Olaf Hübner, Quelle: rbb

Porträt - Olaf Hübner (1. Kamerabühne)

Die 1. Kamerabühne beim "Märchenrätsel“ ist besetzt durch Olaf Hübner. So lautet die korrekte Tätigkeitsbeschreibung für die Arbeit, die Olaf leistet.

Und das tat er schon beim 1. Märchenrätsel vor 15 Jahren. Zwischendurch hat er dann mal ausgesetzt, manchmal klappt es zeitlich nicht, dann ist er bei anderen Produktionen eingesetzt. Aber auch ihn zieht es immer wieder zur Sendung mit der Hexe und dem Weihnachtsmann. Er kennt die Sendung und er kennt den Kameramann Bernd Höhne, mit dem er besonders eng zusammenarbeitet. Ebenso wie die Beleuchter wird auch Olaf Hübner direkt vom Kameramann angefordert.

Und auch Olafs Arbeit beginnt schon eine Weile vor den eigentlichen Aufzeichnungen in Himmelpfort und im Vulkan. Nach ersten Absprachen mit Regie und Kamera bringt er Vorschläge ein, welche Technik benötigt wird. Dabei hilft ihm natürlich seine jahrelange Erfahrung. Er kennt inzwischen die Drehorte und weiß zum Beispiel, welcher "Dolly“ sich bewährt hat, also welcher Kamerawagen mitgenommen werden muss. Die Zusammenstellung der Ausrüstung, die Überprüfung der Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit der Ausrüstung und ihre sachgerechte Handhabung sind einige der wesentlichen Aufgaben.

Und auch das gehört dann während der Aufzeichnungen dazu: Olaf fährt den Dolly. Die einzelnen Szenen werden geprobt und dabei wird festgelegt, wie die Einstellung aussehen soll: Soll sich die Kamera während des Textes bewegen und wenn ja, von wo nach wo soll sie sich bewegen und wie schnell oder langsam. Achtung, die Schärfe dabei nicht vergessen! Dafür ist der Kameramann zuständig. Aber wenn Olaf nicht an die vorher festgelegte Position fährt, dann stimmt auch die Schärfe nicht mehr. Aber Olaf ist ein Profi. Und er arbeitet nicht nur nach den vorher festgelegten Markierungen, sondern er denkt mit. Eine Eigenschaft, die der Kameramann sehr an ihm schätzt. Denn manchmal kommt es eben anders als man denkt und dann ist es gut, wenn der Kameraassistent einen wachen Blick auf die Szenerie UND den Monitor hat und eventuell leicht korrigiert.

Alles rund um Aufbau und technischen Umbau der Kamera hat Olaf von der Pieke auf gelernt. Dabei war es bei ihm „learning by doing“, also Lernen durch Handeln. Er absolvierte mehrere Praktika an verschiedenen Sets und besetzte dann erstmal die 2. Kamerabühne. Der Beruf Kamerabühne ist nur in der Praxis zu lernen, so heißt es bei einschlägigen Verbänden. Erforderlich sind Kenntnisse der Wirkung von Kamerabewegungen, Kenntnisse über Dollys, Kamerakräne und sämtliche kameratragenden Systeme. Brennweiten, Bildformate, Beleuchtung, Mechanik, Statik und Dynamik sind weitere Stichworte, mit denen man etwas anfangen können sollte.

Klingt nach einem Beruf, der mehr was für Männer ist? Olaf findet ja. Und er liefert auch gleich ein Klischee: „Bei den Dollys gibt’s unterschiedliche Fabrikate – wie bei Autos! Die muss man natürlich alle kennen!“ Aha. Und dann muss man sie natürlich auch alle fahren können. Ja, das ist was für Jungs. Vielleicht klingt es von einem Mann ausgesprochen auch nicht so merkwürdig, wenn einem jemand erklärt: „Ich bin von Beruf 1. Kamerabühne.“ Denn wir wissen nun: Er ist eigentlich ein Dolly-Fahrer.


Über Dollys und learning by doing unterhielt sich Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.