- Profitipps vom Pflanzenschutzamt

Hier gibt es auch ohne Termin und ohne Chipkarte eine Diagnose. Jeweils montags und donnerstags kann man beim Berliner Pflanzenschutzamt seine kränkelnden Pflanzen vorstellen und erfährt dann, ob oder wie man ihnen helfen kann.

Der Patient heute: eine Orangenblume. Das Problem: ihre hellen Blätter, die sie Anfang Mai nach dem Umzug vom Keller auf die Terrasse bekam. Das Problem, das jetzt viele Pflanzen haben, entsteht durch den Ortswechsel der Pflanzen aus dem Gewächshaus oder aus dem Wohnzimmer gleich in die Sonne. Dann verbrennen die Blätter. Sie sind noch nicht an die intensive Sonne, an den Wind und niedrige Temperaturen gewöhnt.

Das betrifft nicht nur die Kübelpflanzen, die häufig zu früh rausgestellt werden, sondern auch Gemüsepflanzen. Daher sollte man diese nicht gleich in die Sonne stellen, sondern erstmal für eine Woche windgeschützt in eine Ecke stellen, damit die Pflanzen sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen können. In diesem Jahr ist es besonders schlimm, weil die Kübelpflanzen sehr lange im Haus bleiben mussten. Wenn sie dann sofort in die Sonne gestellt werden, erleiden sie schnell starke Verbrennungen. Die Blätter behalten ihre helle Farbe, aber alles, was danach herauswächst, hat sich an die Sonne gewöhnt und wird gesund sein.

Im Freiland sind so gut wie noch keine Schadbilder zu finden. Aber genau deshalb sollte man seine Pflanzen jetzt aufmerksam beobachten. Derzeit ist nämlich die gelbbeinige Pflaumensägewespe aktiv. Sie bohrt sich über die Kelchblätter in die kleinen Früchte, die dadurch vorzeitig abfallen. Charakteristisch sind später die schwarzen Einstichlöcher. Die Pflaumensägewespe fliegt zur Obstblüte. Deshalb wird mit einer Weißtafel eine große Blüte vorgetäuscht. Daran bleibt sie kleben und so ist dies eine leichte Möglichkeit sie abzufangen. Weitaus besser als Insektizide, die an großen Obstbäumen kaum auszubringen sind und erst nach der Blüte zum Einsatz kommen dürfen.

Gut sichtbar sind jetzt schon die blasigen Veränderungen an den Johannisbeeren. Sie weisen darauf hin, dass die Johannisbeerblasenlaus hier aktiv ist. Da man kaum an die Blattlaus herankommt, die gut geschützt unter den Blättern sitzt, empfiehlt es sich nach einem Jahr mit sehr starkem Befall eine Austriebsspritzung einzuplanen. Diese sollte im nächsten Frühjahr, wenn die Johannesbeeren austreiben, geschehen und mit Weißöl, Rapsöl oder Paraffinöl vorgenommen werden. Die Öle legen sich um die gerade schlüpfenden Blattläuse, so dass ein Großteil der Schädlinge reduziert wird.

Achten Sie in ihrem Garten jetzt auch auf das frisch sprießende Schöllkraut. Es sollte sofort entfernt werden, denn es gehört zu den beliebtesten Kreuzblütlern für die Weiße Fliege, die ihre unzähligen Eier an den Blättern des Schöllkrauts ablegt. Die eigentlichen Schäden werden erst im Spätsommer sichtbar, dann nämlich, wenn die weißen Fliegen in Scharen über sämtliche Kohlpflanzen herfallen.

Autorin: Martina Hiller