Starke Konkurrenz -
Samuel Schwarz plant das "perfekte Rennen"
Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 in Vancouver kam Samuel Schwarz vom SC Berlin auf den 16. Platz. Seitdem hat er zwei Weltcup-Siege errungen und damit die lange Durststrecke der deutschen Eisschnelllauf-Herren beendet. Auch in Sotschi ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen.
Vor gut drei Jahren hat er die schwarze Serie der deutschen Eisschnelllauf-Herren beendet und den ersten Weltcupsieg seit November 2001 geholt. Seitdem ging es für Samuel Schwarz beständig bergauf. Im vorigen Winter folgten ein weiterer Erfolg in Harbin und drei Podestplätze über 1.000 Meter im Weltcup sowie ein sechster Rang bei der WM, seine bisher beste WM-Platzierung.
Auf einen Blick
Der 1.000-Meter-Mann - Samuel Schwarz
Geburtstag: 22.8.1983 Geburtsort: Berlin Beruf: Sportsoldat
Disziplin: Eisschnelllauf Verein: SC Berlin Paradestrecke: 1.000 Meter
Größte Erfolge
Deutscher Meister
2 Weltcup-Siege
16. Platz Olympia 2010
6. Platz WM 2013
Weitere Infos
Oberfeldwebel in der Sportfördergruppe und Vater von Linus (zweieinhalb Jahre)
Medaille liegt im Bereich des Möglichen
Doch die Weltspitze ist gerade auf seiner Spezial-Distanz, den 1.000 Metern, so eng, dass Freud und Leid dicht beieinander liegen. Wenn Schwarz in Sotschi einen guten Tag erwischt, liegt eine Medaille aber durchaus im Bereich des Möglichen. "Am Tag X will ich ein perfektes Rennen abliefern", formuliert er daher sein Ziel für Olympia. Seine Kraft schöpft der Oberfeldwebel der Bundeswehr-Sportfördergruppe aus seiner jungen Familie. Besonders stolz ist er auf seinen zweieinhalb Jahre alten Sohn Linus.
Von der Sportakrobatik aufs Eis
Als Jugendlicher hatte Schwarz mit Sportakrobatik begonnen, doch über einen Kontakt im Freundeskreis wuchs das Interesse für den Eisschnelllauf. Werner Unterdörfel, der 2010 verstorbene TSC-Trainer, erkannte sein Talent und führte ihn in die nationale Spitze. Seit den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 gehört der Berliner nun zu den beständigsten deutschen Läufern.
Im Herbst verteidigte der 30-Jährige seinen nationalen Titel und wurde erneut Deutscher Meister über 1.000 Meter. Zum Auftakt des Olympia-Winters benötigte der Berliner allerdings 1:10,13 Minuten und war damit über zwei Sekunden langsamer als bei seinem Deutschen Rekord vor Jahresfrist in Calgary (1:07,85) - sein Kommentar:
"Ich bin unzufrieden. Ich habe den Lauf nicht so hinbekommen, wie ich wollte. Wenn man international mithalten will, ist das zu wenig." Aber Schwarz weiß, dass er mehr kann. 2010 in Vancouver hätte seine persönliche Bestzeit aus dem vergangenen Jahr locker für die Goldmedaille gereicht.
Dass Schwarz weltweit zu den besten Eisschnellläufern zählt, haben ihm vor wenigen Monaten auch die Fachjournalisten attestiert. Mit Claudia Pechstein zusammen wurde der Mittelstrecken-Spezialist zum "Eisschnellläufer des Jahres" gekürt.
Aller guten Dinge sind Dreizehn
Zwölf Sportler aus der Region wurden für Sotschi nominiert - und eine Athletin rückte zwei Tage vor den Spielen noch nach. Zahlenmäßig am stärksten vertreten sind die Eisschnellläufer um Claudia Pechstein. Aber auch das Berliner Eistanz-Paar Tanja Kolbe und Stefano Caruso, die Bobfahrer aus Potsdam sowie die drei Eishockey-Spielerinnen und der Eiskunstläufer Peter Liebers fahren mit großen Hoffnungen ans Schwarze Meer.
