Bente Kraus läuft in Sotschi (Quelle: dpa)

Eisschnelllauf über 3.000 Meter - Bente Kraus läuft auf den elften Platz

Sie gilt als potenzielle Nachfolgerin von Claudia Pechstein, doch in Sotschi konnte Bente Kraus für Deutschland kein Edelmetall erringen. Über 3.000 Meter belegte die Berlinerin am Sonntag den elften Platz. Neun Monate vor Olympia hatte die Sportlerin einen harten Schicksalschlag verkraften müssen.

Zum Auftakt der Eisschnelllaufrennen der Frauen in Sotschi hat Bente Kraus keine Medaille erringen können. Die Berlinerin belegte in 4:10,17 Minuten den elften Platz.

Gold sicherte sich - wie schon 2006 in Turin - die Niederländerin Ireen Wüst, die in 4:00,34 Minuten Vancouver-Doppelsiegerin Martina Sablikova aus Tschechien (4:01,95) klar in die Schranken wies. Dies war zugleich ihr drittes Olympia-Gold. Bronze holte die Russin Olga Graf (4:03,47). Claudia Pechstein landete auf Platz vier.

Karriere stand für kurze Zeit auf der Kippe

Kraus galt vor dem Start als potenzielle Nachfolgerin Pechsteins. Kraus, die in Sotschi ihren 23. Geburtstag feiert, trainiert bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr und zählt zu den Top-Eisschnellläuferinnen der Welt. Neun Monate vor ihrem Start in Sotschi starb jedoch ihr Vater, was die Sportlerin hart traf.

"Das hat mich aus der Bahn gehauen, ich dachte, ich schaffe das nicht mehr", sagte Kraus. Trotz ihrer WM-Top-Platzierungen habe sie sich kurz gefragt, ob sie in Sotschi starten soll. Dort war sie bei der Olympia-Generalprobe, der WM im März 2013, über die 5.000 Meter auf den siebten Platz gekommen. Es war ihr bislang größter Erfolg. So zweifelte sie nicht allzu lange und fasste trotz aller Trauer den Entschluss, das Ziel Olympia weiter zu verfolgen.

Bente Kraus trainierte mehr als zuvor und schaffte - trotz einiger Rückschläge - den Sprung ins Olympia-Team, nicht über die 5.000, aber über die 3.000 Meter.

Trainer lobt Kraus für ihre Einsatzbereitschaft

Ihr Trainer, Thomas Schubert, erwartet auf den langen Distanzen noch Großes von ihr. Sein Schützling setze sich immer voll ein und bringe die Bereitschaft mit, im Training große Anstrengungen auf sich zu nehmen. Bei der WM im vorigen Jahr war sie mit den Plätzen sieben und acht ganz vorne mit dabei und schaffte in der Team-Verfolgung auf Anhieb Platz vier.

Was sie sich sportlich vorgenommen hat, will Bente Kraus nicht verraten. Sie freue sich einfach, dabei zu sein und will die Spiele genießen, sagte Kraus vor Olympia-Beginn. Dass der Vater ihre Olympia-Premiere nicht miterleben kann, habe sie noch immer nicht verwunden, doch eines wisse sie ganz bestimmt: "Dass ich für uns beide laufen werde."

Mehr zum Thema

Peter Liebers während des Kurzprogramms Männer am 13. Februar 2014 in Sotschi (Quelle: dpa)

Peter Liebers - Den Eiskunstlauf im Blut

Fünf bis sechs Stunden verbringt Peter Liebers täglich auf dem Eis. Für den nötigen Feinschliff hat er mit einem Meister des Berliner Staatsballetts zusammengearbeitet. Auf Liebers ruhen große Hoffnungen. Mit dem Team verpasste er das Finale, doch Chancen gibt es noch im Einzel am Donnerstag.

Thomas Florschuetz und Kevin Kuske beim Start zum dritten Lauf beim Zweier-Bob-Wettkampf am 17. Februar in Sotschi (Quelle: dpa)

Zweier-Bob - Nur Platz elf für Florschütz & Kuske

Der Potsdamer Kevin Kuske hatte von seiner sechsten Olympia-Medaille geträumt - doch im Zweier-Bob musste der Potsdamer schon nach den beiden ersten Läufen alle Hoffnungen begraben. Er und sein Partner Thomas Florschütz aus Riesa hätten statt eines Formel-1-Wagens nur einen "Trabbi" am Start gehabt, sagte Kuske.

Jenny Wolf beim Weltcup in Astana (Quelle: dpa)

Jenny Wolf zum vierten Mal bei Olympia - Berlinerin muss nichts mehr beweisen

Erst mit Mitte 20 sprintete sie in die Weltspitze der Eisschnellläuferinnen, doch während sie den Weltcup immer wieder dominierte, versagten bei den Olympischen Spielen die Nerven. Nach Platz zwei in Vancouver will es Jenny Wolf jetzt noch einmal wissen. Mit 35 Jahren zählt die Berlinerin in Sotschi zu den ältesten Athleten im deutschen Team.

Tanja Kolbe und Stefano Caruso (Quelle: dpa)

Eistanz-Paar aus Berlin - Deutsch-italienische Leidenschaft

Für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Sonntag konnten sie sich für das Finale qualifizieren, das heute Abend stattfindet. Chancen auf eine Medaille haben sie allerdings nicht.