Von der stillen Revoluzzerin zur "Miss Tagesschau" - THADEUSZ

Gast: Dagmar Berghoff

Sie weiß, wie einsam sich eine Frau an der Spitze unter lauter Männern fühlt und wie sich Frau dennoch mit Ehrgeiz, Disziplin und Professionalität durchsetzen kann. Als Dagmar Berghoff 1976 zum ersten Mal die Nachrichten in der "Tagesschau" liest, kommt das einer Revolution im deutschen Fernsehen gleich. Als sie 23 Jahre und 1298 Sendungen später, längst zur ,"Miss Tagesschau" avanciert, geht, schreibt die Tageszeitung "Die Welt" nicht ohne Wehmut: "Die Disziplin nimmt ihren Abschied".  

Als die gebürtige Berlinerin, die in Hamburg aufwuchs, noch Schülerin ist, hat sie einen eindeutigen Berufswunsch: Schauspielerin. Den Weg dorthin verfolgt Dagmar Berghoff zielstrebig. Nach Abitur und einem Auslandsaufenthalt studiert sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg.

Erste Bühnenluft schnuppert sie in den 1960er-Jahren in Tecklenburg - in einem Kindermärchen. Nach dem Ausflug auf die Theaterbühne bewirbt sich Dagmar Berghoff beim Südwestfunk in Baden-Baden und wird dort Hörfunksprecherin.

Ihre gleichermaßen sanft-rauchige wie markante Stimme fällt auch dem damaligen "Tagesschau"-Chefsprecher Karl-Heinz Köpcke auf. Er holt Dagmar Berghoff zum "Nachrichten-Flaggschiff" der ARD. Dort beginnt sie als erste Frau, die jemals die "Tagesschau" verliest, und beendet ihre Karriere als erste Chefsprecherin der Nachrichtensendung, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert.

Bei THADEUSZ erzählt Dagmar Berghoff, warum sie eine Zeit lang bei ihren Eltern vom Besuchergeschirr speiste, wie unendlich lang eine Minute und zehn Sekunden sein können und warum sie sich zu Beginn ihrer Karriere keinen noch so kleinen Fehler verzieh.