Samuel Schwarz (Quelle: dpa)

Samuel Schwarz über 1000 Meter - Der Medaille so nah

Olympia ohne Medaille: Für Samuel Schwarz enden die Spiele in Sotschi eher enttäuschend. Über 500 Meter wurde der Berliner 34., über seine Paradestrecke reichte es trotz guter Leistung nur zu Platz 5. Dort konnten vor allem die Holländer wieder abräumen.

Der Berliner Eisschnellläufer Samuel Schwarz hat auch über die 1000-Meter-Distanz eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi verpasst. Am Mittwoch lief er in 1:08,89 Minuten auf Platz fünf. Zu Bronze fehlten ihm am Ende nur 15 Hundertstel.

Gold holte der Niederländer Stefan Groothuis (1:08,39), Silber ging an den Kanadier Denny Morrison, Bronze an den Niederländer Michel Mulder. Nico Ihle aus Chemnitz lief auf Platz vier. "Das waren zwei absolute Traumläufe", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher, "Platz vier und fünf, so knapp an einer Medaille vorbei - darüber darf man sich nicht ärgern, darüber kann man sich nur freuen." Schwarz sah Licht und Schatten: "Wir müssen zufrieden sein mit Platz vier und fünf", kommentierte der Berliner. "Ich bin schon wahnsinnig stolz, aber ich hatte auf noch mehr gehofft."

Schwarz übertraf sich in seinem Rennen selbst. Im direkten Duell mit dem Russen Dmitri Lobkow hatte der deutsche Meister zunächst die heimischen Fans in der Halle gegen sich, brachte die rund 5000 Anhänger in der Adler Arena aber zunehmend zum Schweigen. Kraftvoll und gleichmäßig raste Schwarz über das Eis und jubelte im Ziel mit Bahnrekord ausgelassen.

Schwarz verpasste die Medaillenränge damit nur äußerst knapp, beim Rennen über 500 Meter landete er am Montag allerdings abgeschlagen auf dem 34. Rang. Über die 1000-Meter-Distanz hatte er sich allerdings eine Medaille ausgemalt. Denn seit den letzten Olympischen Winterspielen hat sich der Sportsoldat dort deutlich verbessert. 2011 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Inzell Neunter, im Jahr darauf in Heerenveen schon Achter und 2013 bei der WM in Sotschi lief Schwarz sogar auf Rang 6. Dazu kamen zwei Weltcup-Siege und zwei deutsche Meisterschaften.

Von der Sportakrobatik aufs Eis

Als Jugendlicher hatte Schwarz mit Sportakrobatik begonnen, doch über einen Kontakt im Freundeskreis wuchs das Interesse für den Eisschnelllauf. Werner Unterdörfel, der 2010 verstorbene TSC-Trainer, erkannte sein Talent und führte ihn in die nationale Spitze. Seit den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 gehört der Berliner nun zu den beständigsten deutschen Läufern.

Im Herbst verteidigte der 30-Jährige seinen nationalen Titel und wurde erneut Deutscher Meister über 1.000 Meter. Zum Auftakt des Olympia-Winters benötigte der Berliner allerdings 1:10,13 Minuten und war damit über zwei Sekunden langsamer als bei seinem Deutschen Rekord vor Jahresfrist in Calgary (1:07,85) - sein Kommentar:

"Ich bin unzufrieden. Ich habe den Lauf nicht so hinbekommen, wie ich wollte. Wenn man international mithalten will, ist das zu wenig." Aber Schwarz weiß, dass er mehr kann. 2010 in Vancouver hätte seine persönliche Bestzeit aus dem vergangenen Jahr locker für die Goldmedaille gereicht.

Dass Schwarz weltweit zu den besten Eisschnellläufern zählt, haben ihm vor wenigen Monaten auch die Fachjournalisten attestiert. Mit Claudia Pechstein zusammen wurde der Mittelstrecken-Spezialist zum "Eisschnellläufer des Jahres" gekürt.

Aller guten Dinge sind Dreizehn

Mehr zum Thema

Olympia 2014 in Sotschi: Eisschnellläufer Samuel Schwarz beim 1. Lauf der 500-Meter-Entscheidung (Bild: dpa)

Missglückte Generalprobe - Schwarz strauchelt über 500 Meter

Über die 1.000 Meter gilt er als potenzieller Medaillen-Anwärter, aber auch über die Hälfte der Distanz wollte Samuel Schwarz in Sotschi ein Wörtchen mitreden. Doch daraus ist nichts geworden: Am Montag kam der Eisschnellläufer vom SC Berlin bereits im ersten Lauf ins Straucheln. Die Niederlande feierten einen Dreifachsieg.

Nina Kamenik (l.) und Susann Götz (Quelle: OSC Eisladies Berlin)

Drei vom OSC - Die Berliner Eishockey-Ladys

Zunächst wurden nur zwei Berliner Eishockey-Spielerinnen für Sotschi nominiert, durch einen verletzungsbedingten Ausfall rutschte noch eine dritte ins Team: Susann Götz, Lisa Schuster und Nina Kamenik vom OSC Berlin werden bei den Winterspielen für Deutschland auf Torejagd gehen.

Tanja Kolbe und Stefano Caruso (Quelle: dpa)

Eistanz-Paar aus Berlin - Deutsch-italienische Leidenschaft

Für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Sonntag konnten sie sich für das Finale qualifizieren, das heute Abend stattfindet. Chancen auf eine Medaille haben sie allerdings nicht.

Jenny Wolf beim Weltcup in Astana (Quelle: dpa)

Jenny Wolf zum vierten Mal bei Olympia - Berlinerin muss nichts mehr beweisen

Erst mit Mitte 20 sprintete sie in die Weltspitze der Eisschnellläuferinnen, doch während sie den Weltcup immer wieder dominierte, versagten bei den Olympischen Spielen die Nerven. Nach Platz zwei in Vancouver will es Jenny Wolf jetzt noch einmal wissen. Mit 35 Jahren zählt die Berlinerin in Sotschi zu den ältesten Athleten im deutschen Team.

Peter Liebers während des Kurzprogramms Männer am 13. Februar 2014 in Sotschi (Quelle: dpa)

Peter Liebers - Den Eiskunstlauf im Blut

Fünf bis sechs Stunden verbringt Peter Liebers täglich auf dem Eis. Für den nötigen Feinschliff hat er mit einem Meister des Berliner Staatsballetts zusammengearbeitet. Auf Liebers ruhen große Hoffnungen. Mit dem Team verpasste er das Finale, doch Chancen gibt es noch im Einzel am Donnerstag.