Wolfgang Härtel (Quelle: rbb)

- Bodenpflege

Stauden sind in der Regel leicht zu pflegen. Damit es nicht zur Last wird, sollte man einige Grundregeln beachten. Staudenexperte Wolfgang Härtel gibt die richtigen Tipps.

Ihn können und sollen Sie nicht austauschen. Mit der entsprechenden Pflege geht es auch! Die beiden wichtigsten Maßnahmen: Verwenden Sie organische Dünger. Sie fördern die Mikroorganismen im Boden und damit die Bodenfruchtbarkeit. Zusätzlich sollten Sie Ihre Pflanzflächen ca. zwei bis vier cm dick mit Rindenhumus abdecken. Dies hält die Feuchtigkeit im Boden, verhindert starke Schwankungen der Bodentemperatur. Die Pflanzen danken es Ihnen durch gesunden Wuchs und kräftigere Farben. Vorsicht mit eigenem Kompost: dieser enthält einen Teil des Unkrautsamens, den Sie auf den Kompost geworfen haben.

Ist Ihr Boden mit Wurzelunkräutern gesegnet? Entfernen Sie möglichst viel davon vor der Pflanzung, eventuell dabei den Boden umgraben. Nach der Pflanzung, im ersten Jahr, sollten Sie dann alle drei bis vier Wochen die Fläche jäten, also einfach die nachwachsenden Unkräuter rausziehen. Sie werden sehen – so schlimm ist das nicht, eine geruhsame, ausgleichende Tätigkeit und je häufiger Sie einen kurzen Kontrollgang machen, umso schneller ist die Fläche sauber.

Auswahl der StaudenBodenpflege

Sie ist entscheidend! Sehen Sie Ihre Gartenflächen genau im Tagesverlauf an: sind sie eher sonnig oder schattig, oder bedeckt lichter Schatten die Flächen? Ist Ihr Steingarten wirklich von Steinen durchsetzt? Denn die werden zur Bodenerwärmung und zum Wasserabzug gebraucht. Lassen Sie sich bei der Auswahl ganz von Ihrem persönlichen Geschmack leiten – aber beachten Sie die Hinweise des Verwendungsbereiches auf dem Etikett. Wenn Sie sich vorher damit beschäftigen wollen – die „Stauden Fibel“ und das „Stauden Kompendium“ enthalten wertvolle Tipps und Pflanzenaufstellungen, zusammengestellt von Fachleuten.

Über eine Grundanforderung sollten Sie sich ebenfalls vorher im Klaren sein: Möchten Sie eine abwechslungsreich blühende Fläche oder lieber eine ruhige Pflanzung? Im ersten Fall wählen Sie verschiedene Arten mit unterschiedlicher Wuchshöhe, im zweiten Fall eher niedrige Arten in größerer Stückzahl. Beachten Sie auch die Hintergrundfarbe, also zum Beispiel keine weiß blühenden Pflanzen vor einer weißen Hauswand.

Sie haben nun Ihre Stauden ausgesucht.

Die Pflanzung ist einfach: die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen, es schadet nichts, wenn Sie die oberen ein bis zwei Zentimeter der eventuell bemoosten Topferde wegnehmen. Das Pflanzloch ausheben, Pflanze so tief setzen, wie sie im Topf stand, Erde seitlich andrücken – fertig. Anschließend angießen, dann organischen Dünger streuen und mit Rindenhumus mulchen. Im Steingarten nicht oder nur mit feinem Splitt mulchen. Falls Sie sich nicht zur Mulchschicht entschließen, harken Sie den Dünger vor dem Pflanzen in die obersten fünf cm ein. Und noch ein Tipp: Sie können ca. vier Wochen nach dem Pflanzen wenig mineralischen Dünger direkt auf die Pflanzstelle streuen, dies führt bereits im ersten Jahr zu sehr gutem Wachstum.

Eine zweite Blüte bei Stauden oder eine verlängerte Blütezeit? Auch das ist bei folgenden Stauden möglich, wenn Sie die verblühte Blüte abschneiden: Brennende Liebe, Feinstrahlaster, Flammenblume, Flockenblume (ganze Pflanze), Frauenmantel (ganze Pflanze), Helenium, Indianernessel (ganze Pflanze), Katzenminze, Kokardenblume, Kugeldistel, Margeriten, Prachtscharte, Rittersporn (ganze Pflanze), Salbei, Scabiosa, Schafgarbe, Schleierkraut.

Rückschnitt der Stauden

Auch hier entscheidet viel Ihr persönlicher Geschmack. Häufig sehen die Samenstände sehr schön aus, insbesondere im Spätherbst und Winter. Sie selbst bestimmen den Zeitpunkt, wann es Ihnen zu unordentlich wird. Spätestens vor dem Neuaustrieb sollten die alten Triebe entfernt werden. Nach der Blüte sollten von Pilz befallenen Blätter und Stängel entfernt werden. Um schöne Polster zu erhalten, sollten bei folgenden Pflanzen verblühte Blüten bis auf die Laubspitzen abgeschnitten werden: Lavendel, Schleifenblume, Sonnenröschen, die meisten Steingartenstauden.

 

Düngung

Geben Sie Ihren Stauden jedes Jahr nach dem Winterschlaf im April Nahrung.  Mit organischem Dünger sind Sie bestens bedient. Er wirkt in der Regel über mehrere Monate und es kann nicht zu Verbrennungen kommen. Dann können Sie auch die Mulchschicht auffrischen.

Pflanzenschutz

Wenn Sie nicht zu stark düngen und die Pflanzen an den Ihnen zusagenden Stellen wachsen, werden Sie in der Regel keine Probleme haben. Ansonsten entscheiden auch wieder Sie: lohnt sich die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels? Sollten Sie häufiger Probleme haben, greifen Sie zu biologischen Mitteln. Diese müssen in der Regel jedoch vorbeugend angewendet werden.

Winterschutz

Er ist nur bei wenigen Stauden im ersten Winter nötig. Decken Sie Anemonen, Kniphofia und andere empfindliche Pflanzen mit etwas Laub ab. Chrysanthemum indicum eventuell locker mit etwas Tannenreisig abdecken. Dies hilft auch vielen Steingartenpflanzen, die ja in ihrer Heimat eine schützende Schneedecke haben.

Wenn Sie nun hoffentlich viele Jahre Ihren Spaß an den Stauden gehabt haben, werden Sie ein Nachlassen der Vitalität bemerken. Dies kann nach vier bis fünf Jahren bei Astern und Katzenminze, Akelei und Gemswurz der Fall sein. Astilben, Anemonen und tränendes Herz halten es bis zu zehn Jahre aus. Sie sollten dann die einzelnen Pflanzen ausgraben, entweder in drei bis vier Stücke teilen und an anderer Stelle neu pflanzen oder durch frische, vitale Pflanzen ersetzen.

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