Fünf bis sechs Stunden verbringt Peter Liebers täglich auf dem Eis. Für den nötigen Feinschliff hat er mit einem Meister des Berliner Staatsballetts zusammengearbeitet. Auf Liebers ruhen große Hoffnungen. Mit dem Team verpasste er das Finale, doch Chancen gibt es noch im Einzel am Donnerstag.
Der deutsche Eiskunstlaufmeister Peter Liebers ist rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Sotschi in Form gekommen – das zeigte sich zuletzt bei den Europameisterschaften Mitte Januar.
Geburtstag: 16.4.1988 Geburtsort: Berlin Beruf: Student
Disziplin: Eiskunstlauf Verein: SC Berlin
Größte Erfolge
Sechster bei der EM 2014
Elfter bei der WM 2013
4x Deutscher Meister
Weitere Infos
Stand mit sechs Jahren zum ersten Mal auf dem Eis
So ließ der Berliner Ex-Weltmeister Brian Joubert sowie die ehemaligen Europameister Tomas Verner und Florent Amodio in Budapest hinter sich und erreichte mit Rang sechs das bislang beste Ergebnis seiner Karriere. Auch Dank eines sicher gelandeten vierfachen Toeloop, der mittlerweile für eine internationale Spitzenplatzierung unerlässlich ist.
"Ich kann mich noch steigern", sagte Liebers nach dem guten Ergebnis von 225,76 Punkten und gab für die Olympischen Spiele ein ehrgeiziges Ziel aus: die 230er-Marke. Unter die Top Ten der Konkurrenz möchte es Liebers in Sotschi schaffen, auch wenn ihm der Teampsychologe mit auf den Weg gegeben hat: "Was nun kommt, ist der Tortenguss auf dem Kuchen."
Training beim Berliner Staatsballet
Sotschi bedeutet für den Biotechnologie-Studenten Liebers andere Prioritäten: "Es sind schon fünf bis sechs Stunden Training am Tag und da muss man sehen wie man die Uni noch mit reindrückt." Dazu hat sich der 25-Jährige noch etwas mehr vorgenommen."Diesmal war ich so auf die Sprünge konzentriert, dass der Ausdruck ein bisschen verloren gegangen ist. Das soll natürlich nicht so bleiben", kündigte Liebers an.
Den nötigen Feinschliff soll die Arbeit mit einem Berliner Staatsballett-Meister bringen. Wenn alles klappt, traut ihm auch seine Trainerin Viola Striegler in Sotschi einen Platz unter den besten Zehn zu.
Porträt
Inforadio | 28.01.2014 - Der Unermüdliche
Bei der EM hat er es im Januar bis auf Platz sechs geschafft, sein bislang größter Erfolg. Nun will Liebers auch bei Olympia unter die Top 10. Ina Czycykowski hat ihn getroffen.
Frühstarter im Eisberg-Palast
Eiskunstlauf liegt bei den Liebers im Blut. Peter Liebers' Vater Mario war der erste Deutsche überhaupt, der einen dreifachen Axel sprang. Bruder Martin beherrscht ihn auch und bereitet sich gerade auf eine Trainerlaufbahn vor. Peter jedoch ist der erste Liebers, der sogar vierfach springt und es zu den Olympischen Spielen geschafft hat.
Zwölf Sportler aus der Region wurden für Sotschi nominiert - und eine Athletin rückte zwei Tage vor den Spielen noch nach. Zahlenmäßig am stärksten vertreten sind die Eisschnellläufer um Claudia Pechstein. Aber auch das Berliner Eistanz-Paar Tanja Kolbe und Stefano Caruso, die Bobfahrer aus Potsdam sowie die drei Eishockey-Spielerinnen und der Eiskunstläufer Peter Liebers fahren mit großen Hoffnungen ans Schwarze Meer.
Wer hier so schnell ins Tal rast, ist der Bobfahrer Kevin Kuske. Der Anschieber aus Potsdam hat bei Olympia schon viermal Gold gewonnen - jeweils hinter seinem damaligen Piloten André Lange aus Oberhof.
Wie Messungen ergeben haben, ist Kevin Kuske auf den ersten 30 Metern schneller als 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt. In Sotschi soll nun Thomas Florschütz aus Riesa von den Qualitäten des Potsdamers profitieren.
Auch Christian Poser vom SC Potsdam, hier mit seinem Vereinskameraden Manuel Machata, gilt als möglicher Medaillen-Anwärter für Sotschi.
In Sotschi wird der 27-jährige Christian Poser zusammen mit dem anderen Potsdamer, Kevin Kuske, im Vierer-Bob von Thomas Florschütz fahren. Im Weltcup kamen zuletzt meist dritte Plätze heraus.
Dritter im Bunde der Potsdamer Bob-Piloten ist Jan-Martin Speer. Auch er ist als bärenstarker Anschieber bekannt, doch den Sprung ins offizielle Olympia-Team schaffte er nicht - sein langjähriger Partner Manuel Machata verpasste die Qualifikation. Nun steht Speer als Ersatzmann bereit.
Monique Angermüller vom Eissportverein Berlin '08 zählt schon seit vielen Jahren zu den festen Größen im Eisschnelllauf. Der ganz große Erfolg blieb ihr bisher aber versagt.
Bei den Olympischen Spielen in Vancouver belegte sie vor vier Jahren über 500 Meter den 11. Platz. Gerade 30 Jahre alt geworden, wird Monique Angermüller in Sotschi über 1.000 und 1.500 Meter an den Start gehen.
