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Auslandskorrespondenten berichten
Themen:
* New York: Unschuldig hinter Gittern?
* Südkorea: Mit Drill zum Abi
* Ungarn: Sehnsucht nach dem starken Mann
* Schnappschuss: Warum legen Ägypter ihr Geld beim Friseur an?
* Ruanda: Täter und Opfer Tür an Tür
* Brasilien: Mehr Sicherheit für Fußballtouristen?
Moderation: Andreas Cichowicz
* New York: Unschuldig hinter Gittern?
Shabaka Shakur sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis für einen Doppelmord. Er beteuert, diese Morde nicht begangen zu haben. Der Polizist, der ihn überführt haben will, heißt Louis Scarcella. In den 80er und 90er Jahren war er einer der Beamten mit der höchsten Aufklärungsquote. Damals wurden in New York täglich sechs Menschen ermordet. Scarcella galt als ein Held, wegen seiner Erfolge. Heute steht der Polizist unter Verdacht, Beweise und Aussagen gefälscht zu haben. Seit vergangenem Jahr wurden an die 50 seiner Fälle wieder geöffnet. Immer geht es um Mord und jahrzehntelange Haftstrafen. Sitzen unzählige Männer unschuldig hinter Gittern? Markus Schmidt hat sich auf Spurensuche begeben und fragt, ob es hier wirklich nur um das Versagen eines Einzelnen geht oder nicht doch das gesamte System verantwortlich ist.
* Südkorea: Mit Drill zum Abi
Zum Frühstück gibt es einen ganz besonderen Krafttrunk: Blaubeersaft mit Walnüssen und Ingwer. Der soll Huang Kraft geben, denn der 19-Jährige macht Abitur. In Südkorea hängt von diesem Tag die Zukunft der Jugendlichen und ihrer Familien ab. Dementsprechend hart sind die Vorbereitungen. Huang hat in den letzten Wochen 16 Stunden täglich gelernt. Und auch seine Eltern taten alles, um ihm zu helfen, auch indem sie Tag für Tag in die Kirche gingen und inbrünstig beteten. Nur wer einen guten Abschluss hat, kommt an eine gute Universität, bekommt dann eine gute Arbeit und qualifiziert sich als Ehepartner. Dieser enorme Bildungseifer hat das Land groß gemacht, doch der Preis ist hoch. Südkorea hat eine der höchsten Selbstmordraten unter Jugendlichen weltweit. Philipp Abresch hat Huang bei der Vorbereitung und am Prüfungstag begleitet.
* Ungarn: Sehnsucht nach dem starken Mann
Viktor Orban zeigt sich als Volkstribun, trifft populäre Entscheidungen und nutzt seine Regierungsmacht, um sie bestmöglich unter die Wähler zu bringen. Wie jüngst, als die Wohnnebenkosten gesenkt wurden. Auf jeder Rechnung können die Menschen die Botschaft lesen: "Diese Preissenkungen verdanken sie der ungarischen Regierung." Eine Art Wahlgeschenk, das Wirkung zeigen könnte. Der in der Europäischen Union zum Teil heftig umstrittene Regierungschef und seine konservative Fidesz-Partei stehen wohl vor der Wiederwahl, vielleicht sogar erneut mit einer Zweidrittel-Mehrheit. Die Opposition findet kein Gehör. Sehnen sich die Ungarn nach einem starken Mann an der Spitze, für den sie auch bereit sind, ein Stück Demokratie preizugeben? Susanne Glass erklärt den Mythos Orban und war dafür auch in dem Dorf, aus dem der Regierungschef stammt.
* Schnappschuss: Warum legen Ägypter ihr Geld beim Friseur an?
Es gibt Banken, es gibt Kreditinstitute, aber viele Ägypter trauen diesen Finanzinstitutionen nicht über den Weg. Der Ausweg: Spargruppen. Wie das funktioniert, hat Esther Saoub bei einem Friseurbesuch herausgefunden.
