- Planet Wissen

Letzte Hoffnung Prager Botschaft

Fast 4000 Menschen waren zwischen Juni und September 1989 in die Villa Lobkowicz geflüchtet. Herrschte anfangs noch Campingplatz-Atmosphäre fanden die Menschen zum Schluss kaum noch Platz, um sich mal auszustrecken. Die Schlangen vor den Toiletten waren endlos, Müll stapelte sich, schließlich verwandelte der Regen den Platz um die Zelte in eine Schlammwüste. Dazu kam die Angst, wieder in die DDR zurück zu müssen. Zusammen mit Christian Bürger und Hans-Joachim Weber beleuchtet "Planet Wissen" das Leben in der Villa Lobkowicz und die Bedeutung der Botschaftsflüchtlinge für den Fall der Mauer. Moderation: Birgit Klaus und Dennis Wilms
Fast 4000 Menschen waren zwischen Juni und September 1989 in die Villa Lobkowicz geflüchtet. Herrschte anfangs noch Campingplatz-Atmosphäre fanden die Menschen zum Schluss kaum noch Platz, um sich mal auszustrecken. Die Schlangen vor den Toiletten waren endlos, Müll stapelte sich, schließlich verwandelte der Regen den Platz um die Zelte in eine Schlammwüste. Dazu kam die Angst, wieder in die DDR zurück zu müssen.

Das Bild hat sich eingebrannt: Außenminister Hans-Dietrich Genscher steht auf dem Balkon der westdeutschen Botschaft in Prag und verkündet den DDR-Flüchtlingen, dass sie ausreisen dürfen. Über das Happy End werden die dramatischen Wochen davor oft vergessen. Fast 4.000 Menschen waren zwischen Juni und September 1989 in die Villa Lobkowicz geflüchtet. Herrschte anfangs noch Campingplatz-Atmosphäre fanden die Menschen zum Schluss kaum noch Platz, um sich mal auszustrecken. Die Schlangen vor den Toiletten waren endlos, Müll stapelte sich, schließlich verwandelte der Regen den Platz um die Zelte in eine Schlammwüste. Dazu kam die Angst, wieder in die DDR zurück zu müssen.

Zusammen mit Christian Bürger und Hans-Joachim Weber beleuchtet "Planet Wissen" das Leben in der Villa Lobkowicz und die Bedeutung der Botschaftsflüchtlinge für den Fall der Mauer. Christian Bürger war Sprecher der Botschaftsflüchtlinge, Hans-Joachim Weber organisierte als Botschaftsmitarbeiter Zelte, Betten und Lebensmittel und stand im Kontakt mit dem Außenministerium der Bundesrepublik.

Studiogäste:
* Christian Bürger
Im Juni 1989 meldete die Tagesschau, dass sich DDR-Bürger in der westdeutschen Botschaft in Prag festgesetzt hatten. Christian Bürger, der wegen einer verratenen Flucht zwei Jahre im Gefängnis in Cottbus gesessen hatte, war elektrisiert: Jetzt oder nie. Zwei Wochen später sprang er vor den Augen der tschechischen Miliz durch das Botschaftstor und setzte sich - wie es im Botschaftsjargon heißt - fest. Als Flüchtlingssprecher kümmerte er sich um alles, was anfiel: Zelte aufbauen, Helfer organisieren, Filme zeigen, Formulare für neue Flüchtlinge ausfüllen. Für den Fall, dass die Besetzung noch länger dauern würde, hatte er auch schon einen Weihnachtsbaum von den Botschaftsmitarbeitern erbeten.

* Hans-Joachim Weber
Hans-Joachim Weber war in der westdeutschen Botschaft in Prag unter anderem für die Flüchtlinge zuständig, die regelmäßig Zuflucht in der Botschaft suchten. Ab August 1989 hieß das, zusammen mit den anderen Botschaftsmitarbeitern die Versorgung der Flüchtlinge sicherstellen. Eine der größten Sorgen Hans-Joachim Webers war damals: Wie transportieren wir den Müll von 4000 Menschen aus der Botschaft ab? Trotzdem ist er überzeugt: "Wir hätten auch noch mehr Menschen untergebracht."