-
Kräftig rot und mit köstlichem Aroma: Auch in Werder ist Kirschenzeit. Viele Städter kommen zur Selbstpflücke in die Plantagen. Die meisten Früchte werden von Saisonarbeiterinnen für die Wochenmarktstände der Region geerntet.
Jemand, der sich mit Süßkirschen besonders gut auskennt, ist Walter Kassin, Vorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins. Er ist auf dem Obsthof Wache in Groß Kreutz und weiß, dass ein Kirschbaum guten Boden und Dünger braucht.
Damals wie heute werden Kirschbäume schnell zu groß – gerade wenn sie auf einer Vogelkirsch-Unterlage wachsen. Deren kräftige Wurzel beschert zwar viele Früchte – aber auch ein riesiges Astgerüst, das man nur noch mit hohen Leitern erreicht.
Frank Wache, Besitzer des gleichnamigen Obsthofes in fünfter Generation, weiß, wie man die Bäume schneidet. Große Kirschbäume werden etwa fünf bis sechs Meter hoch. Für die meisten, die sie ernten möchten, viel zu hoch. Deswegen kann man auch während der Ernte Äste, die zu weit weg sind, absägen und unten gemütlich abernten.
Wichtig ist, dass immer ein handbreiter Aststummel stehen bleibt, der das Absterben der Zweigpartien darunter verhindert. Die Süßkirschen werden vor allem im Sommer geschnitten, das ist für den Baum am gesündesten, weil dort das Kambium, was entsteht, die Wunde verheilt und der Baum dadurch gesund in den Winter gehen kann.
Für Neupflanzungen wählt man heute anstelle der Vogelkirschunterlage die wesentlich schwächer wachsende GiSelA 5 - eine Gießener Selektions Auslese.
Jetzt lässt sich Containerware gut pflanzen: Schnitte in den Grund des Topfballens verhindern Wurzeldrehwuchs, ein übergelegter Spaten über dem tief gelockerten Pflanzloch hilft, die richtige Höhe zu finden. Bei Bedarf schippen Sie noch etwas Erde nach bis die Höhe passt. Dabei achten Sie immer auf die Veredelungsstelle. Dann wird das Pflanzloch weiter verfüllt und die Erde vor dem Einschlämmen mit Wasser noch ordentlich festgetreten.
Die Veredelungsstelle wird freigelegt und sitzt dabei stets über dem Boden. Gegen lästige Wühlmäuse hilft ein einfacher Gärtnertrick: das Freihalten einer Baumscheibe durch monatliches Hacken.
Dank der neuen schwach wachsenden Unterlagen kann man sogar mehrere Kirschbäume in seinen Garten pflanzen. Bei geschickter Sortenauswahl verlängert man so die Ernte der köstlichen Früchte bis Ende August.
Autorin: Arne Janssen



![Friedrich II. war ein großer Freund von Kirschen [dpa] Friedrich II. war ein großer Freund von Kirschen [dpa]](/gartenzeit/archiv/20130804_1800/kirschen/_jcr_content/articlesContList/teaserbox/teaserList/teasergroup/teaserList/manualteaser/image.img.jpg/rendition=original/size=320x180.jpg)