Shabaka Shakur sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis für einen Doppelmord. Er beteuert, diese Morde nicht begangen zu haben. Der Polizist, der ihn überführt haben will, heißt Louis Scarcella. In den 80er und 90er Jahren war er einer der Beamten mit der höchsten Aufklärungsquote. Damals wurden in New York täglich sechs Menschen ermordet. Scarcella galt als ein Held, wegen seiner Erfolge. Heute steht der Polizist unter Verdacht, Beweise und Aussagen gefälscht zu haben. Seit vergangenem Jahr wurden an die 50 seiner Fälle wieder geöffnet. Immer geht es um Mord und jahrzehntelange Haftstrafen. Sitzen unzählige Männer unschuldig hinter Gittern? Markus Schmidt hat sich auf Spurensuche begeben und fragt, ob es hier wirklich nur um das Versagen eines Einzelnen geht oder nicht doch das gesamte System verantwortlich ist.
* Südkorea: Mit Drill zum Abi
Zum Frühstück gibt es einen ganz besonderen Krafttrunk: Blaubeersaft mit Walnüssen und Ingwer. Der soll Huang Kraft geben, denn der 19-Jährige macht Abitur. In Südkorea hängt von diesem Tag die Zukunft der Jugendlichen und ihrer Familien ab. Dementsprechend hart sind die Vorbereitungen. Huang hat in den letzten Wochen 16 Stunden täglich gelernt. Und auch seine Eltern taten alles, um ihm zu helfen, auch indem sie Tag für Tag in die Kirche gingen und inbrünstig beteten. Nur wer einen guten Abschluss hat, kommt an eine gute Universität, bekommt dann eine gute Arbeit und qualifiziert sich als Ehepartner. Dieser enorme Bildungseifer hat das Land groß gemacht, doch der Preis ist hoch. Südkorea hat eine der höchsten Selbstmordraten unter Jugendlichen weltweit. Philipp Abresch hat Huang bei der Vorbereitung und am Prüfungstag begleitet.
* Ungarn: Sehnsucht nach dem starken Mann
Viktor Orban zeigt sich als Volkstribun, trifft populäre Entscheidungen und nutzt seine Regierungsmacht, um sie bestmöglich unter die Wähler zu bringen. Wie jüngst, als die Wohnnebenkosten gesenkt wurden. Auf jeder Rechnung können die Menschen die Botschaft lesen: "Diese Preissenkungen verdanken sie der ungarischen Regierung." Eine Art Wahlgeschenk, das Wirkung zeigen könnte. Der in der Europäischen Union zum Teil heftig umstrittene Regierungschef und seine konservative Fidesz-Partei stehen wohl vor der Wiederwahl, vielleicht sogar erneut mit einer Zweidrittel-Mehrheit. Die Opposition findet kein Gehör. Sehnen sich die Ungarn nach einem starken Mann an der Spitze, für den sie auch bereit sind, ein Stück Demokratie preizugeben? Susanne Glass erklärt den Mythos Orban und war dafür auch in dem Dorf, aus dem der Regierungschef stammt.
* Schnappschuss: Warum legen Ägypter ihr Geld beim Friseur an?
Es gibt Banken, es gibt Kreditinstitute, aber viele Ägypter trauen diesen Finanzinstitutionen nicht über den Weg. Der Ausweg: Spargruppen. Wie das funktioniert, hat Esther Saoub bei einem Friseurbesuch herausgefunden.
