Bild zum Film: Burke & Hare - Wir finden immer einer Leiche, Quelle: rbb/Degeto
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- Burke & Hare - Wir finden immer eine Leiche

Tiefschwarze britische Komödie von John Landis um zwei Leichenräuber, die für Nachschub für die Anatomie sorgen. 

1828, in der schottischen Hauptstadt Edinburgh: Wenn auch das einfache Volk wenig davon mitbekommt, so hat in der wissenschaftlichen Welt das Zeitalter des Fortschritts begonnen. Zwei lokale Koryphäen streiten hier über die Vorherrschaft auf dem Gebiet der Anatomie: Während sich der ambitionierte Doktor Knox dem Fortschritt öffnen will, bevorzugt sein Konkurrent Doktor Monro eher konservative Methoden. Fakt ist jedoch: Beide benötigen die Körper toter Menschen, um ihre Forschungen voranzutreiben. 

Monro gelingt es durch einen Trick, ab sofort alle städtischen Leichen für sich zu beanspruchen. Für Knox ein schwerer Schlag - zumal der König seinen Besuch angekündigt und dafür einen Mediziner-Wettstreit ausgerufen hat. Doch dann machen William Burke und William Hare überraschend ihre Aufwartung bei ihm. 

Die beiden irischen Einwanderer hatten sich bislang eher erfolglos als betrügerische Straßenhändler über Wasser gehalten - nun ist ihnen zu Ohren gekommen, dass Doktor Knox für frische Leichname gutes Geld bezahlt. Zufälligerweise haben sie just einen dabei: den gerade verstorbenen Untermieter aus Hares Wohnung. 

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Die beiden werden reichlich entlohnt. Und da Knox konstant Nachschub verlangt, öffnet sich den beiden ein lukratives Geschäft. Allerdings liegt ihnen die Grabräuberei nicht allzu sehr und ihre Versuche, tödliche Unglücksfälle „heraufzubeschwören", scheitern kläglich. So überredet der wenig zimperliche Hare seinen noch zaudernden Freund, bei den Todesfällen persönlich etwas nachzuhelfen. Burke, der sich in die burschikose Exprostituierte und Möchtegern-Schauspielerin Ginny Hawkins verliebt hat und ihr imponieren möchte, stimmt widerwillig zu. 

In der Folgezeit mehren sich die Meldungen verschwundener Personen in Edinburgh, während Burke und Hare bald wohlhabend genug sind, um sich anderen Geschäftsideen zu widmen. Doch als sie es mit dem lokalen Verbrecherkönig Danny McTavish zu tun bekommen und auch der rührige Polizeichef Captain McLintoch auf den Fall aufmerksam wird, droht ihrer Glückssträhne ein jähes Ende. 

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Die britischen Ealing-Studios waren in den 1930er- bis 1950er-Jahren ein Synonym für schwarzhumorige Kino-Unterhaltung, Komödien wie „Adel verpflichtet" oder „Ladykillers" avancierten zu Klassikern. Im Zuge eines 2000 eingeläuteten Comebacks entstand auch das Drehbuch zu „Burke & Hare - Wir finden immer eine Leiche", das sich auf die in die Kriminalgeschichte eingegangen „West-Port-Morde" bezieht. 

Der amerikanische Comedy-Spezialist John Landis („Blues Brothers", „American Werewolf") suchte nach längerer Pause ebenfalls den passenden Stoff für eine Rückkehr auf den Regiestuhl und inszenierte mit den beiden britischen Schauspiel-Stars Simon Pegg („Shaun of the Dead", „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück") und Andy Serkis („Herr der Ringe"-Trilogie, „Planet der Affen: Revolution") eine sowohl witzige wie auch makabre Burleske über den unmoralischen Reiz des schnellen Geldes - ganz in bewährter Ealing-Tradition. 

Burke & Hare - Wir finden immer eine Leiche
(BURKE & HARE)

Spielfilm Großbritannien 2010

William Burke (Simon Pegg)
William Hare (Andy Serkis)
Ginny Hawkins (Isla Fisher)
Doctor Robert Knox (Tom Wilkinson)
Hangman (Bill Bailey)
Danny McTavish (David Hayman)
Captain Tam McLintoch (Ronnie Corbett)
Patterson (Michael Smiley)
Doctor Monro (Tim Curry) u.a.

Musik: Joby Talbot
Kamera: John Mathieson
Buch: Piers Ashworth, Nick Moorcroft
Regie: John Landis