
Spiel um Platz 7 - Eishockey-Frauen sichern gegen Japan den Klassenerhalt
Aufatmen bei den deutschen Eishockey-Frauen: Im Spiel um Platz sieben konnte das Team um die Berliner Spielführerin Susann Götz durch einen knappen 3:2-Sieg gerade so die Klasse halten. Bei der Weltmeisterschaft hatten die Kufen-Flitzerinnen noch Platz fünf belegt. Nun soll ein kontinuierlicher Neuaufbau folgen.
Die deutschen Eishockey-Frauen haben beim Olympia-Turnier in Sotschi mit Ach und Krach den Klassenerhalt geschafft. Im Spiel um Platz sieben besiegte das deutsche Team am Dienstag Japan mit 3:2 (1:1, 2:0, 0:1). Nach dem Sieg schien eine Zentnerlast von den Schultern der Spielerinnen gefallen zu sein. Erschöpft, aber hocherfreut schritten sie durch die Katakomben der Schaiba-Arena. Der Sieg tröstete ein wenig über die zum Teil mäßigen Leistungen während des Turniers hinweg.
"Ich denke, wir können erhobenen Hauptes nach Deutschland zurückkehren. Man darf nie vergessen, dass hier die besten acht Mannschaften der Welt dabei waren. Deshalb ist der Klassenerhalt schon ein Erfolg", sagte Maritta Becker, die sich mit ihren Teamkolleginnen nach dem siebten Rang noch das "eine oder andere Gläschen Sekt" gönnen wollte.
Große Erleichterung auch bei Susann Götz
Mit dem Ziel angereist, den fünften Platz von der WM im vergangenen Jahr zu wiederholen, wurden der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Schwarzen Meer schnell ihre Grenzen aufgezeigt. Der zweite Abstieg nach 2008 drohte - durch den zweiten Turniersieg gegen Japan (4:0 in der Vorrunde) wurden die Relegationsspiele im Herbst aber gerade noch umgangen. Zuvor hatte das deutsche Team im Halbfinale der Platzierungsrunde gegen Finnland unglücklich mit 1:2 verloren und dadurch das Spiel um Platz fünf verpasst.
"Jetzt bin ich einfach nur erleichtert", sagte Spielführerin Susann Götz aus Berlin, die gegen die Asiatinnen in ihrem letzten Länderspiel das Führungstor (10.) erzielt hatte. Die weiteren Treffer steuerten Julia Zorn (25.) und Sara Seiler (36.) bei. Für Japan waren Hanae Kubo (14.) und Haruna Yoneyama (43.) erfolgreich.
"Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, uns in der Öffentlichkeit gut verkauft", sagte Götz nach dem Zittersieg. Auch wenn die Ergebnisse nicht wirklich berauschend gewesen seien, "bin ich stolz, dass wir weiterhin zu den besten Acht gehören."
Nichtsdestotrotz steht der deutschen Mannschaft ein großer Umbruch bevor. Bundestrainer Peter Kathan wird sein Amt zum 1. Juni an den bisherigen Assistenz-Trainer Benjamin Hinterstocker übergeben. Erfahrene Spielerinnen wie Götz und Bettina Evers hören auf oder denken - im Falle von Becker - zumindest drüber nach. "Die Mädels sollen jetzt ruhig ein bisschen feiern, aber der Weg geht für uns natürlich weiter. Es gibt noch einige Baustellen", sagte Kathan mit Blick auf die Athletik oder die läuferischen Fähigkeiten der DEB-Frauen.
"Die sind richtig gut!"
Da wegen der Olympischen Spiele in diesem Jahr keine WM ausgetragen wird, findet der nächste DEB-Lehrgang bereits im April statt. Einige neue und junge Mädels würden dann schon dabei sein und sich beweisen können, sagte Kathan. Ziel sei es vor allem, den Nachwuchs zu fördern, die U-18 wieder in die Weltgruppe zu führen und dadurch einen guten Unterbau für das A-Team zu errichten. Jetzt wollen Götz und Co. in Sotschi aber erst einmal noch so viele Wettbewerbe wie möglich besuchen, unter anderem das Finale zwischen den USA und Kanada. «Da bin ich richtig scharf drauf», sagte Götz, während Becker schwärmte: "Die sind richtig gut, das Frauen-Eishockey ist auf einem guten Weg. Das Finale genießen wir, danach arbeiten wir noch härter."





