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- nano spezial: Landwirtschaft und Artenschutz?

Wie die EU-Agrarreform in Deutschland umgesetzt wird

Themen: * Artenschwund * Greening * Energie vom Feld - Aus Mais wird Bio-Strom * Gesprächsgast: Prof. Heissenhuber, TU München-Weihenstephan Moderation: Ingolf Baur
* Artenschwund
Bayerische Jäger und Biologen der Uni Kiel wollen das zunehmende Hasensterben in Deutschland ergründen. Dafür haben sie Tiere mit Sendern ausgestattet, die in einem dreijährigen Forschungsprojekt Rückschlüsse auf das Verhalten der Tiere ermöglichen sollen.

Greening*
Landwirtschaftliche Betriebe müssen ab dem Jahr 2015 grundsätzlich zunächst fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Diese Flächen müssen im Umweltinteresse genutzt werden. Allerdings bleibt viel Spielraum, wie der einzelne Landwirt diese Fläche nutzen darf. Umweltschützer fordern strenge Vorgaben.

* Energie vom Feld - Aus Mais wird Bio-Strom
Mit der Einführung des "Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien" begannen viele Bauern dank finanzieller Förderung mit dem Bau großer Biogasanlagen. Vielerorts entstanden Monokulturen in Reinform, mit negativen Folgen für die Umwelt. Die Politik hat inzwischen reagiert und will den Bau von Biogasanlagen in Zukunft beschränken, anstatt den Boom - wie bisher - mit Subventionen anzuheizen

Die europäische Agrarreform ist grundsätzlich entschieden - jetzt geht es um die nationale Umsetzung in den einzelnen Ländern. Und in Deutschland ist ein Streit um Details, was die ökologischen Auswirkungen der Reform anbetrifft, entbrannt: Der Verlust der heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt schreitet immer schneller voran. Die Bestände einst weit verbreiteter Arten wie Feldlerche, Rebhuhn oder Feldhase brechen regelrecht ein. Allein in den letzten sechs Jahren ist die Hasenpopulation dank der Intensivierung der Landwirtschaft um 80 Prozent zurückgegangen. Das "Greening" soll Abhilfe schaffen. Landwirtschaftliche Betriebe müssen ab dem Januar 2015 fünf Prozent ihrer Flächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen und im Umweltinteresse nutzen. Doch der Deutsche Bauernverband verlangt, dass eine produktive Bewirtschaftung aller Flächen erhalten bleiben muss. Damit wären auch Düngung und Pestizideinsatz möglich. Das wäre der "Supergau" für den Artenschutz, so die Umweltschutz-Verbände, sie fordern eine strenge Auslegung, was auf den "Greening"-Flächen erlaubt sein soll.