Eistanz-Paar aus Berlin -
Deutsch-italienische Leidenschaft
Für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Sonntag konnten sie sich für das Finale qualifizieren, das heute Abend stattfindet. Chancen auf eine Medaille haben sie allerdings nicht.
Das Eistanzpaar Tanja Kolbe und Stefano Caruso vom Berliner TSC will in Sotschi mit "deutsch-italienischer Leidenschaft" überzeugen. Dass die beiden überhaupt ein Pärchen wurden, haben sie dem Internet zu verdanken. Im Jahr 2010 fanden die Berlinerin und der Römer über eine Plattform für partnerlose Eistänzer zusammen.
Auf einen Blick
Die Eistänzer - Kolbe & Caruso
Tanja Kolbe Geburtstag: 7.9.1990 Geburtsort: Berlin Beruf: Studentin
Stefano Caruso Geburtstag: 19.4.1987 Geburtsort: Rom Beruf: Student
Disziplin: Eistanz Verein: Berliner TSC
Größte Erfolge
8. Platz bei der EM 2013
2. Platz DM 2012, 2013
NRW-Trophy 2012
Caruso hatte nach der Trennung von seiner früheren Partnerin Isabelle Pajardi seine Karriere schon beenden wollen, war dann aber auf die Anzeige von Kolbe gestoßen. Diese hatte nach dem überraschenden Karriereende ihres langjährigen Partners Sascha Rabe nach einem neuen Eistänzer gesucht.
Bereits das Debüt der beiden Wahlverwandten bei den Europameisterschaften 2012 ließ auf größere Erfolge hoffen: Auf Anhieb erreichten Kolbe & Caruso mir ihrem eleganten Stil den zwölften Platz. Kurz darauf trennte sich das Eistanzpaar aber für einige Monate, weil es sich nicht über den Trainingsort einig werden konnte. Nun pendeln die beiden zwischen Berlin, Oberstdorf und Mailand, wo sie von der früheren Eistanz-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli trainiert werden. Ihren bisher größten Erfolg feierten sie 2013 bei der EM in Zagreb, wo sie den achten Platz belegten.
Generalprobe in Budapest ging daneben
Bei der EM in diesem Januar in Budapest haderten die deutschen Eistanz-Vizemeister jedoch mit der Jury. Am Ende sprang nur Platz elf heraus, drei Ränge schlechter als im Vorjahr. Kurz vor Olympia wurde die erhoffte Top-10-Platzierung somit verpasst:
"Wir wollten eigentlich ziemlich schnell nach oben, aber das ist halt Eistanz", hakte Kolbe die Enttäuschung schnell ab.
Porträt
Inforadio | 28.01.2014 - Berliner Eiskunstläufer in Sotschi
Bereits einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele beginnt der Team-Wettbewerb im Eiskunstlaufen. Dort startet auch der Berliner Peter Liebers. Und auch ein Berliner Eistanzpaar ist in Sotschi dabei. Von Ina Czycykowski
Mit ihren 23 beziehungsweise 26 Jahren sind Kolbe und Caruso noch ein sehr junges Paar, dem Experten eine große Zukunft bescheinigen. Und auch für die Zeit nach Sotschi gibt es bereits Pläne: Caruso, der derzeit noch in Bergamo Sprachen und Kommunikation studiert, wird in die Bundeswehr-Sportfördergruppe in Berlin aufgenommen, so dass dann noch intensiver trainiert werden kann. Noch allerdings stehen die Berliner im Schatten der Oberstdorfer Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi. Mit ihrem zehnten Rang bei der WM 2013 hatten diese überhaupt erst dafür gesorgt, dass zwei deutsche Paare nach Sotschi fahren dürfen.
Dabeisein ist alles
Ein konkretes Ziel für Olympia haben sich Kolbe und Caruso nicht vorgenommen. "Eigentlich ist für uns Dabeisein alles, und dann geben wir alles und freuen uns, wenn es ein guter Platz wird", erklärt Tanja Kolbe. Und ihr Partner fügt hinzu: "Wir werden die ganze Zeit in Sotschi genießen." Vor wenigen Monaten erhielt der Römer die deutsche Staatsbürgerschaft - damit wurde für die beiden das letzte Hindernis auf dem Weg nach Olympia ausgeräumt.
Platz 19 am Sonntag im Kurzprogramm
Am Sonntag genossen die beiden ihren ersten olympischen Auftritt und kamen mit 54,43 Punkten auf Rang 19. "Es ist etwas Besonderes bei Olympia zu sein, aber wenn die Musik angeht, blendest du das aus", sagte Caruso. Bei einer schnellen Umdrehung zum Song "New York, New York" kam er ganz leicht aus dem Gleichgewicht. "Unser Einstand hat Spaß gemacht, wir sind sehr glücklich", so Kolbe. "Die Zielstellung war das Finale der besten 20 Paare, das haben sie erreicht", sagte Bundestrainer Skotnicky.
