Frank Knospe steht am Hexentopf aus dem Nebel emporsteigt (Quelle: rbb/ Tina Henneberg)

Porträt - Der Ausstatter Frank Knospe

Frank Knospe gehört auch zu den Stamm-Mitarbeitern beim Märchenrätsel. Er stattet die Sendung mit viel Liebe zum Detail aus.

Er war eigentlich bei fast jedem Dreh dabeii und weiß Bescheid.

Franks Arbeit beginnt lange vor den Dreharbeiten. Er bekommt schon im September die Drehbücher von der Regisseurin Renata Kaye. Und dann wird erstmal gelesen und die Phantasie auf Reisen geschickt: Was sieht Frank Knospe, wie stellt er sich einzelne Bilder vor, wie könnte die Szenerie aussehen, welche Requisiten werden gebraucht? Dann erfolgen Absprachen mit der Regisseurin. Sie hat natürlich ihre eigenen Vorstellungen. Gemeinsam einigen sie sich auf die konkreten Anforderungen.

Frank Knospe schmückt den Weihnachtsbaum (Quelle: rbb/ Tina Henneberg)
Der Drehort in Himmelpfort, also die Weihnachtsmannstube, bietet schon von Haus aus gute Voraussetzungen für die Märchenrätsel. Klar, hier sieht es immer weihnachtlich aus, denn hier wohnt ja der Weihnachtsmann. Es gibt Möbel, ein Bett und natürlich einen prächtigen Weihnachtsbaum.
Frank Knospe stapelt Geschenke aufeinander (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Aber dazu kommen noch viele Dinge, die das Fernsehen mitbringt, und für die ist Frank Knospe zuständig: Viele bunt verpackte Geschenkpäckchen zum Beispiel, die Kerzen am Baum müssen immer wieder erneuert werden, Wunschzettel werden gebraucht und vieles mehr. Extra angefertigt werden die schönen Adventskränze. Und auch Naschkram, wie Marzipankartoffeln und Pfefferkuchen, sind Requisiten und fallen in Franks Ressort. Während des Drehs hat er dann ständig zu tun: Päckchen müssen optimal ins Bild gerückt werden, die Kerzen an Weihnachtsbaum und Adventskranz müssen angezündet oder ausgepustet werden, eventuell auch gewechselt, wenn sie runter gebrannt sind.

Der Märchenrätsel-Dreh ist verspielter, als viele andere Sendungen. "Hier wird eine irreale Welt geschaffen und man braucht viel Phantasie", sagt Frank Knospe. Das macht ihm Spaß, auch wenn es relativ aufwändig ist.
Rabenmöve (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Auch der Drehort "Vulkan" im Filmpark Babelsberg sieht von vornherein wie eine fertige Kulisse aus. Aber Frank findet die Arbeit hier komplizierter. Die Szenerie soll unheimlich aussehen, aber nicht zu unheimlich, schließlich sehen ja viele Kinder die Sendungen. Eigentümliche Geschöpfe stehen hier herum: Fledermäuse, eine weise Eule, eine seltsame Rabenmöwe: der Körper ist ein Rabe, die Füße sind von einer Möwe.
Frank Knospe gießt heißes Wasser ins Trockeneis, damit Nebel entsteht (Quelle: rbb/ Tina Henneberg)

Im Vulkan, im Reich der Märchenrätselhexe, spielt der brodelnde Hexenkessel eine wesentliche Rolle. Und an die wabernden Nebelschwaben werden besondere Anforderungen gestellt: Nicht zu viel und nicht zu wenig Nebel soll es sein, und er darf natürlich nicht das ganze Bild vernebeln.

Frank Knospe verwendet Trockeneisnebel. Trockeneis ist festes Kohlenstoffdioxid (CO2), das bei minus 78,48 °C in die Gasphase übergeht, ohne vorher zu schmelzen. Der Trockeneisnebel hat den Vorteil, dass er aufgrund seiner Kälte in Bodennähe verbleibt bzw. dorthin absinkt, und nicht wie Nebel aus der Nebelmaschine den ganzen Raum füllt.

Das ist also genau das, was hier gebraucht wird. Das Trockeneis lagert in einem speziellen Behälter und wird mit äußerster Vorsicht benutzt: Nur mit Spezialhandschuhen kann es angefasst und in den Kessel gelegt werden und das darf nur Frank tun. Würde er es mit bloßen Händen anfassen, würde er sich sofort wegen der extremen Kälte eine schlimme Kälteverbrennung zuziehen, das Gewebe seiner Hände würde geschädigt bzw. zerstört werden. Sogar eine Amputation kann dann die Folge sein. Das wissen hier alle und so darf nur der Spezialist Frank Knospe mit dem Trockeneis hantieren.

Wenn er dann heißes Wasser über das Trockeneis gießt, natürlich auch sehr vorsichtig, dann beginnt der Nebel zu wabern. Über den Rand des Hexenkessels sinkt er nach unten. Ein toller Effekt, der heute nicht mehr so oft benutzt wird.

Auf jeden Fall ist es jedes Jahr wieder eine spannende Herausforderung für unseren Requisiteur.

Über seine Arbeit als Ausstatter sprach Frank Knospe mit Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm.