rbb um Mitternacht: Hoch zu Ross - Im Bann der Pferde - Argentinien

Ein Film von Thomas Wartmann

Nirgendwo ist die Welt der Pferde so vielseitig, werden so viele Fohlen geboren und Pferde exportiert wie in Argentinien. Der Film führt in drei sehr unterschiedliche Welten: zu den Gauchos in der Pampa, in die exklusive Welt des Polo und zum tagtäglichen Überlebenskampf der Cartoneros, der Müllsammler in der Megacity Buenos Aires. Regisseur Thomas Wartmann erzählt persönliche Geschichten von Menschen, die mit der Erfüllung eines Traumes enden.

Nirgendwo ist die Welt der Pferde so vielseitig, werden so viele Fohlen geboren und Pferde exportiert wie in Argentinien. Der Film führt in drei sehr unterschiedliche Welten: zu den Gauchos in der Pampa, in die exklusive Welt des Polo und zum tagtäglichen Überlebenskampf der Cartoneros, der Müllsammler in der Megacity Buenos Aires. Regisseur Thomas Wartmann erzählt persönliche Geschichten von Menschen, die mit der Erfüllung eines Traumes enden.

Gauchos und ihre Pferde sind seit Jahrhunderten die Helden der Pampa und das Symbol für Freiheit. In den Weiten der argentinischen Grassteppen gibt es sie auch heute noch: Männer, die 60 Stunden in der Woche im Sattel sitzen, denn viele Ecken und Winkel der Estancias sind nur zu Pferd erreichbar. Der kleine Juan ist mit sechs Jahren der jüngste Reiter auf San Juan Poriahú, einem Landgut mit 4.000 Rindern und über 300 Pferden. Sein Vater ist hier für die Doma, die Zähmung von Wildpferden zuständig. Auch Juancito soll das Handwerk von Grund auf lernen. Juans größter Wunsch ist es, einmal mit seinem Hengst Colorado auf einer Fiesta seine Reiterkünste unter Beweis zu stellen. Bald soll es so weit sein.

Das Leben von Polospieler und Pferdezüchter José Lartirigoyen ist mit dem der Gauchos kaum vergleichbar. Polo ist Nationalsport in Argentinien, aber auch ein knallhartes Geschäft. Auf so genannten "Embryofarmen" werden Polopferde durch künstliche Befruchtung gezeugt und von Leihstuten ausgetragen. Argentinische Pferde gehen als Exportschlager in die ganze Welt. Wie fast alle Poloprofis verbringt auch José nur eine Hälfte des Jahres in Argentinien, die andere auf den Polofeldern der Superreichen in Übersee. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst müssen die Pferde beim Saisonauftakt in einem Country Club in Buenos Aires beweisen, dass sich das monatelange Training gelohnt hat.

Pferde sind in Argentinien jedoch kein Privileg der Oberschicht. In einer Wellblechhütte am Stadtrand von La Plata leben Pitu und Marina mit fünf Kindern. Ohne ihre Stute Negra könnte die Familie nicht überleben. Jeden Abend schleppt Negra auf ihrem Rücken nach Hause, was andere Menschen wegwerfen. Negra gehört zu den Cartoneros, Pferde der Karton- und Müllsammler. Rund 800 Pferde, Ponys und Maultiere bilden die Existenzgrundlage für das gesamte Viertel. Tierärztin Doctora Dolores Oliva lehrt eigentlich an der Tiermedizinischen Fakultät von La Plata, seit fünf Jahren aber sind die Cartonero-Pferde ihr ganzer Lebensinhalt. "Con alma por los caballos", mit Seele für die Pferde, nennt sie ihre Kampagne. Einmal wöchentlich kümmert sich Dolores um die durch Stöße, Schläge oder falsches Anschirren verletzten Tiere.
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