Im nächsten Jahr wollen sie vor allem an Tempo zulegen. "Die Top-Paare gehen in die Elemente, als gäbe es kein Morgen", sagte Caruso, "wir brauchen Schnelligkeit". Nun steht am Montag erst einmal das Finale an.
Mit Informationen von Ina Czycykowski
Aller guten Dinge sind Dreizehn
Zwölf Sportler aus der Region wurden für Sotschi nominiert - und eine Athletin rückte zwei Tage vor den Spielen noch nach. Zahlenmäßig am stärksten vertreten sind die Eisschnellläufer um Claudia Pechstein. Aber auch das Berliner Eistanz-Paar Tanja Kolbe und Stefano Caruso, die Bobfahrer aus Potsdam sowie die drei Eishockey-Spielerinnen und der Eiskunstläufer Peter Liebers fahren mit großen Hoffnungen ans Schwarze Meer.
Wer hier so schnell ins Tal rast, ist der Bobfahrer Kevin Kuske. Der Anschieber aus Potsdam hat bei Olympia schon viermal Gold gewonnen - jeweils hinter seinem damaligen Piloten André Lange aus Oberhof.
Wie Messungen ergeben haben, ist Kevin Kuske auf den ersten 30 Metern schneller als 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt. In Sotschi soll nun Thomas Florschütz aus Riesa von den Qualitäten des Potsdamers profitieren.
Auch Christian Poser vom SC Potsdam, hier mit seinem Vereinskameraden Manuel Machata, gilt als möglicher Medaillen-Anwärter für Sotschi.
In Sotschi wird der 27-jährige Christian Poser zusammen mit dem anderen Potsdamer, Kevin Kuske, im Vierer-Bob von Thomas Florschütz fahren. Im Weltcup kamen zuletzt meist dritte Plätze heraus.
Dritter im Bunde der Potsdamer Bob-Piloten ist Jan-Martin Speer. Auch er ist als bärenstarker Anschieber bekannt, doch den Sprung ins offizielle Olympia-Team schaffte er nicht - sein langjähriger Partner Manuel Machata verpasste die Qualifikation. Nun steht Speer als Ersatzmann bereit.
Monique Angermüller vom Eissportverein Berlin '08 zählt schon seit vielen Jahren zu den festen Größen im Eisschnelllauf. Der ganz große Erfolg blieb ihr bisher aber versagt.
Bei den Olympischen Spielen in Vancouver belegte sie vor vier Jahren über 500 Meter den 11. Platz. Gerade 30 Jahre alt geworden, wird Monique Angermüller in Sotschi über 1.000 und 1.500 Meter an den Start gehen.
Dass Bente Kraus in Sotschi starten würde, war lange nicht sicher. Im vergangenen Sommer verlor die Berlinerin ihren Vater. Er hatte sie seit dem sechsten Lebensjahr trainiert. Doch die 24-Jährige überwand die Verzweiflung und will in Sotschi nun für sich und ihren Vater laufen.
Bei der Olympia-Generalprobe, der WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, erzielte Bente Kraus mit dem 7. Platz über 5.000 Meter und dem 8. Rang über 3.000 Meter ihre bislang besten Resultate. Kein Wunder also, dass die Berlinerin Ende Januar sehr optimistisch in Sotschi eintraf.
Bei Claudia Pechstein bedarf es eigentlich keiner weiteren Erläuterung: Die fünfmalige Olympiasiegerin wird in Sotschi ihre sechsten Olympischen Spiele erleben - im Alter von knapp 42 Jahren.
Ob die Berlinerin in Sotschi ihre zehnte olympische Medaille gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Mit den 1.500, 3.000 und 5.000 Metern hat sie sich gleich drei Strecken vorgenommen - doch der seit vier Jahren andauernde Streit um ein angebliches Dopingvergehen dürfte nicht spurlos an Claudia Pechstein vorüber gegangen sein.
Auch Jenny Wolf ist in Sotschi eine Medaille zuzutrauen. In Vancouver holte die Sprint-Spezialistin aus Berlin über die 500 Meter die Silbermedaille hinter ihrer Dauerkonkurrentin Lee Sang-Hwa aus Südkorea.
Auch in Sotschi dürfte die Südkoreanerin die eigentliche Favoritin sein - doch vielleicht gelingt der fünfmaligen Weltmeisterin Jenny Wolf bei ihren vierten Olympischen Spielen noch einmal eine Überraschung.
