrang gerechnet wird, benötigen alle Besucher ein Einlassticket. Dieses berechtigt sie dazu, sich zwei Stunden im neuen Landtagsgebäude aufzuhalten. Dabei können sie die Ausstellung im Foyer zur Architektur des Stadtschlosses besuchen, an einem geführten Rundgang teilnehmen, den Plenarsaal besichtigen oder einen Blick in die Büroräume von Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch sowie Ministerpräsident Dietmar Woidke werfen.
Um Tickets am Eröffnungswochenende sollten sich Interessierte vorab kümmern. Vor Ort wird es selbst nur Restkarten geben. Es gilt also: Ausgabe nur so lange der Vorrat reicht.
Mit einem Festakt soll der Landtag dann am 21. Januar offiziell eröffnet werden.
Originalgetreuer Wiederaufbau dank Spenden
Der Neubau des Stadtschlosses ist mehr als 10.000 Quadratmeter groß und gut 21 Meter hoch. Seine barocke Fassade ist nach historischem Vorbild gestaltet. Mit Blick auf eine mögliche Fusion der Bundesländer Berlin und Brandenburg wurde der Bau für eigentlich 150 Abgeordnete geplant. Brandenburgs Landtag hat derzeit jedoch nur 88 Parlamentarier. Deshalb sollen freie Teile des Gebäudes vorerst vom brandenburgischen Landesrechnungshof genutzt werden.
Dass das Stadtschloss nun in originalgetreuem Glanz erscheint ist auch dem Mäzen Hasso Plattner zu verdanken. Der Gründer des Software-Unternehmens SAP spendete 20 Millionen Euro für die Wiederherstellung der historischen Fassade. Anfang 2013 stellte Hassner weitere zwei Millionen Euro für ein originalgetreues Kupferdach - statt des billigeren Titanzinkdachs. Im Inneren sollte der künftige Landtag jedoch modern und funktional bleiben.


