Monique Angermüller (l.) und Claudia Pechstein (Quelle: imago/dpa)

Oranje-Spiele gehen weiter - Angermüller und Pechstein enttäuschen über 1.500 m

Die eine wollte nicht so richtig, die andere konnte offenbar nicht: Claudia Pechstein und Monique Angermüller sind bei den Spielen in Sotschi über die 1.500-Meter-Distanz nur auf die hinteren Ränge gelaufen. Während für Pechstein der große Traum erst am Mittwoch in Erfüllung gehen soll, endet Olympia für Angermüller mit einer weiteren Enttäuschung.

Die Berliner Eisschnellläuferinnen Claudia Pechstein und Monique Angermüller haben bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi über die 1.500 Meter enttäuscht. Pechstein lief am Sonntag auf Platz 19, Angermüller wurde am Ende 24. Gabriele Hirschbichler aus Inzell kam in 2:01,18 Minuten nicht über den 30. Platz hinaus.

Pechstein hatte das Rennen über die ungeliebte Distanz schon vorher als Warm-up für das große Finale über die 5.000 Meter deklariert. Hier will sie am Mittwoch ihr zehntes Edelmetall gewinnen und Revanche für ihre umstrittene Dopingsperre nehmen - und lief daher auch nur mit angezogener Handbremse.

Oranje-Festspiele gehen weiter

Olympiasiegerin wurde überraschend Multitalent Jorien ter Mors, die 3.000-Meter-Siegerin und Topfavoritin Ireen Wüst auf den zweiten Platz verwies. Die 24-Jährige ter Mors, Fahnenträgerin der Niederlande bei der Eröffnungsfeier, ist eigentlich Shorttrackerin und hatte in Sotschi bereits zwei Rennen auf der 111-Meter-Bahn absolviert, ehe sie die versammelte Weltelite auf dem 400-Meter-Oval düpierte. "Fantastisch. Ich bin sprachlos. Es ist verrückt, dass ich auf dieser Bahn Olympiasiegerin geworden bin", sagte ter Mors.

Lotte van Beek auf dem Bronzerang sorgte für die Fortsetzung der Oranje-Festspiele in der Adler Arena und machte den dritten Dreifach-Sieg der Niederlande in Sotschi perfekt.

Pechstein lief eine Woche nach ihrem vierten Rang über 3.000 Meter die halbe Distanz in mäßigen 1:59,47 Minuten und kam noch als Beste des schwachen deutschen Trios ins Ziel. Ihre Berliner Teamkollegin Angermüller absolvierte ein enttäuschendes Rennen und erreichte in 2:00,32 Minuten den 24. Rang. Eine Enttäuschung musste sie schon über die 1.000 Meter - ihre Paradestrecke - hinnehmen, als sie nach einem Sturz ausschied.

Klage über viele Dopingproben

Die fünffache Olympiasiegerin Pechstein hatte im letzten Duell des Tages gegen van Beek nicht den Hauch einer Chance. Aber ihr großer Tag soll der Mittwoch werden, dann will sie den erhofften Triumph in ihrem jahrelangen Kampf um Rehabilitation feiern.

Die auf Indizien beruhende Dopingsperre, die Pechsteins Leben 2009 über den Haufen warf, soll mit der zehnten Olympia-Medaille und einigen Rekorden aus sportlicher Sicht entschädigt werden. "Jede Medaille für mich ist ein Tritt in den Hintern der ISU", hatte Pechstein vor den Spielen in Richtung Eislauf-Weltverband gesagt, der sie einst gesperrt hatte.

Unter der Woche beklagte sich Pechstein, so viel wie keine andere Athletin getestet zu werden. Allein in Sotschi habe sie bereits neun Dopingproben abgeben müssen.

Monique Angermüller bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften in Berlin (Foto: dpa)

Monique Angermüller - Träume von einer Olympia-Medaille

Wie viele Eisschnellläuferinnen ihrer Generation stand sie immer ein wenig im Schatten von Claudia Pechstein. Trotzdem hat Monique Angermüller die Hoffnung auf eine Medaille bei Olympischen Spielen noch nicht aufgegeben. In Sotschi ist sie über 1.000 Meter gestürzt, am Sonntag lief sie wieder hinterher.

Monique Angermüller, Eisschnellläuferin aus Berlin, stürzte über 1.000 Meter. (Bild: dpa)

Enttäuschung in Sotschi - Monique Angermüller über 1.000 Meter gestürzt

Sie war gut unterwegs, aber dann kam Monique Angermüller aus Berlin ins Straucheln, verlor die Kontrolle und rutschte in die Bande. Zum ersten Mal in der olympischen Geschichte ging die Goldmedaille mit Hong Zhang an eine chinesische Eisschnellläuferin. Jenny Wolf aus Berlin belegte in ihrem letzten Olympia-Rennen über die ungeliebten 1.000 Meter den 25. Platz.