Seit seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 hat Samuel Schwarz einen deutlichen Leistungsanstieg zu verzeichnen gehabt. War der Berliner in Vancouver über 500 Meter noch 23ster geworden, gelangen ihm im Dezember 2010 und im Dezember 2012 seine ersten beiden Weltcup-Siege über 1.000 Meter.
Bei der Olympia-Generalprobe, der Einzelstrecken-WM in Sotschi vor knapp einem Jahr, wurde der deutsche Rekordhalter über die 1.000 Meter Sechster, sein bislang größter Erfolg bei einer WM. In Sotschi will Samuel Schwarz über 500 und 1.000 Meter noch einmal angreifen.
Auch die beiden Berliner Eishockeyfrauen vom Olympischen Sportclub reisen mit großen Erwartungen nach Sotschi. Susann Götz wird das Team als Kapitänin leiten.
Dass die deutsche Mannschaft Medaillenchancen hat, glaubt die aus Bad Muskau stammende Eishockey-Frau allerdings nicht - dazu seien die anderen Nationen einfach zu stark, allen voran die USA und Kanada, sagt die 31-jährige Susann Götz.
Ähnlich sieht es Nina Kamenik. Für die Stürmerin (hier links), die ebenfalls für die Eisladies vom OSC spielt, geht mit Olympia ein großer Traum in Erfüllung. Ihren ersten Auftritt haben Götz, Kamenik und Co. am 9. Februar, wenn es gegen Gastgeber Russland geht.
Dass Eishockey-Frauen groß und kräftig sein müssen, verweist Nina Kamenik ins Land der Legenden. Frauen-Eishockey sei nicht so körperbetont, dafür aber technisch versiert, sagt die 160-fache Nationalspielerin.
Sie machte aus dem glatten Dutzend die glückliche Dreizehn: Eishockeyspierlin Lisa Schuster wurde zwei Tage vor dem offiziellen Beginn der Olympischen Winterspiele noch nachnominiert. Die 26 Jahre alte gebürtige Münchnerin spielt seit 2012 für die OSC Eisladys Berlin.
Spätestens seit 2008 bestimmt Peter Liebers vom SC Berlin das nationale Eislauf-Geschehen. Viermal ist er seitdem Deutscher Meister geworden, zuletzt dreimal in Folge.
Bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr kam Peter Liebers auf den elften Platz. Bei der Europameisterschaft Anfang des Jahres in Budapest feierte er mit Platz sechs seinen bisher größten Erfolg. Für Sotschi ist eine Top-10-Platzierung das erklärte Ziel.
Auch für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.
Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Zagreb ist das Eistanz-Paar vom TSC Berlin auf den achten Platz gelaufen. Mit der Olympia-Teilnahme in Sotschi geht für Kolbe & Caruso ein Traum in Erfüllung. Weitere Bildergalerien
Zunächst wurden nur zwei Berliner Eishockey-Spielerinnen für Sotschi nominiert, durch einen verletzungsbedingten Ausfall rutschte noch eine dritte ins Team: Susann Götz, Lisa Schuster und Nina Kamenik vom OSC Berlin werden bei den Winterspielen für Deutschland auf Torejagd gehen.
Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme 2010 in Vancouver kam Samuel Schwarz vom SC Berlin auf den 16. Platz. Seitdem hat er zwei Weltcup-Siege errungen und damit die lange Durststrecke der deutschen Eisschnelllauf-Herren beendet. Auch in Sotschi ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen.
Erst mit Mitte 20 sprintete sie in die Weltspitze der Eisschnellläuferinnen, doch während sie den Weltcup immer wieder dominierte, versagten bei den Olympischen Spielen die Nerven. Nach Platz zwei in Vancouver will es Jenny Wolf jetzt noch einmal wissen. Mit 35 Jahren zählt die Berlinerin in Sotschi zu den ältesten Athleten im deutschen Team.
Vor 50 Jahren wurde das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin gegründet. Von dort stammt unter anderem ein Schlitten, der 1992 für die DDR in Sapporo zum Erfolg fuhr. Heute werden in Oberschöneweide unter anderem Bobs für das deutsche Olympiateam entwickelt - unter großer Geheimhaltung.
Keine Medaillen für die deutschen Vierer in Sotschi - und ein handfester Skandal um Bob-Pilot Manuel Machata aus Potsdam. Machata, der in Sotschi nicht dabei war, hatte seine Kufen, eine Eigenanfertigung, an den späteren Olympiasieger Alexander Subkow weitergegeben. Die deutschen Bobs fuhren ...