Eishockey-Damen bei Olympia (Quelle: dpa)

1:4 gegen Russland - Eishockey-Damen verlieren Olympia-Auftakt

Drei Berlinerinnen stehen im Kader der Eishockey-Damen, darunter Kapitänin Susann Götz. Zum Auftakt der Olympischen Spiele war Gastgeber Russland der Gegner. Die Sensation lag lange Zeit in der Luft.

Die deutschen Eishockey-Frauen haben sich zum Auftakt der Olympischen Spiele für eine beherzte Abwehrleistung nicht belohnt und gegen Russland eine bittere Niederlage kassiert. Trotz Führung hielten dem Angriffswirbel der Gastgeberinnen nicht bis zum Schluss stand und unterlagen am Sonntag in Sotschi mit 1:4 (0:0, 1:0, 0:4).

In der Tabelle der Gruppe B haben die Frauen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) damit nach dem ersten Spieltag nur noch geringe Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale.

Stürmerin Franziska Busch war in der "Schajba"-Arena das 1:0 gelungen (28. Minute), doch Lija Gawrilowa (45.), Olga Sossina mit einem Doppelpack (49./53.) und Jekaterina Smolenzewa (50.) drehten vor 5048 euphorischen Fans innerhalb von fünf Minuten die Partie.

Das Patentrezept: schnelle Gegenstöße

Die ohrenbetäubende Kulisse überwältigte auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Das ist die Atmosphäre, wie wir sie uns bei Olympia vorstellen", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, der nach dem Rennen von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in die Eishockey-Halle geeilt war. Dort sah er vom Beginn an einen Sturmlauf der Gastgeberinnen, die die deutsche Mannschaft kaum aus dem eigenen Drittel ließen.

Die technisch versierteren Russinnen schlängelten sich immer wieder gefährlich nahe vor das Tor von Viona Harrer, die den Vorzug vor Jennifer Harss bekommen hatte. Coach Kathan war vor dem Turnier nicht müde geworden zu betonen, dass der Erfolg nur von der Defensive und der Form der Torhüterinnen abhängt. Der Einsatz stimmte, das Team um Kapitän Susann Götz von den OSC Eisladies Berlin kämpfte um jeden Puck - hielt sich letztlich aber nur 45 Minuten schadlos.

Den Erfolg im Angriff sollten schnelle Gegenstöße bringen, und im zweiten Drittel brachte Busch die Halle tatsächlich zum Schweigen. Einen von Anja Weisser schnell eingeleiteten Angriff legte Manuela Anwander zurück auf die Stürmerin der Memmingen Indians. Deren Schuss ließ Julia Leskina unter der Fanghand passieren. Die Russinnen müssen in Sotschi auf Torfrau Nadeschda Alexandrowa verzichten. Sie hatte bei der WM 2013 ein 4:0 über Deutschland festgehalten. Nun ist sie aber schwanger und sagte Auswahltrainer Michail Tschekanow ab.

Im letzten Drittel versuchten es die Russinnen immer mehr mit Gewalt und konnten den Abwehrriegel der Deutschen doch noch knacken. Nach dem Ausgleich durch Gawrilowa, die den Puck zwischen dem kurzen Pfosten und Harrers Schlittschuh über die Linie drückte, spielten sich die Gastgeberinnen in einen Rausch und schossen gegen geschockte Deutsche doch noch einen deutlichen Sieg heraus.

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