Olympia 2014 in Sotschi: Eisschnellläufer Samuel Schwarz beim 1. Lauf der 500-Meter-Entscheidung (Bild: dpa)

Missglückte Generalprobe - Schwarz strauchelt über 500 Meter

Über die 1.000 Meter gilt er als potenzieller Medaillen-Anwärter, aber auch über die Hälfte der Distanz wollte Samuel Schwarz in Sotschi ein Wörtchen mitreden. Doch daraus ist nichts geworden: Am Montag kam der Eisschnellläufer vom SC Berlin bereits im ersten Lauf ins Straucheln. Die Niederlande feierten einen Dreifachsieg.

Die niederländischen Eisschnellläufer haben bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi eine weitere Goldmedaille gewonnen. Doch nicht nur das: Im 500-Meter-Wettbewerb der Männer feierten Michel Mulder, Jan Smeekens und der Zwillingsbruder des Siegers, Ronald Mulder, einen Dreifachsieg.

Bahnrekrord und Dreifachsieg

Bereits im ersten Durchgang war Smeekens Bahnrekord gelaufen (34,59 Sekunden) - im zweiten Lauf musste er Michel Mulder dann vorbeiziehen lassen. Nach Addition beider Zeiten war Mulder gerade mal eine Hundertstelsekunde schneller als sein Landsmann und knapp eineinhalb Zehntel schneller als sein Bruder . Der Olympiasieger von Vancouver 2010, der Südkoreaner Mo Tae-Bum, kam auf den vierten Platz. Für die Niederlande, die eher auf den längeren Strecken zuhause sind, war es der erste 500-Meter-Sieg in der olympischen Geschichte.

Nico Ihle, der amtierende Deutsche Meister aus Chemnitz, kam auf den achten Rang und sorgte damit für die beste deutsche Platzierung im Kurzsprint seit dem Olympiasieg von Uwe-Jens Mey 1992 in Albertville. Dagegen musste Samuel Schwarz vom SC Berlin eine herbe Enttäuschung verkraften. Nach Platz 23 in Vancouver 2010 belegte der Berliner diesmal nur Platz 34, allerdings liegt das Hauptaugenmerk von Schwarz auf der 1.000-Meter-Entscheidung am kommenden Mittwoch.

Fast die ganze Halle gegen sich

Im ersten Durchgang erwischte Schwarz ein schweres Los und musste gegen den Russen Alexei Jesin antreten. Somit hatte der Berliner auch den Großteil der rund 6.000 Zuschauer in der Adler-Arena gegen sich. Nachdem er in der letzten Kurve fast gestrauchelt wäre, musste sich der Berliner in 35,68 Sekunden geschlagen geben. Auch im zweiten Lauf konnte er sich nicht verbessern und kam über zwei Sekunden hinter den drei Erstplatzierten nur auf Platz 34. Ursprünglich hatte der Berliner gehofft, seinen 23. Platz von Vancouver vor vier Jahren deutlich zu verbessern.

Am Mittwoch will Schwarz noch einmal angreifen

Schwarz hofft nun auf das 1.000-Meter-Rennen am kommenden Mittwoch. Denn seit den letzten Olympischen Winterspielen hat sich der Sportsoldat deutlich verbessert. 2011 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Inzell über die Ein-Kilometer-Distanz Neunter, im Jahr darauf in Heerenveen schon Achter und 2013 bei der WM in Sotschi lief Schwarz sogar auf Rang 6. Dazu kommen zwei Weltcup-Siege und zwei deutsche Meisterschaften. Die Tendenz bei Samuel Schwarz zeigt also klar nach oben.

In der aktuellen Weltcup-Wertung über die 1.000 Meter steht Schwarz nach vier von sechs Renenn auf Platz 15 - als bester Deutscher.