
13. Januar - Volksbegehren zum Tempelhofer Feld endet
Was wird aus dem Tempelhofer Feld? Der Berliner Senat möchte Wohnungen, Gewerberäume und die neue Landesbibliothek am Rande des ehemaligen Flughafengeländes bauen. Das Aktionsbündnis "100% Tempelhofer Feld" hält davon nichts - es will, dass das Feld unbebaut bleibt und sammelt dafür Unterschriften für einen Volksentscheid. Mitte Januar endet die Frist.
Inline-Skaten, auf der Wiese liegen oder einfach die Weite genießen - das Tempelhofer Feld ist für viele Berliner zum Lieblingsort geworden. Die Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" will das auf dem ehemaligen Flugfeld alles genau so bleibt, wie es ist. Dafür sammelt sie seit 2013 Unterschriften für ein Volksbegehren über den Erhalt des Feldes.
Dieses Volksbegehren richtet sich gegen die Pläne des Berliner Senats. Der plant, in den nächsten Jahren am Rand des ehemaligen Flughafengeländes Wohnungen zu bauen. Auch die Zentral- und Landesbibliothek soll hier einen Neubau bekommen und die Parklandschaft entwickelt werden.
Knapp 77.000 Unterschriften fehlen noch
Bis zum 13. Januar kann für den Erhalt des Tempelhofer Feldes in seiner jetzigen Form noch unterschrieben werden. Ist das Volksbegehren erfolgreich, muss innerhalb von vier Monaten ein Volksentscheid durchgeführt werden.
Doch danach sieht es derzeit nicht aus: Insgesamt müssen 174.000 gültige Unterschriften zusammenkommen. Sonst können die Berliner nicht für oder gegen eine Randbebauung des ehemaligen Flughafengeländes abstimmen. Vor Weihnachten kamen rund 107.500 Stimmen zusammen, allerdings seien davon mindestens 10.000 ungültig, teilte die Initiative "Volksbegehren für das Tempelhofer Feld" am Freitag mit.
Viele abgegebenen Stimmen sind ungültig
Laut dem Landesamt für Statistik seien zudem viele der abgegebenen Stimmen ungültig. Die Bezirkswahlämter hatten bereits zahlreiche Unterschriften geprüft, von 30.815 Stimmen waren im Dezember 26.348 gültig.
Zum Vergleich: Die Initiatoren des 2013 gescheiterten Volksbegehrens zur Berliner Energieversorgung hatten deutlich mehr Zulauf. Das notwendige Quorum von sieben Prozent der Wahlberechtigten hatten die Aktivisten des "Energietisches" überschritten - 227.748 Berliner hatten sich an der Unterschriftenaktion beteiligt, etwa 50.000 mehr als nötig.
Senat will Freifläche in der Feldmitte erhalten
Die Meinungen der Berliner über die Entwicklung des ehemaligen Flugfeldes und die geplanten Randbebauung gehen auseinander. Die einen wollen, dass "ihr" Feld gar nicht angerührt wird. Dazu zählt auch die Bürgerinitiative - sie befürchtet, dass die geplante Randbebauung nur der Anfang für eine langfristige Entwicklung eines neuen Stadtteils auf dem Tempelhofer Feld ist.
Die anderen beklagen eher, dass das Feld vor allem im Winter überhaupt nicht genutzt wird. Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) kritisiert deshalb auch wiederholt die Bürgerinitiative. Müller wirft den Initiatoren vor, falsche Behauptungen zu verbreiten. Es stimme nicht, dass die Stadt das gesamte Feld bebauen wolle. Lediglich an den Rändern sollen Wohnungen und Bildungseinrichtungen entstehen. Die große Freifläche in der Mitte soll erhalten bleiben.
Zudem soll nach den Plänen des rot-schwarzen Senats ein riesiger künstlicher See entstehen. Und auch der sorgte bereits für Kritik. So hat der Umweltverband BUND Klage eingereicht, weil er meint, dass die Baugenehmigung für das Becken gegen bestehendes Umweltrecht verstößt.