Wer hier so schnell ins Tal rast, ist der Bobfahrer Kevin Kuske. Der Anschieber aus Potsdam hat bei Olympia schon viermal Gold gewonnen - jeweils hinter seinem damaligen Piloten André Lange aus Oberhof.
Wie Messungen ergeben haben, ist Kevin Kuske auf den ersten 30 Metern schneller als 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt. In Sotschi soll nun Thomas Florschütz aus Riesa von den Qualitäten des Potsdamers profitieren.
Auch Christian Poser vom SC Potsdam, hier mit seinem Vereinskameraden Manuel Machata, gilt als möglicher Medaillen-Anwärter für Sotschi.
In Sotschi wird der 27-jährige Christian Poser zusammen mit dem anderen Potsdamer, Kevin Kuske, im Vierer-Bob von Thomas Florschütz fahren. Im Weltcup kamen zuletzt meist dritte Plätze heraus.
Dritter im Bunde der Potsdamer Bob-Piloten ist Jan-Martin Speer. Auch er ist als bärenstarker Anschieber bekannt, doch den Sprung ins offizielle Olympia-Team schaffte er nicht - sein langjähriger Partner Manuel Machata verpasste die Qualifikation. Nun steht Speer als Ersatzmann bereit.
Monique Angermüller vom Eissportverein Berlin '08 zählt schon seit vielen Jahren zu den festen Größen im Eisschnelllauf. Der ganz große Erfolg blieb ihr bisher aber versagt.
Bei den Olympischen Spielen in Vancouver belegte sie vor vier Jahren über 500 Meter den 11. Platz. Gerade 30 Jahre alt geworden, wird Monique Angermüller in Sotschi über 1.000 und 1.500 Meter an den Start gehen.
Dass Bente Kraus in Sotschi starten würde, war lange nicht sicher. Im vergangenen Sommer verlor die Berlinerin ihren Vater. Er hatte sie seit dem sechsten Lebensjahr trainiert. Doch die 24-Jährige überwand die Verzweiflung und will in Sotschi nun für sich und ihren Vater laufen.
Bei der Olympia-Generalprobe, der WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, erzielte Bente Kraus mit dem 7. Platz über 5.000 Meter und dem 8. Rang über 3.000 Meter ihre bislang besten Resultate. Kein Wunder also, dass die Berlinerin Ende Januar sehr optimistisch in Sotschi eintraf.
Bei Claudia Pechstein bedarf es eigentlich keiner weiteren Erläuterung: Die fünfmalige Olympiasiegerin wird in Sotschi ihre sechsten Olympischen Spiele erleben - im Alter von knapp 42 Jahren.
Ob die Berlinerin in Sotschi ihre zehnte olympische Medaille gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Mit den 1.500, 3.000 und 5.000 Metern hat sie sich gleich drei Strecken vorgenommen - doch der seit vier Jahren andauernde Streit um ein angebliches Dopingvergehen dürfte nicht spurlos an Claudia Pechstein vorüber gegangen sein.
Auch Jenny Wolf ist in Sotschi eine Medaille zuzutrauen. In Vancouver holte die Sprint-Spezialistin aus Berlin über die 500 Meter die Silbermedaille hinter ihrer Dauerkonkurrentin Lee Sang-Hwa aus Südkorea.
Auch in Sotschi dürfte die Südkoreanerin die eigentliche Favoritin sein - doch vielleicht gelingt der fünfmaligen Weltmeisterin Jenny Wolf bei ihren vierten Olympischen Spielen noch einmal eine Überraschung.
Seit seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 hat Samuel Schwarz einen deutlichen Leistungsanstieg zu verzeichnen gehabt. War der Berliner in Vancouver über 500 Meter noch 23ster geworden, gelangen ihm im Dezember 2010 und im Dezember 2012 seine ersten beiden Weltcup-Siege über 1.000 Meter.
Bei der Olympia-Generalprobe, der Einzelstrecken-WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, wurde der deutsche Rekordhalter über die 1.000 Meter Sechster, sein bislang größter Erfolg bei einer WM. In Sotschi will Samuel Schwarz über 500 und 1.000 Meter noch einmal angreifen.
