Dreharbeiten im Vulkan (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

Märchenrätsel - Drehreport: Vulkan im Filmpark

Hier finden wir die perfekte Szenerie für die Höhle der Märchenrätselhexe: Düsteres Gestein, geheimnisvolle Gänge, dunkle Ecken und Nischen.

Die Saison im Filmpark ist beendet, die Zuschauerränge sind leer (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

'Puff' und 'Zeng' im Vulkan

Normalerweise ist es in einem Vulkan ja eher heiß. Aber der Babelsberger Vulkan im Filmpark ist schon erloschen, die Saison 2013 ist beendet, die Zuschauerränge sind leer.
Doch Anfang November herrscht in den grauen, gruseligen Zugängen des Vulkans noch einmal reges Treiben: Der rbb dreht fürs Märchenrätsel!

Düster und geheimnisvoll - die Höhle der Märchenrätselhexe (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

Und das Team findet hier die perfekte Szenerie für die Höhle der Märchenrätselhexe: Düsteres Gestein, geheimnisvolle Gänge, dunkle Ecken und Nischen. Trotzdem gibt’s für den Ausstatter Frank Knospe noch viel zu tun. Säckeweise Herbstlaub hat er auf dem Boden verstreut, spinnwebenverhangene Requisiten aufgebaut, eine Rabenmöve (der Körper ist ein Rabe, die Füße sind Möve), Fledermäuse hier und dort, auch der Adventskranz ist voller Spinnweben. Huhhh! Das ist das Reich der Märchenrätselhexe!

Märchenrätselhexe Angelika Mann (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

Eine Stunde in der Maske

Das schon in Himmelpfort bewährte Team ist bereits zum dritten mal dabei. Auch für das Team ist es immer wieder schön, wenn aus Angelika Mann, Fräulein Ratesumbria wird. Und da erscheint sie schon, fertig in Kostüm und Maske! Doch sie hat schon über eine Stunde Arbeit hinter sich. So lange dauert es nämlich, bis aus der Schauspielerin unsere Märchenrätselhexe wird. 

Maskenbildnerin Heike Anders zupft nochmal die Haare zurecht (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

Für die Maskenbildnerin Heike Anders ist es schon Routine. Sie ist von Anfang an dabei, hat also die Verwandlung schon in den vergangenen 15 Märchenrätseln vollzogen. Sie hilft beim Kostümanziehen und dann geht es an die Maske: Haare, Nase, Wimpern sind falsch und müssen aufgesetzt und angeklebt werden. Die langen Hexenfingernägel sind direkt an den Handschuhen angebracht. Fräulein Ratesumbria sieht immer gleich gut aus und die Jahre gehen spurlos an ihr vorüber.

Ein sehr wichtiges Detail betrifft den Ton und daran wird auch hier in der Maske gearbeitet. Damit alle Texte sauber zu hören sind, wird natürlich ein Mikrofon gebraucht. Oft wird es außen irgendwo an der Garderobe befestigt. Hier aber steckt es unter der Perücke der Märchenrätselhexe auf der Stirn und ist fast nicht zu sehen. Saubere Arbeit!

Schwamp - manchmal verdrehen sich die Wörter (Quelle: rbb/Tina Henneberg)

Ein Fuffziger in die Kalauer-Kasse!

Es kommt vor, dass so eine Aufzeichnung völlig ohne Pannen abläuft. Aber eigentlich passiert das selten und außerdem sind solche Pannen und Versprecher das Salz in der Suppe. Angelika Mann verwandelt einige Tiere: Aus dem "Fisch" wird der "Fich", aus dem "Zauberpferd" wird janz Berlinerisch dit "Zaubaferd" und aus dem "Tempotrans" (einer Erfindung der Regisseurin) macht sie die "Transpotenz". Wo sie da wohl mit ihren Gedanken war… Die Schauspielerin bezeichnet das als "Schwamp": Wenn sich die Wörter im Mund verdrehen. Und dieses Wort dürfte eine Erfindung von ihr sein.
Ausstatter Frank gießt heißes Wasser auf das Trockeneis (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Gut gefüllt hat sich während des Drehs auch die Kalauer-Kasse. Mehrere Szenen werden am Hexenkessel aufgezeichnet, aus dem weißer Nebel herauswabern soll. Hier wird noch mit Trockeneisnebel gearbeitet, weil der normalerweise nach unten sinkt. Unser Nebel vernebelt allerdings das gesamte Bild, was die Regisseurin Renata Kaye kurz kommentiert: "Ja, Angelika, gegen den Nebel hast du keine Chance!" Und Angelika Mann gibt zurück: "Genau, gegen Carmen Nebel hab ich keine Chance!"

Dann soll sie auch noch mit einer großen Kelle den Nebel aufrühren, damit er perfekt aufstiebt. Der dazu passende Kalauer wird sogar gesungen: "Das ist die perfekte Kelle…" Da klingen Juli doch die Ohren und das mitten im November!

Und schließlich gibt’s auch noch die ganz normalen Versprecher: "Ich werde meine Cousine Grusnelda Irrwisch fragen, ob sie nicht für mich schlafen will!", obwohl Grusnelda doch eigentlich fahren soll. Auch die zweite Fassung stimmt nicht so ganz: "Ich werde meine Cousine fragen, ob sie nicht für mich fragen will!" Fragen über Fragen, aber beim dritten Mal hat alles geklappt.
Renata Kaye hat die Fachbegriffe voll drauf (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Regisseurin Renata Kaye wirft während der Dreharbeiten auch mit zahlreichen Fachbegriffen um sich.
Hier eine kleine Auswahl:
"Du kriegst von mir ein Puff oder ein Zeng!" – so kann man es auch sagen, wenn ein "Ab!" gemeint ist.
"Da war jetzt vor dem Märchenfilm ein kleines Stopperchen." – vor dem Wort "Märchenfilm" war eine kleine, unerwünschte Pause.
"Ein Häuchlein" – ein wenig, ein bisschen.
"Ich lass das mal gelten!" – das war in Ordnung so.
"Noch linksiger!" – noch ein kleines Stück nach links.
"Da kann man nicht genug meckern." – diese Einstellung ist im Kasten.
Weihnachtseinlese: Wichtel Anke Sperl (l.) und Renata Kaye (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Schließlich hat Renata Kaye auch noch einen neuen Namen für eine Kollegin erfunden: "Der Weihnachtseinlesewichtel" das ist Redakteurin Anke Sperl, die hier die Texte des abwesenden Weihnachtsmannes einliest, damit die Märchenrätselhexe immer den Anschluss hat.
Durch Kalorienverbrennung entsteht Wärme (Quelle: rbb/Tina Henneberg)
Übrigens, genascht wurde hier auch wieder reichlich. Das ist wohl nicht zu vermeiden, wenn man eine Weihnachtssendung produziert. Und immerhin entsteht beim Kalorienverbrennen ja Wärme und das war gar nicht so übel im kalten Gemäuer des Vulkans im Filmpark Babelsberg.

Im Vulkan gebibbert und gekichert hat Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.