
Eistanz-Paar aus Berlin - Kolbe & Caruso auf Platz 19
Es waren ihre ersten Olympischen Spiele, und sie waren mit großen Hoffnungen nach Sotschi gereist. Am Ende aber mussten Tanja Kolbe und Stefano Caruso aus Berlin einsehen, dass sich ein Start bei Olympia mit anderen Wettkämpfen nicht vergleichen lässt. Trotzdem hatte das deutsch-italienische Paar "eine gute Zeit" in Sotschi.
Die Eistanz-Olympiasieger kommen erstmals aus den USA: Mit einer außergewöhnlichen Kür zu "Scheherazade" unterstrichen Meryl Davis und Charlie White auch in Sotschi ihre Ausnahmestellung. Die Weltmeister gewannen am Montag vor den Olympiasiegern von 2010,
Tessa Virtue und Scott Moir aus Kanada. Bronze ging im "Eisberg" an die Russen Jelena Ilinych/Nikita Kazalapow.
Im Training sah es noch "ganz gut" aus
Beste Deutsche waren die Oberstdorfer Nelli Zhiganshina und Alex Gazsi auf dem elften Platz - und waren darüber ebenso enttäuscht wie die Berliner Tanja Kolbe und Stefano Caruso, die nur auf Platz 19 landeten. Bei einer schwierigen Kombinationshebung kam das attraktive Paar ins Straucheln und verlor später noch einmal den Rhythmus. So kamen die deutschen Vizemeister nicht über Rang 19 und 130,56 Zähler hinaus. "Im Training sieht das bei uns ganz gut aus, aber solch ein Wettkampf ist etwas Anderes", sagte die 23-jährige Kolbe.
Zudem war Startnummer eins recht unglücklich. "Olympia war sehr eindrucksvoll, die ersten zwei Tage waren wir aufgeregt", meinte der Mailänder Caruso, der auch einen deutschen Pass besitzt. Im Training wollen sie vor den Weltmeisterschaften im März in Tokio noch an der Präsentation und den Schrittfolgen feilen. "Es war nicht ganz einfach, aber wir hatten eine gute Zeit in Sotschi", sagte Caruso. Weil beide erst spät anreisten, wollen sie unbedingt die Abschlussfeier erleben.
Davis/White gewannen als drittes nicht-russisches Tanzpaar nach ihren Trainingskollegen Virtue/Moir in Vancouver und den Briten Jayne Torvill/Christopher Dean vor 30 Jahren in Sarajevo. Seit der Premiere des Eistanzens im olympischen Programm 1976 holten die UdSSR und Russland insgesamt sieben der zehn Goldmedaillen. Die russische Trainerin Marina Sujewa bereut die beiden derzeitigen nordamerikanischen Ausnahmepaare in Detroit und jubelte wie schon vor vier Jahren in Kanada erneut über Gold.


