
Entscheidung über 5.000 Meter - Claudia Pechstein wird Fünfte
Jahrelang hatte Claudia Pechstein auf diesen Tag hingearbeitet, doch der große Traum von der zehnten olympischen Medaille ging nicht in Erfüllung. Über 5.000 Meter belegte die fünfmalige Olympiasiegerin in Sotschi am Mittwoch den fünften Platz. Olympiasiegerin wurde - wie schon 2010 - Martina Sablikova aus Tschechien vor den beiden Niederländerinnen Ireen Wüst und Carien Kleibeuker. Bente Kraus aus Berlin kam auf Platz elf.
Es war ihr 15. Rennen bei Olympischen Spielen, und vielleicht ihr wichtigstes. Für Claudia Pechstein ging es beim 5.000-Meter-Finale in Sotschi nicht nur um ihre zehnte olympische Medaille. Die Berlinerin wollte sich selbst und dem Rest der Eisschnelllauf-Welt zeigen, dass man auch im Alter von fast 42 Jahren noch Top-Leistungen bringen kann - trotz jahrelangen Dopingsstreits und zum Teil heftigen Konflikten mit Konkurrentinnen und Funktionären. Am Ende stand ein achtbarer fünfter Platz, knapp sieben Sekunden hinter Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien.
Schnellste Zeit in diesem Winter
In 6:58,39 lief Pechstein zwar so schnell wie noch nie in diesem Winter und legte alle Kraft in dieses Rennen, auf das sie so lange hingearbeitet hatte. Doch am Ende reichte es nicht, um in die Medaillenränge zu laufen. Sablikova siegte unangefochten in 6:51,54 Minuten und mit deutlichem Vorsprung vor Ireen Wüst und Carien Kleibeuker, die zwei weitere Medaillen für die Niederlande holten. Zum ersten Mal seit 50 Jahren sind die deutschen Eisschnellläufer bei Olympia damit komplett leer ausgegangen.
Bente Kraus, die es wegen der Absage einer südkoreanischen Läuferin überraschend als zweite Berlinerin ins Feld der 16 Finalistinnen geschafft hatte, lief ein ordentliches Rennen und kam in 7:10,65 Minuten auf den elften Platz, wie schon über 3.000 Meter, als ihre Teamkameradin Pechstein Vierte geworden war. Die dritte Deutsche im Feld, Pechsteins Dauerkonkurrentin Stephanie Beckert aus Erfurt, kam in 7:07,79 Minuten auf den achten Platz.
Nicht zuletzt war es Pechstein auch um die Wiederherstellung ihres Rufs gegangen. Wegen einer bis heute umstrittenen Doping-Sperre hatte sie zwischen 2009 und 2011 nicht starten können - und daher auch die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 verpasst. In Sotschi erlebte die Berlinerin, die am Samstag 42 Jahre alt wird, ihre sechsten Olympischen Winterspiele - auch das ein Rekord in einer an Rekorden reichen Karriere.
Jahrelanger Rechtsstreit mit dem internationalen Verband
In einem jahrelangen Rechtsstreit versuchte die fünfmalige Olympiasiegerin, die bereits 1992 in Albertville ihre ersten Spiele erlebt hatte, gegen die Sperre vorzugehen. Ihr wichtigstes Argument: Der hohe Anteil frischer roter Blutkörperchen in ihrem Blut (Retikulozyten) sei nicht auf Doping zurückzuführen, sondern auf eine genetische Anomalie. Medizinische Gutachten, die Pechstein in Auftrag gab, kamen zum selben Ergebnis - doch der Weltverband hielt die Sperre aufrecht.
So konnte Pechstein erst Anfang 2011 wieder starten und meldete sich mit eindrucksvollen Zeiten zurück. Doch die Welt war inzwischen nicht stehen geblieben. Über ihre Paradestrecken, die 3.000 und 5.000 Meter, war der Langstrecken-Spezialistin neue Konkurrenz erwachsen - allen voran Martina Sablikova aus Tschechien, die in Vancouver 2010 in Abwesenheit von Pechstein Gold über beide Strecken gewonnen hatte. Nachdem sie in Sotschi über 3.000 Meter hinter Ireen Wüst aus den Niederlanden nur Zweite wurde, wollte sie ihren Olympiasieg über 5.000 Meter auf jeden Fall verteidigen - auch gegen Claudia Pechstein, die gut 15 Jahre älter ist als Sablikova.







