
Reisetagebuch Etappe 5, Teil 2 - Yangon - Bangkok (07.-17.12.12)
Vom idyllischen Land der friedlichen Burmesen und bäuerlichen Dörfer ins Land des Lächelns, in die kontrastreiche und kulturelle Glitzermetropole Thailands.
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Donnerstag und Freitag, den 13.12.2012 und 14.12.2012 - Etwa sechs Stunden Fahrt sollen vor uns liegen. Mit den Kilometerangaben ist das hier so eine Sache, auf jeden Fall soll die Gebirgsstraße schwierig sein und keiner weiß vorher, wieviele Fahrzeuge sich in Bewegung gesetzt haben.
Wir brechen um fünf Uhr früh auf und erleben wenig später einen atemberaubenden Sonnenaufgang zwischen zwei Felsen, ringsherum ist es dunstig. Eine eigenartige Atmosphäre.
Wir brechen um fünf Uhr früh auf und erleben wenig später einen atemberaubenden Sonnenaufgang zwischen zwei Felsen, ringsherum ist es dunstig. Eine eigenartige Atmosphäre.

Nach drei Stunden Fahrt kommen wir in einen Stau, obwohl die Straße sowieso nur in eine
Richtung befahrbar ist. Trucks, bis oben hin voll beladen, Pickups voller Menschen, Pkw, alles will nachThailand. Da wir nur stopp&go fahren können, sind unsere Kupplungen irgendwann heiß gelaufen, es riecht verbrannt- in beiden Autos. Glücklicherweise halten wir gerade in einem Dorf.
Richtung befahrbar ist. Trucks, bis oben hin voll beladen, Pickups voller Menschen, Pkw, alles will nachThailand. Da wir nur stopp&go fahren können, sind unsere Kupplungen irgendwann heiß gelaufen, es riecht verbrannt- in beiden Autos. Glücklicherweise halten wir gerade in einem Dorf.

Die Einheimischen helfen uns mit einem Wasserschlauch. Gregor spritzt die Motoren ab. Wir warten vier Stunden, bis sich alles abgekühlt und der Stau sich aufgelöst hat. Die Kupplungen funktionieren noch. Wir bewegen uns langsam auf der stockdunklen Gebirgsstraße und sind froh, als wir abends gegen 21 Uhr in Myawadi ankommen. Von hier sind es noch drei Minuten ins Nachbarland, aber der Grenzpunkt hat schon um 18.00 Uhr geschlossen. Zeit, an diesem Abend mit unserer burmesischen Crew ein Abschiedsbier zu trinken

Es fällt uns schwer, dieses so gastfreundliche Land zu verlassen. Mit Shin Daewe, unserer fröhlichen und temperamentvollen Begleiterin, ihrem Mann Ko U, Officer Han Lin Aung und ihrem Fahrer Aung Lwin Oo haben wir Myanmar entdeckt und viele Geschichten erlebt. Am nächsten Morgen klappt der Grenzübergang reibungslos, fast sind wir traurig darüber.
Auf der anderen Seite erwartet uns mit Pattama Chutimant eine charmante Producerin, die sich schon langsam Sorgen um uns gemacht hatte. Mit ihr sind wir in Mae Sot, dem Grenzort auf thailändischer Seite bei einer Ärztin verabredet. Dr, Cynthia Maung war 1988 aus Burma vor der Militärdiktatur geflüchtet. Eine Woche kämpfte sie sich mit einer Gruppe Studenten durch den Wald und kam dann in Mae Sot an.
Auf der anderen Seite erwartet uns mit Pattama Chutimant eine charmante Producerin, die sich schon langsam Sorgen um uns gemacht hatte. Mit ihr sind wir in Mae Sot, dem Grenzort auf thailändischer Seite bei einer Ärztin verabredet. Dr, Cynthia Maung war 1988 aus Burma vor der Militärdiktatur geflüchtet. Eine Woche kämpfte sie sich mit einer Gruppe Studenten durch den Wald und kam dann in Mae Sot an.

Um den Flüchlingen zu helfen, begann sie mit der kostenlosen medizinischen Behandlung in einem kleinen Stützpunkt. Sie war damals 19 Jahre alt. Inzwischen hat die im ganzen Land bekannte Ärztin die Mae Tao Klinik aufgebaut, in der man sich immer noch um Flüchtlinge kümmert - auch um jene Menschen, die schon länger in Thailand leben und keine Krankenversicherung haben. In mehreren hellen, flachen Bauten befinden sich die verschiedenen Stationen. Nur der Augenarzt praktiziert draußen. Sehschärfenbestimmung unter einem Zeltdach, ansonsten ist es wie bei uns Zuhause...

In der Mutter-Kind-Abteilung sind etwa 30 Frauen in einem einzigen Raum untergebracht. Im hinteren Abteil des Raumes zeigt uns eine Mutter stolz ihre zwei Tage alten Zwillinge. Daneben liegt ein junges Mädchen in den Wehen. Trotz dieser - für uns - nicht sehr komfortablen Bedingungen, spürt man, wie dankbar die Patienten sind. Dr. Cynthia Maung erzählt uns, dass in der Klinik verstärkt HIV-Patienten behandelt werden, Malaria ist ein großes Problem. Sie ist froh über den Beginn der demokratischen Entwicklung in Myanmar, wenngleich die neuen Verhältnisse nicht stabil sind, solange das Militär an der Macht ist.

