Bernd Höhne, Quelle: rbb

Porträt - Kameramann Bernd Höhne

Ein Kameramann heißt immer noch Kameramann. Also im Falles des "Märchenrätsels“ heißt er Bernd Höhne.

Aber seine Berufsbezeichnung heißt immer noch Kameramann, nicht "Bildlichtdesigner“ oder irgendwie anders neudeutsch. Bernd Höhne hat ordentlich "Kamera“ an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg studiert und dort hat er einen ordentlichen Abschluss gemacht, nämlich ein Diplom. Und nun arbeitet er ordentlich für die "Märchenrätsel“. Scheinbar hat er auch das Marzipankartoffel- oder Pfefferkuchenvirus aufgeschnappt, denn er ist auch schon seit –zig Jahren dabei.

Kurz gesagt muss Bernd dafür sorgen, dass man später im Fernsehen alles gut sehen kann. Lang gesagt steckt dahinter ein bisschen mehr. Seine Arbeit fürs "Märchenrätsel“ beginnt nämlich auch schon im Sommer. Wenn andere Menschen ihre Bäuche in der Sonne wärmen denkt Bernd an Schnee und Weihnachtsstube. Sobald die Regisseurin Renata Kaye sich ausgedacht hat, wie die Sendungen aussehen sollen, meldet sie sich bei „ihrem“ Kameramann. Der muss dann gedanklich blitzschnell von Eistee auf Glühwein umschalten und sich in die Weihnachtszeit hineinversetzen. Und dann wird palavert über neue Ideen. Natürlich ist es ein Vorteil, wenn man die Drehorte schon kennt. Im Weihnachtsmannhaus in Himmelpfort und im Vulkan im Filmpark Babelsberg war man schon ein paar Mal, da weiß man, wie der Hase läuft. Aber genau hier steckt auch eine Herausforderung: Was machen wir in diesem Jahr anders, als im vorigen oder vorvorigen? Kann die Kamera woanders stehen? Wie soll die Lichtstimmung sein? Gibt es optische Tricks, die später ins Bild montiert werden?

Also steht am Anfang immer die Besprechung des Großen Ganzen: Was ist die Idee der Sendung und wie kann sie umgesetzt werden? Welche und wie viele Kameras werden benötigt? Schiene oder Stativ? Oder beides? Kamerakran? (Der Kamerakran wurde bis jetzt noch nicht bestellt, aber die Tatsache, dass wir mit dem größten Weihnachtsmann von ganz Berlin und Brandenburg oder sogar von ganz Deutschland bei unseren Märchenrätseln zusammen arbeiten, stellt auch an den Kameramann eigene Anforderungen, damit er nicht immer aus der „Froschperspektive“ gefilmt wird, also immer von unten…)

Eine neue Herausforderung war und ist sicherlich der Wichtel Elmar. Nun ist der eine 2,22 Meter groß und der andere ist 1,56 Meter klein – und beide stehen nebeneinander – und wie soll man das ins Bild setzen?! Das muss Bernd Höhne klären. Aber keine Sorge: Der Mann hat ja studiert, der wird das schon hinbekommen!

Ansonsten kümmert sich der Kameramann auch ums Licht. So gibt es diesmal zum Beispiel ein spezielles „Knopflicht“. Was es damit auf sich hat ist an den kommenden Adventssonntagen zu besichtigen. Nur soviel sei schon verraten: Es hat mit dem Weihnachtswichtel Elmar und seiner Wichtelprüfung zu tun… Außerdem muss Bernd Höhne auf Achsensprünge achten. Wenn also der Weihnachtsmann im Bild von links nach rechts schaut und zur Märchenrätselhexe spricht, dann muss die Hexe in ihrem Bild von rechts nach links schauen. Auch auf Anschlüsse muss er achten: Wenn die Schale mit den Marzipankartoffeln links im Bild steht, dann kann sie nicht in der folgenden Einstellung plötzlich rechts stehen. Es sei denn, die Märchenrätselhexe hätte sie dort hingezaubert, aber das wäre ja dann Hexerei.

Auch Bernd Höhne arbeitet gerne fürs „Märchenrätsel“. Die Arbeit fordert sein fachliches Können und seine Phantasie. Als Ansporn kann er sich während der Produktion mit Pfefferkuchen und Marzipankartoffeln vollstopfen, denn dieser Süßkram gehört hier einfach dazu und die Regisseurin Renata Kaye sorgt stets für Nachschub. Und abends sitzen alle Kollegen noch bei einem Bierchen zusammen und reden übers Leben. Oder ihre Weihnachtswünsche. Aber das ist eine andere Sache.


Über Kamera- und sonstige Einstellungen unterhielt sich Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.