* Ruanda: Täter und Opfer Tür an Tür
Sie leben Tür an Tür, Täter und Opfer, Hutu und Tutsi. 20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda. Laurencie Niyonagira hat damals ihre Mutter und vier ihrer Geschwister verloren. Xavier Nemeye hat alle fünf ermordet. Xavier wurde nach neun Jahren begnadigt, weil er aus dem Gefängnis heraus Laurencie um Vergebung bat. Heute sind die beiden Nachbarn. Sie leben in einem Versöhnungsdorf. Ruanda versucht so, die noch immer tiefen Gräben zwischen Hutu und Tutsi zu überbrücken. Das Land hat in den letzten Jahren sich erstaunlich schnell wirtschaftlich entwickelt. In der Hauptstadt Kigali boomt die IT-Branche. Die Regierung weiß, dass die Versöhnung zwischen beiden Volksgruppen eine wichtige Voraussetzung dafür ist, das Land weiter vorwärts zu bringen. Denn noch immer lebt die Mehrheit der Bevölkerung in einfachsten Verhältnissen. In diesen Tagen gibt es einen Fackellauf durchs ganze Land, der an das Grauen vor 20 Jahren erinnert und allen deutlich machen soll, dass so etwas nie wieder geschehen darf.
* Brasilien: Mehr Sicherheit für Fußballtouristen?
Nur noch gut zwei Monate bis zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Während in vielen Ländern die Fans auf das Ereignis hinfiebern und den Anstoß kaum erwarten können, nimmt vor Ort die Kriminalität wieder zu und damit die Sorge der Regierung, nicht ausreichend für die Sicherheit der Fußballtouristen sorgen zu können. Die Drogenbanden, die aus den Favelas im Zentrum von Rio de Janeiro vertrieben wurden, tauchten jüngst in anderen Favelas wieder auf. Zum Beispiel in der Favela Mare. Die wurde nun vor einer Woche von Militär und Polizei besetzt. Aber reichen diese Maßnahmen wirklich aus, um die Slumviertel zu befrieden? Michael Stocks hat sich mit seinem Team in Mare umgesehen und Menschen getroffen, die seit Jahren versuchen, das Leben dort zu verändern. Sie haben die jüngste Polizeiaktion mitverfolgt und üben Kritik am Vorgehen der Staatsgewalt.
Sie leben Tür an Tür, Täter und Opfer, Hutu und Tutsi. 20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda. Laurencie Niyonagira hat damals ihre Mutter und vier ihrer Geschwister verloren. Xavier Nemeye hat alle fünf ermordet. Xavier wurde nach neun Jahren begnadigt, weil er aus dem Gefängnis heraus Laurencie um Vergebung bat. Heute sind die beiden Nachbarn. Sie leben in einem Versöhnungsdorf. Ruanda versucht so, die noch immer tiefen Gräben zwischen Hutu und Tutsi zu überbrücken. Das Land hat in den letzten Jahren sich erstaunlich schnell wirtschaftlich entwickelt. In der Hauptstadt Kigali boomt die IT-Branche. Die Regierung weiß, dass die Versöhnung zwischen beiden Volksgruppen eine wichtige Voraussetzung dafür ist, das Land weiter vorwärts zu bringen. Denn noch immer lebt die Mehrheit der Bevölkerung in einfachsten Verhältnissen. In diesen Tagen gibt es einen Fackellauf durchs ganze Land, der an das Grauen vor 20 Jahren erinnert und allen deutlich machen soll, dass so etwas nie wieder geschehen darf.
* Brasilien: Mehr Sicherheit für Fußballtouristen?
Nur noch gut zwei Monate bis zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Während in vielen Ländern die Fans auf das Ereignis hinfiebern und den Anstoß kaum erwarten können, nimmt vor Ort die Kriminalität wieder zu und damit die Sorge der Regierung, nicht ausreichend für die Sicherheit der Fußballtouristen sorgen zu können. Die Drogenbanden, die aus den Favelas im Zentrum von Rio de Janeiro vertrieben wurden, tauchten jüngst in anderen Favelas wieder auf. Zum Beispiel in der Favela Mare. Die wurde nun vor einer Woche von Militär und Polizei besetzt. Aber reichen diese Maßnahmen wirklich aus, um die Slumviertel zu befrieden? Michael Stocks hat sich mit seinem Team in Mare umgesehen und Menschen getroffen, die seit Jahren versuchen, das Leben dort zu verändern. Sie haben die jüngste Polizeiaktion mitverfolgt und üben Kritik am Vorgehen der Staatsgewalt.