Das Hospital an der Grenze ist auch heute Zufluchtspunkt für viele. Der größte Traum der Ärztin wäre, dass es eines Tages ein ganz normales Krankenhaus ist.

Samstag und Sonntag, den 15.12.2012 und 16.12.2012 - Von Mae Sot sind wir etwa 500 Kilometer nach Ayutthaya, in die alte Königsstadt gefahren. Sie war von 1350 bis 1767 die Hauptstadt des Königreichs Siam. Die prachtvollen Tempel und Paläste müssen beeindruckend gewesen sein. Etwas davon spüren wir, als wir an den Backsteinruinen vorbeifahren. Doch bevor wir Zeit haben, die Stadt zu erkunden, sollen Uli, Gregor, Thomas und Ingo zur medizinischen Kontrolle Ausländer, die länger als 14 Tage im Land sind, müssen sich der Prozedur unterziehen.

Das Krankenhaus ist hypermodern, der Andrang groß. Und es ist kurios, all die Untersuchungen, die wir in Mae Sot gedreht haben, erlebt die Crew jetzt am eigenen Leib: Sehtest, Blutdruck messen, Blut abnehmen...

Kurz nach Sonnenaufgang erleben wir dann ein kurioses Schauspiel: Farbenprächtig geschmückte Elefanten kommen bedächtig von großen Lastkraftwagen herab und schaukeln Touristen durch die Ruinen. Die Elefanten haben hier Tradition. Ayutthaya hatte 33 Könige und war an über 70 Kriegen beteiligt. Die Dickhäuter kämpften in diesen Kriegen, sie transportierten die Herrscher und wurden zum Bau wichtiger Anlagen eingesetzt. Heute ist ihre Zahl drastisch zurückgegangen. In Thailand leben nur noch 4000 wilde und zahme Elefanten. Die Elefanten, die wir sehen, gehören zur Farm von Laithogrien Meepan.
Nachdem er 1996 seiner Tochter einen Elefanten geschenkt hatte, gründete er die Farm, in der man sich um kranke und misshandelte Tiere kümmert und auch erfolgreich Elefanten aufzieht. Als wir die Anlage besuchen, baden gerade zwei Elefanten im Fluß. Der kleinere der beiden prustet kräftig Wasser. Thomas geht mit der Kamera in den Fluss und ist fasziniert. So nah war er diesen schönen Tieren noch nie. Laithogrien Meepan erzählt uns, dass 180 Elefanten auf der Farm leben, unter ihnen auch gefährliche Tiere, die niemand mehr haben will. Um das alles finanzieren zu können, sind er und sein Sohn Patrick auch an der Organisation des World Heritage Festivals beteiligt.
Nachdem er 1996 seiner Tochter einen Elefanten geschenkt hatte, gründete er die Farm, in der man sich um kranke und misshandelte Tiere kümmert und auch erfolgreich Elefanten aufzieht. Als wir die Anlage besuchen, baden gerade zwei Elefanten im Fluß. Der kleinere der beiden prustet kräftig Wasser. Thomas geht mit der Kamera in den Fluss und ist fasziniert. So nah war er diesen schönen Tieren noch nie. Laithogrien Meepan erzählt uns, dass 180 Elefanten auf der Farm leben, unter ihnen auch gefährliche Tiere, die niemand mehr haben will. Um das alles finanzieren zu können, sind er und sein Sohn Patrick auch an der Organisation des World Heritage Festivals beteiligt.

Das ist eine Lichtshow, in der die Geschichte von Ayutthaya erzählt wird. Patrick spielt dort mit seinem Elefanten die Hauptrolle. Beide sind 27 Jahre alt, sie sind zusammen aufgewachsen. Gegen 19.00 Uhr sind die Ruinen in farbiges Licht getaucht. Die Story beschäftigt sich mit dem letzten Kampf des Königreiches Siam 1767. Damals fiel die burmesische Armee in die Stadt ein und plünderte die Paläste. Der Name des Nachbarlandes fällt nicht in der Show, es heißt dann schlicht "der Feind". Schließlich, so sagt Patrick, seien Myanmar und Thailand ja dabei, Freundschaft zu schließen.
Mit einem Feuerwerk und der Parade von Mensch und Tier endet die Show, fast. Denn der kleinste der Elefanten begreift die Regie nicht und galoppiert ungestüm zum Bühnenausgang.
Manuele Jödicke und Eva Kemme
Das Tagebuch wird weitergeführt am 3. Januar 2013 - auch das Team gönnt sich eine kleine Verschnaufspause !
Mit einem Feuerwerk und der Parade von Mensch und Tier endet die Show, fast. Denn der kleinste der Elefanten begreift die Regie nicht und galoppiert ungestüm zum Bühnenausgang.
Manuele Jödicke und Eva Kemme
Das Tagebuch wird weitergeführt am 3. Januar 2013 - auch das Team gönnt sich eine kleine Verschnaufspause !


