
Olympische Winterspiele eröffnet - Sotschi-Feier von Protesten begleitet
Im südrussischen Sotschi sind die Olympischen Winterspiele mit einer grell-bunten Feier eröffnet worden. Zeitgleich protestierten in Berlin mehrere hundert Menschen gegen die schwulenfeindliche Politik der russischen Regierung. Für Aufregung sorgte eine fehlgeschlagene Flugzeug-Entführung nach Sotschi.
Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind eröffnet. Eishockey-Legende Wladislaw Tretjak und die ehemalige Eiskunstläuferin Irina Rodnina entzündeten um 22.53 Uhr Ortszeit das olympische Feuer in der südrussischen Küstenstadt.
Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin den offiziellen Startschuss gegeben: "Ich erkläre die XXII. Olympischen Winterspiele von Sotschi für eröffnet", der traditionellen olympischen Formel entsprechend. Die zweieinhalbstündige Eröffnungsshow stand unter dem Motto "Dreams of Russia" und bot viel Traditionelles, aber auch grell-bunte und futuristische Bilder. Opernstar Anna Netrebko sang die Olympische Hymne.
Die Deutsche Mannschaft marschierte mit Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch in die Arena ein. Deutschland ist mit 153 Athleten in Sotschi vertreten, darunter sind 13 Sportlerinnen und Sportler aus Berlin und Brandenburg. Insgesamt nehmen rund 2.900 Wintersportler an den Spielen in Sotschi teil.
Für Aufregung sorgten Berichte, wonach während der Feier offenbar ein türkisches Flugzeug von der Ukraine aus nach Sotschi entführt werden sollte. Ein türkischer Kampfjet zwang die Maschine zur Landung in Istanbul.

Proteste am Potsdamer Platz
Zeitgleich zur Eröffnungsfeier versammelten sich mehrere hundert Menschen am Potsdamer Platz in Berlin, um mit einer Mahnwache gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland zu demonstrieren. Der Berliner Lesben- und Schwulenverband teilte mit, dass die Mahnwache für die Dauer der Olympischen Spiele in Sotschi bis zum 23. Februar fortgeführt werde.
Die Grünen-Politikerin Renate Künast sagte: "Wir stehen hier, um Wladimir Putin zu sagen: Wir akzeptieren nicht, dass ein Land in Europa die Menschenrechte derart mit den Füßen tritt. Es ist ein Skandal, dass sich das IOC keine Gedanken macht, wo die Spiele stattfinden."
Zuvor hatten bereits mehreren hundert Demonstranten am Brandenburger Tor gegen die schwulenfeindliche Politik Moskaus protestiert. Vor der nahegelegenen Botschaft der russischen Federation hielten sie eine Schweigeminute ab.
Die Eröffnungsfeier
Unter den 153 deutschen Sportlern, die in Sotschi an den Start gehen werden, befinden sich neben Claudia Pechstein noch zwölf weitere Sportlerinnen und Sportler aus Berlin und Brandenburg. Neben den weiteren Eisschnellläufern Jenny Wolf, Monique Angermüller, Bente Kraus und Samuel Schwarz werden in Sotschi der Deutsche Eiskunstlauf-Meister Peter Liebers, das Eistanz-Paar Tanja Kolbe und Stefano Caruso sowie die drei Eishockey-Spielerinnen Susann Götz, Nina Kamenik und Lisa Schuster vertreten sein - allesamt aus Berlin.
Auch die beiden Bob-Anschieber Kevin Kuske und Christian Poser vom SC Potsdam können in Sotschi auf Medaillen hoffen. Vierzehnter im Bunde ist Jan-Martin Speer, der wie seine Bob-Kollegen Kuske und Poser dem SC Potsdam angehört. Speer hält sich für den Fall bereit, dass sich einer der beiden anderen Anschieber verletzt - aufgrund des olympischen Reglements wird er aber nicht im Olympischen Dorf wohnen.


