
Berlinale 2014 -
Psychologisches Meisterwerk von Götz Spielmann, das auf mehreren Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurde - Panorama 2008.
Das Wiener Rotlichtmilieu: Alex, der vor kurzem aus dem Knast entlassen wurde, und seine neue Freundin Tamara, verdienen beide ihr Geld im Puff. Sie als Prostituierte, er als Handlanger des Chefs. Eine Konstellation, die allerdings täglich unerträglicher wird, denn die miesen Freier demütigen Tamara nicht nur, sondern werden auch gewalttätig, und zu allem Übel hat auch noch der schmierige Chef ein Auge auf die verunsicherte, ängstliche Ukrainerin geworfen. Doch wie ein besseres Leben anfangen ohne Startkapital?

Alex fasst einen Plan: Er will eine Bank in der Provinz ausrauben. Mit Strumpfmaske und ungeladener Waffe dreht er das Ding; und in der Filiale läuft tatsächlich alles nach Plan. Doch dann kommt Robert hinzu, dem aufgefallen ist, dass das Fluchtauto im Halteverbot parkt. Der unerfahrene Provinzpolizist schießt, trifft unabsichtlich Tamara, und nichts ist wie zuvor.
"Revanche" beeindruckt mit einer leisen Inszenierung und subtiler Psychologie. Johannes Krisch, seit Jahren im Ensemble des Wiener Burgtheaters, ist in der Rolle des Alex eine große Entdeckung für die Leinwand. Er meistert diesen komplexen Part eines Mannes, der keineswegs der Grobian ist, als der er auf den ersten Blick erscheint. Unberechenbar wirkt er in seinen Überlegungen, seine Verschwiegenheit gibt dem Film eine düstere Note.

Der Film von Regisseur Götz Spielmann ("Die Fremde", "Antares", "Oktober November") wurde auf mehreren Festivals mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem bei der Berlinale 2008 mit dem Preis der C.I.C.A.E. sowie dem "Label Europa Cinemas".
Revanche
Spielfilm Österreich 2008
Alex (Johannes Krisch)
Susanne (Ursula Strauss)
Robert (Andreas Lust)
Tamara (Irina Potapenko)
Der Alte (Hannes Thanheiser)
Konecny (Hanno Pöschl) u.a.
Kamera: Martin Gschlacht
Buch und Regie: Götz Spielmann

