- Patschnasse Promis, Kübel voller Blut und fliegende Kameras

Bettina Rust über die Dreharbeiten in Berlin.

Wen haben Sie für das neue Fernsehformat getroffen?

Na, das waren ja einige Leute! Mit Barbara Schöneberger und Henry Hübchen ging's los, beide kannte ich bereits. Ich konnte aber auch endlich mal Sascha Lobo kennenlernen oder die Hutmacherin Fiona Bennett. Wir haben eine gemeinsame Freundin und trotzdem kam es erst für diese Sendung dazu. Und wir haben Kreative besucht, von denen man die Namen noch nicht so kennt.

Was gehörte für Sie zu den Highlights?


Henry Hübchen - der zieht seine Humor-Ebenen einfach immer nach Belieben hoch, runter, neu, doppelbödig, er gibt sich sperrig und hat dabei ein Herz aus Butter. Das Charisma von Fiona Bennett beeindruckte mich und ich bewundere sie für ihr kreatives Talent. Ich möchte Barbara Schöneberger danken, die mit ihrer unkomplizierten Art diesen super-verregneten Tag rettete. Was als Bilderbuchdreh in meiner Vorstellung geplant war (schickes Westend, Schmetterlinge, Wochenmarkt, Sommer, Blumen), drohte ein bisschen 'Lars von Trier' zu werden (grau, kalt, urgh). Barbara behielt stoisch ihre gute Laune. Aber auch die nicht so prominenten Gesprächspartner haben höchst interessant und lustig erzählt.

Der sympathische Timor Kardum kommt aus einer Kreuzberger Hausbesetzerfamilie und hat eine Hippie-Kindheit erlebt. Gleich nach dem Abi hat er zielstrebig seine eigene Firma für Webdesign und Special effects aufgebaut. Die fliegenden Kameras, die in einem Hinterhof am Erkelenzdamm erprobt wurden, fabrizieren einzigartige Bilder. Sie werden u. a. für den aktuellen Film von George Clooney eingesetzt.

Wurden Sie von Ihren Gesprächspartnern in neue Kieze gelockt?

Ja, zum Beispiel ins Viertel am Majakowski-Ring. Diesen Teil von Pankow kannte ich bisher nicht. Neu waren mir auch die Ecken am Neuköllner Karl-Marx- und Richardplatz.

Gab es schockierende Momente?

Wurst ist eigentlich nicht mein Fall. Insofern hatte ich stille Bedenken vor dem Besuch in der "Blutwurstmanufaktur" von Marcus Benser. Das ist ein super Typ, ein verhältnismäßig junger Mann, der für seine Super-Blutwurst von den Franzosen schon mehrfach zum "Ritter der Blutwurst" geschlagen wurde. Er steht in einer Reihe mit Paul Bocuse, das muss man erst mal schaffen! Der Rixdorfer Blutwurstritter vertraute mir an, privat kein Blut sehen zu können - das Leben kennt sich eben aus mit Pointen. Auf jeden Fall war Bensers Begeisterung ansteckend. Zum Probieren habe ich mich nicht durchgerungen. Aber zu meiner eigenen Überraschung stand ich da neben ihm und rührte in einer Riesenkessel Schweineblut. Als der intensive Geruch von großen Mengen gekochtem Speck hinzukam, drohte die Situation allerdings kurz mal zu kippen …

Für Hündin Elli wäre dieser Besuch sicher die Sternstunde beim Dreh gewesen, oder?

Auf jeden Fall! Leider musste sie brav draußen vor dem Neuköllner Laden warten.