Auch die beiden Berliner Eishockeyfrauen vom Olympischen Sportclub reisen mit großen Erwartungen nach Sotschi. Susann Götz wird das Team als Kapitänin leiten.
Dass die deutsche Mannschaft Medaillenchancen hat, glaubt die aus Bad Muskau stammende Eishockey-Frau allerdings nicht - dazu seien die anderen Nationen einfach zu stark, allen voran die USA und Kanada, sagt die 31-jährige Susann Götz.
Ähnlich sieht es Nina Kamenik. Für die Stürmerin (hier links), die ebenfalls für die Eisladies vom OSC spielt, geht mit Olympia ein großer Traum in Erfüllung. Ihren ersten Auftritt haben Götz, Kamenik und Co. am 9. Februar, wenn es gegen Gastgeber Russland geht.
Dass Eishockey-Frauen groß und kräftig sein müssen, verweist Nina Kamenik ins Land der Legenden. Frauen-Eishockey sei nicht so körperbetont, dafür aber technisch versiert, sagt die 160-fache Nationalspielerin.
Sie machte aus dem glatten Dutzend die glückliche Dreizehn: Eishockeyspierlin Lisa Schuster wurde zwei Tage vor dem offiziellen Beginn der Olympischen Winterspiele noch nachnominiert. Die 26 Jahre alte gebürtige Münchnerin spielt seit 2012 für die OSC Eisladys Berlin.
Spätestens seit 2008 bestimmt Peter Liebers vom SC Berlin das nationale Eislauf-Geschehen. Viermal ist er seitdem Deutscher Meister geworden, zuletzt dreimal in Folge.
Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr kam Peter Liebers auf den elften Platz. Bei der Europameisterschaft Anfang des Jahres in Budapest feierte er mit Platz sechs seinen bisher größten Erfolg. Für Sotschi ist eine Top-10-Platzierung das erklärte Ziel.
Auch für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.
Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Zagreb ist das Eistanz-Paar vom TSC Berlin auf den achten Platz gelaufen. Mit der Olympia-Teilnahme in Sotschi geht für Kolbe & Caruso ein Traum in Erfüllung. Weitere Bildergalerien
Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 in Vancouver kam Samuel Schwarz vom SC Berlin auf den 16. Platz. Seitdem hat er zwei Weltcup-Siege errungen und damit die lange Durststrecke der deutschen Eisschnelllauf-Herren beendet. Auch in Sotschi ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen.
Zunächst wurden nur zwei Berliner Eishockey-Spielerinnen für Sotschi nominiert, durch einen verletzungsbedingten Ausfall rutschte noch eine dritte ins Team: Susann Götz, Lisa Schuster und Nina Kamenik vom OSC Berlin werden bei den Winterspielen für Deutschland auf Torejagd gehen.
Für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Sonntag konnten sie sich für das Finale qualifizieren, das heute Abend stattfindet. Chancen auf eine Medaille haben sie allerdings nicht.
Erst mit Mitte 20 sprintete sie in die Weltspitze der Eisschnellläuferinnen, doch während sie den Weltcup immer wieder dominierte, versagten bei den Olympischen Spielen die Nerven. Nach Platz zwei in Vancouver will es Jenny Wolf jetzt noch einmal wissen. Mit 35 Jahren zählt die Berlinerin in Sotschi zu den ältesten Athleten im deutschen Team.
Fünf bis sechs Stunden verbringt Peter Liebers täglich auf dem Eis. Für den nötigen Feinschliff hat er mit einem Meister des Berliner Staatsballetts zusammengearbeitet. Auf Liebers ruhen große Hoffnungen. Mit dem Team verpasste er das Finale, doch Chancen gibt es noch im Einzel am Donnerstag.
Keine Medaillen für die deutschen Vierer in Sotschi - und ein handfester Skandal um Bob-Pilot Manuel Machata aus Potsdam. Machata, der in Sotschi nicht dabei war, hatte seine Kufen, eine Eigenanfertigung, an den späteren Olympiasieger Alexander Subkow weitergegeben. Die deutschen Bobs fuhren ...