- Vertikutierer

Vertikutieren - klingt hoch wissenschaftlich, ist aber lediglich aus "vertikal" für senkrecht und dem englischen "to cut" für schneiden zusammengesetzt. Und es ist wichtig, um sich auf Dauer an kräftigem und gleichmäßigem Rasenwuchs erfreuen zu können.

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Im Test

Handvertikutierer:
Wolf multi-star Pendel-Vertikutierer UG-M3, 21,00 €
Wolf Vertikutierroller UR-M3, 40,00 €
Gardena Schneidrechen, 28,65€

Elektrovertikutierer:
Wolf UV 30 EV, 193,00 €
Bosch AVR 1100, 200,00 €
Gardena EVC 1000, 160,00 €
Gardena ES 500, 130,00 €

Benzinvertikutierer
:
Wolf UV 4000 B, 448,00 €
MTD VG 45 BM, 465,00 €
Die senkrecht rotierenden Messer bewirken in Sachen Rasenerhalt- und –pflege zweierlei: Zum einen entfernen sie Moos und Rasenfilz aus der Fläche und belüften damit den Rasen. So kann er Wasser und Nährstoffe wieder ungehemmt aufnehmen. Zum anderen wachsen Rasenwurzeln, die sich unter verfilzten Flächen befinden, nach oben, um so besser an Feuchtigkeit und Nährstoffe zu kommen. Das ist „Rasen falschrum“ und keine Augenweide. Deshalb kratzen die Messer nicht nur Rasenfilz aus der Oberfläche, sondern schneiden nach oben gerichtete Wurzelspitzen ab und zwingen sie wieder in die Tiefe zurück, wo sie eigentlich hingehören.

Je nach Zustand des Rasens bieten fast alle Vertikutiergeräte ein gestuftes Einstellen der Schnitttiefe, entweder über die Höhenverstellung des Rades oder der Messerwelle. Für das pure Lüften des Rasens reichen schon wenige Millimeter. Deshalb gibt es auch unter den Vertikutiergeräten so genannte „Lüfter“. Auf deren Welle sitzen keine Messer, sondern „Lüftungsdrähte“. Sie sind vor allem für Rasenflächen geeignet, die in einem allgemein guten Zustand sind.

Die muskelgetriebenen Vertikutierer wie Pendelharke oder Handrollgerät sind mit ca. 70 € die günstigsten Geräte. Sie bieten zudem die Möglichkeit sich ein wenig sportlich zu betätigen. Lassen jedoch Kräfte und Konzentration nach, wird ungleichmäßig vertikutiert. Die elektrisch betriebenen Geräte sind da zuverlässiger und kosten je nach Motorstärke und Qualität zwischen 120 und 250 €. Akkubetriebene Vertikutierer gibt es derzeit noch nicht auf dem Markt.

Unabhängig von Stromanschlüssen machen die Benzin-Vertikutierer richtig Dampf, mit Preisen zwischen 250 und knapp 500 Euro lohnend für jene, die über Jahre größere Rasenflächen pflegen wollen. Zumal hier oft Lüftungsdrähte und Schneidmesser auf der Welle kombiniert sind. So wird intensiv und gleichmäßig vertikutiert und gleichzeitig der Rasenfilz nach hinten weg- bzw. gezielt in den Fangkorb geworfen.

Das Vertikutieren empfiehlt sich nach dem ersten oder zweiten Rasenschnitt. Um effektiv und schonend zu vertikutieren, muss der Boden abgetrocknet sein und die Messer sollten nicht mehr als einen Zentimeter in den Boden eindringen. Das Ganze über Kreuz, also einmal entlang der Längen- und dann querend entlang der Breitengrade. Ein zweites Vertikutieren im Herbst ist möglich.

Manch einen trifft es wie einen Schlag, wenn nach dem Vertikutieren eine löchrige, teils völlig rasenfreie Fläche zurückbleibt. Keine Sorge! Rasenwurzeln sind zäh und die kahlen Rasenstellen sollten mit einer speziellen Rasen-Nachsaatmischung nachgesät werden. Dann bringt man auf der gesamten Fläche einen hochwertigen Rasen-Langzeitdünger aus. Der versorgt die Gräser lang anhaltend mit den notwendigen Nährstoffen und sorgt schnell wieder für ein sattes Grün. Zu guter Letzt: was für jeden Rasen wichtig ist, ganz besonders aber für Nachsaaten in der märkischen Streusandbüchse: regelmäßig wässern.

Autor: Reinhard Rychlik