Das rbb Team vom Märchenrätsel dreht gerne in Himmelpfort.
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Kameramann Bernd Höhne muss Boris Kürschner immer wieder bitten, den Dolly (das ist der Kamerawagen) höher zu stellen, damit der Weihnachtsmann nicht aus der Froschperspektive, also von unten, gefilmt wird. Und immer wieder kommt die Antwort von Boris: "Höher geht nicht!". So bekommt Bernd Höhne eine Ahnung davon wie es ist, die Welt ständig von oben zu sehen. Und manchmal sitzt der große Mann ja auch, zum Beispiel im gemütlichen Ohrensessel, dann kann der Dolly wieder runter gefahren werden.
Die Sache mit der Nord-Süd-Schiene
Aber nicht nur die Größe des Hauptdarstellers stellt eine Herausforderung dar. Auch mit links und rechts ist es in der kleinen Stube schwierig: Nach links aus der Sicht der Kamera oder aus der Sicht der Regisseurin, die mit dem Rücken zur Szenerie sitzt? Kameramann Bernd Höhne hat die rettende Idee: Mit Himmelsrichtungen kann nichts schief gehen! Also werden an den Stirnseiten der Stube Zettel angebracht: Links ist jetzt Norden und rechts ist Süden. Renata Kayes Anweisungen lauten nun also nicht mehr: "Die Kamera weiter nach links bitte", sondern: "Die Kamera ein Stück nach Norden bitte!" Das passt zu diesen Dreharbeiten, hier ist eben alles ein bisschen phantasievoller…
Alles durcheinander
Für insgesamt fünf Sendungen wird hier gearbeitet, die Märchenrätsel laufen an den vier Adventssonntagen und zu Heiligabend. Gedreht wird aber nicht in zeitlicher Chronologie. Alle Einstellungen hat sich Regisseurin Renata vorher überlegt und in Drehbüchern genau aufgeschrieben. Soll der Weihnachtsmann am 1. Advent neben dem Schrank stehen und am 3. Advent ebenfalls, dann werden beide Einstellungen natürlich hintereinander abgedreht. Damit nichts vergessen wird muss jemand den Überblick behalten. Eigentlich ist das Arbeit für einen Regieassistenten, aber diesen Job gibt’s in so einem kleinen Team nicht mehr.
Redakteurin Anke Sperl hat die Aufgabe übernommen. Sie streicht jeden Satz, der im Kasten ist, in ihrem Drehbuch ab. Sie hat außerdem noch eine andere, sehr wichtige Rolle übernommen: Sie ist die Einleserin. Anke Sperl liest die Texte der Märchenrätselhexe ein, die zusammen mit dem Weihnachtsmann durchs Programm führt, aber einen anderen Drehort hat (siehe Drehbericht Filmpark). Also, Anke Sperl liest ein, der Weihnachtsmann steht vor der Kamera, lauscht, wackelt zustimmend oder ablehnend mit dem Kopf, zieht die Augenbrauen hoch, macht Ohh und Ahh und das Ganze sieht für den Laien bestimmt seltsam aus. Am Ende wird alles zusammen geschnitten und ergibt einen Sinn.