Dass Bente Kraus in Sotschi starten würde, war lange nicht sicher. Im vergangenen Sommer verlor die Berlinerin ihren Vater. Er hatte sie seit dem sechsten Lebensjahr trainiert. Doch die 24-Jährige überwand die Verzweiflung und will in Sotschi nun für sich und ihren Vater laufen.
Bei der Olympia-Generalprobe, der WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, erzielte Bente Kraus mit dem 7. Platz über 5.000 Meter und dem 8. Rang über 3.000 Meter ihre bislang besten Resultate. Kein Wunder also, dass die Berlinerin Ende Januar sehr optimistisch in Sotschi eintraf.
Bei Claudia Pechstein bedarf es eigentlich keiner weiteren Erläuterung: Die fünfmalige Olympiasiegerin wird in Sotschi ihre sechsten Olympischen Spiele erleben - im Alter von knapp 42 Jahren.
Ob die Berlinerin in Sotschi ihre zehnte olympische Medaille gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Mit den 1.500, 3.000 und 5.000 Metern hat sie sich gleich drei Strecken vorgenommen - doch der seit vier Jahren andauernde Streit um ein angebliches Dopingvergehen dürfte nicht spurlos an Claudia Pechstein vorüber gegangen sein.
Auch Jenny Wolf ist in Sotschi eine Medaille zuzutrauen. In Vancouver holte die Sprint-Spezialistin aus Berlin über die 500 Meter die Silbermedaille hinter ihrer Dauerkonkurrentin Lee Sang-Hwa aus Südkorea.
Auch in Sotschi dürfte die Südkoreanerin die eigentliche Favoritin sein - doch vielleicht gelingt der fünfmaligen Weltmeisterin Jenny Wolf bei ihren vierten Olympischen Spielen noch einmal eine Überraschung.
Seit seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 hat Samuel Schwarz einen deutlichen Leistungsanstieg zu verzeichnen gehabt. War der Berliner in Vancouver über 500 Meter noch 23ster geworden, gelangen ihm im Dezember 2010 und im Dezember 2012 seine ersten beiden Weltcup-Siege über 1.000 Meter.
Bei der Olympia-Generalprobe, der Einzelstrecken-WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, wurde der deutsche Rekordhalter über die 1.000 Meter Sechster, sein bislang größter Erfolg bei einer WM. In Sotschi will Samuel Schwarz über 500 und 1.000 Meter noch einmal angreifen.
Auch die beiden Berliner Eishockeyfrauen vom Olympischen Sportclub reisen mit großen Erwartungen nach Sotschi. Susann Götz wird das Team als Kapitänin leiten.
Dass die deutsche Mannschaft Medaillenchancen hat, glaubt die aus Bad Muskau stammende Eishockey-Frau allerdings nicht - dazu seien die anderen Nationen einfach zu stark, allen voran die USA und Kanada, sagt die 31-jährige Susann Götz.
Ähnlich sieht es Nina Kamenik. Für die Stürmerin (hier links), die ebenfalls für die Eisladies vom OSC spielt, geht mit Olympia ein großer Traum in Erfüllung. Ihren ersten Auftritt haben Götz, Kamenik und Co. am 9. Februar, wenn es gegen Gastgeber Russland geht.
Dass Eishockey-Frauen groß und kräftig sein müssen, verweist Nina Kamenik ins Land der Legenden. Frauen-Eishockey sei nicht so körperbetont, dafür aber technisch versiert, sagt die 160-fache Nationalspielerin.
Sie machte aus dem glatten Dutzend die glückliche Dreizehn: Eishockeyspierlin Lisa Schuster wurde zwei Tage vor dem offiziellen Beginn der Olympischen Winterspiele noch nachnominiert. Die 26 Jahre alte gebürtige Münchnerin spielt seit 2012 für die OSC Eisladys Berlin.
Spätestens seit 2008 bestimmt Peter Liebers vom SC Berlin das nationale Eislauf-Geschehen. Viermal ist er seitdem Deutscher Meister geworden, zuletzt dreimal in Folge.
Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr kam Peter Liebers auf den elften Platz. Bei der Europameisterschaft Anfang des Jahres in Budapest feierte er mit Platz sechs seinen bisher größten Erfolg. Für Sotschi ist eine Top-10-Platzierung das erklärte Ziel.
Auch für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.
Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Zagreb ist das Eistanz-Paar vom TSC Berlin auf den achten Platz gelaufen. Mit der Olympia-Teilnahme in Sotschi geht für Kolbe & Caruso ein Traum in Erfüllung. Weitere Bildergalerien
Bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Olympischen Winterspiele hat der Berliner Eiskunstläufer Peter Liebers in Sotschi eine grandiose Leistung abgeliefert. Im neu geschaffenen Teamwettbewerb musste der 25-Jährige am Donnerstag als erster deutscher Läufer aufs Eis und lief das beste Kurzprogramm seiner Karriere.
Keine Medaillen für die deutschen Vierer in Sotschi - und ein handfester Skandal um Bob-Pilot Manuel Machata aus Potsdam. Machata, der in Sotschi nicht dabei war, hatte seine Kufen, eine Eigenanfertigung, an den späteren Olympiasieger Alexander Subkow weitergegeben. Die deutschen Bobs fuhren ...