Bild zum Film: Der ganz große Traum, Quelle: rbb/Degeto/Senator Film

- Der ganz große Traum

Daniel Brühl in einem spannenden Film über die Anfänge des Fußballs in Deutschland. 

Braunschweig, 1874. Am angesehenen Gymnasium Martino-Katharineum herrschen militärischer Drill und kaiserliche Traditionen. Disziplin und bedingungsloser Gehorsam wird den Jungen ebenso eingetrichtert wie Patriotismus und Klassendenken. Doch als der fortschrittlich gesinnte Schulleiter Gustav Merfeld beschließt, als einer der ersten Direktoren in Deutschland Englischunterricht einzuführen, scheinen sich die Dinge ein wenig zu ändern. 

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Merfeld stellt den jungen, in Oxford ausgebildeten Lehrer Konrad Koch ein. Der idealistische Pädagoge gerät allerdings gleich zu Beginn seiner Unterrichtszeit mit den rabiaten Disziplinarmethoden der altgedienten Kollegen und dem gnadenlosen Standesdünkel der Schüler in Konflikt; unter Letzterem leidet insbesondere der kleine Joost, das einzige Arbeiterkind der Schule. Koch versucht indessen, ein vertrauensvolles Verhältnis zu seiner Klasse aufzubauen - zunächst ohne großen Erfolg. Vor allem der arrogante Felix wiegelt seine Kameraden gegen Koch auf. Durch einen Trick gelingt es dem Lehrer schließlich, die Jungen für die Fremdsprache zu interessieren: Er beginnt, mit ihnen Fußball zu spielen! 

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Die Begeisterung für diese dynamische, in Deutschland bis dahin völlig unbekannte Sportart, ist auf Anhieb groß. Durch sie kann Koch den Jungen nicht nur englische Vokabeln vermitteln, sondern auch Sinn für Teamgeist und Fairplay. Allerdings lässt der Widerstand seitens der konservativen Lehrer und Eltern nicht lange auf sich warten. Sie fürchten um ihre Autorität und sehen durch den neuen britischen Sport Anstand und Sitte ihrer Kinder in Gefahr. Insbesondere Felix' Vater, der einflussreiche Unternehmer Hartung, setzt alles daran, Koch loszuwerden. Gemeinsam mit anderen Eltern erwirkt er schließlich ein Verbot des Fußballspiels im gesamten Herzogtum Braunschweig. 

Koch wird entlassen. So leicht aber wollen die Schüler nicht aufgeben. Sie schicken sich an, Hartung und seine Anhänger mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. 

Kaum zu glauben, aber wahr: Der Fußballsport war im Deutschland des 19. Jahrhunderts gänzlich unbekannt und wurde von den bürgerlichen Kreisen mit großer Skepsis betrachtet. Mit großem Aufwand und Starbesetzung erzählt der Film die Geschichte des Fußballpioniers Konrad Koch, der im Herbst 1874 das erste offizielle Spiel auf deutschem Boden initiierte. Im Jahr darauf gründete er den ersten deutschen Fußballverein. Doch "Der ganz große Traum" ist mehr als ein bloßer Fußballfilm. In der Tradition von "Der Club der toten Dichter" erzählt Regisseur Sebastian Grobler eine universelle Geschichte über Nonkonformismus, Mut und Gemeinschaftsgeist. Beim Deutschen Filmpreis 2011 wurde "Der ganz große Traum" in den Kategorien Bester Film, Beste Kamera und Bestes Kostümbild nominiert. 

Der ganz große Traum
Spielfilm Deutschland 2010

Konrad Koch (Daniel Brühl)
Gustav Merfeld (Burghart Klaußner)
Dr. Roman Bosch (Thomas Thieme)
Dr. Jessen (Jürgen Tonkel)
Schricker sen. (Axel Prahl)
Richard Hartung (Justus von Dohnányi) u.a.

Musik: Ingo Ludwig Frenzel
Kamera: Martin Langer
Buch: Philipp Roth, Johanna Stuttmann, Alex Buresch
Regie: Sebastian Grobler