
Porträt - Die Kostümbildnerin Elke Ringwelski
Elke Ringwelski ist Kostümbildnerin und sehr erfahren in der Produktion von Kinderformaten. Sie arbeitet sonst für "Siebenstein", "Löwenzahn" oder "Beutolomäus".
Auch an den ARD-Neuverfilmungen der Grimmschen Märchen hat sie schon mitgewirkt, ihr Name steht im Abspann von ´"Der Meisterdieb“ und "Brüderchen und Schwesterchen“ und "Die kluge Bauerntochter“ und "Die zertanzten Schuhe“. Nun also kümmert sie sich um die "Märchenrätsel“.
Ihre Hauptaufgabe hier heißt Elmar, er ist der Weihnachtswichtel und seit letztem Jahr im Team. Gewissermaßen ist er der Grund, warum Elke Ringwelski überhaupt beim Dreh dabei ist. Denn der Weihnachtsmann kümmert sich selbst um sein Kostüm und auch Fräulein Ratesumbria kommt ohne Kostümbildnerin aus.
Das Kostüm für den Wichtel Elmar musste erstmal ausgedacht werden. Dazu hat Elke in Weihnachtsbüchern nachgeschlagen, wie solche Weihnachtswichtel denn aussehen. Von der Regisseurin Renata Kaye bekam sie Hinweise zur farblichen Gestaltung: Da der Weihnachtsmann traditionell ganz in Rot auftritt sollte beim Wichtel nur ein bisschen Rot enthalten sein. Ansonsten sollte die Hauptfarbe Grün sein, also auch weihnachtlich, tannengrün sozusagen. Und so ist nun ein sehr kühner Stil-Mix entstanden: Der (sehr große) Zylinder ist grün und entspricht der Zeit des Biedermeier (1815-1848). Übrigens wurde in dieser Zeit auch das häusliche Weihnachtsfest in der Form ausgebildet, wie es bis heute bekannt ist, mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsliedern und Bescherung. Na, das passt ja schonmal!
Die spitzen Schuhe sind gotisch, gehören also in die lange Epoche der europäischen Kunst des Mittelalters (1140-1550). Die Hose wiederum ist Rokoko (1730-1780) und die Weste gehört in die Kunstepoche der Renaissance (15./16. Jahrhundert). Die Schleife, die unser Wichtel um den Hals trägt, ist ein Lavallière, ein Mittelding aus Kragen und Schleife aus dem Empire (1805-1815).
Das klingt bunt durcheinander? Stimmt! Sieht aber nicht so aus! Irgendwie passt alles zusammen, natürlich auch, weil die Farben nicht zu bunt sind. Und bei diesem wirren Mix musste auch ganz besonders auf eins geachtet werden: Es darf nichts flimmern! Besonders die kleinen Karos auf dem Lavallière und den Strümpfen sind Flimmerkandidaten, das heißt, sie würden vor der Kamera verschwimmen, und das will hier keiner.
Alle Sachen sind teilweise geliehen, teilweise angefertigt. Unsere Kostümbildnerin kümmert sich liebevoll um alle Kostüme und achtet außerdem auch noch auf die Anschlüsse: Wann hat der Wichtel welche Knöpfe an der Weste, bunte oder goldene und wenn ja – wie viele. Dazu macht sie normalerweise Fotos, aber bei nur einem Schauspieler, Verzeihung, Weihnachtswichtel kann sie sich das merken.
Elke Ringwelski hat schon größere Produktionen ausgestattet. Die Märchenrätsel sind da eher klein. Klein, aber fein. Und bei klein fällt mir doch wieder der Wichtel ein, womit wir wieder beim Anfang wären.
Über goldene Knöpfe und flimmernde Strümpfe unterhielt sich Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.
