Tanja Kolbe und Stefano Caruso (Quelle: dpa)

Eistanz-Paar aus Berlin - Deutsch-italienische Leidenschaft

Für die beiden Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Sonntag konnten sie sich für das Finale qualifizieren, das heute Abend stattfindet. Chancen auf eine Medaille haben sie allerdings nicht.

Das Eistanzpaar Tanja Kolbe und Stefano Caruso vom Berliner TSC will in Sotschi mit "deutsch-italienischer Leidenschaft" überzeugen. Dass die beiden überhaupt ein Pärchen wurden, haben sie dem Internet zu verdanken. Im Jahr 2010 fanden die Berlinerin und der Römer über eine Plattform für partnerlose Eistänzer zusammen.

Erfolgreiche Online-Suche

Caruso hatte nach der Trennung von seiner früheren Partnerin Isabelle Pajardi seine Karriere schon beenden wollen, war dann aber auf die Anzeige von Kolbe gestoßen. Diese hatte nach dem überraschenden Karriereende ihres langjährigen Partners Sascha Rabe nach einem neuen Eistänzer gesucht.

Bereits das Debüt der beiden Wahlverwandten bei den Europameisterschaften 2012 ließ auf größere Erfolge hoffen: Auf Anhieb erreichten Kolbe & Caruso mir ihrem eleganten Stil den zwölften Platz. Kurz darauf trennte sich das Eistanzpaar aber für einige Monate, weil es sich nicht über den Trainingsort einig werden konnte. Nun pendeln die beiden zwischen Berlin, Oberstdorf und Mailand, wo sie von der früheren Eistanz-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli trainiert werden. Ihren bisher größten Erfolg feierten sie 2013 bei der EM in Zagreb, wo sie den achten Platz belegten.

Generalprobe in Budapest ging daneben

Bei der EM in diesem Januar in Budapest haderten die deutschen Eistanz-Vizemeister jedoch mit der Jury. Am Ende sprang nur Platz elf heraus, drei Ränge schlechter als im Vorjahr. Kurz vor Olympia wurde die erhoffte Top-10-Platzierung somit verpasst:

"Wir wollten eigentlich ziemlich schnell nach oben, aber das ist halt Eistanz", hakte Kolbe die Enttäuschung schnell ab.

Mit ihren 23 beziehungsweise 26 Jahren sind Kolbe und Caruso noch ein sehr junges Paar, dem Experten eine große Zukunft bescheinigen. Und auch für die Zeit nach Sotschi gibt es bereits Pläne: Caruso, der derzeit noch in Bergamo Sprachen und Kommunikation studiert, wird in die Bundeswehr-Sportfördergruppe in Berlin aufgenommen, so dass dann noch intensiver trainiert werden kann. Noch allerdings stehen die Berliner im Schatten der Oberstdorfer Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi. Mit ihrem zehnten Rang bei der WM 2013 hatten diese überhaupt erst dafür gesorgt, dass zwei deutsche Paare nach Sotschi fahren dürfen.

Dabeisein ist alles

Ein konkretes Ziel für Olympia haben sich Kolbe und Caruso nicht vorgenommen. "Eigentlich ist für uns Dabeisein alles, und dann geben wir alles und freuen uns, wenn es ein guter Platz wird", erklärt Tanja Kolbe. Und ihr Partner fügt hinzu: "Wir werden die ganze Zeit in Sotschi genießen." Vor wenigen Monaten erhielt der Römer die deutsche Staatsbürgerschaft - damit wurde für die beiden das letzte Hindernis auf dem Weg nach Olympia ausgeräumt.

Platz 19 am Sonntag im Kurzprogramm

Am Sonntag genossen die beiden ihren ersten olympischen Auftritt und kamen mit 54,43 Punkten auf Rang 19. "Es ist etwas Besonderes bei Olympia zu sein, aber wenn die Musik angeht, blendest du das aus", sagte Caruso. Bei einer schnellen Umdrehung zum Song "New York, New York" kam er ganz leicht aus dem Gleichgewicht. "Unser Einstand hat Spaß gemacht, wir sind sehr glücklich", so Kolbe. "Die Zielstellung war das Finale der besten 20 Paare, das haben sie erreicht", sagte Bundestrainer Skotnicky.

Im nächsten Jahr wollen sie vor allem an Tempo zulegen. "Die Top-Paare gehen in die Elemente, als gäbe es kein Morgen", sagte Caruso, "wir brauchen Schnelligkeit". Nun steht am Montag erst einmal das Finale an.

Mit Informationen von Ina Czycykowski

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