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"In 80 Gärten um die Welt" so lautet das Motto dieser Internationalen Gartenschau. Ein Gewinn für Hamburg und besonders für den Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg. Wer die Schau besucht, bekommt für 21 Euro auch viel zu sehen.
Inspiriert von Jules Verne's Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen" wurden hier verschiedene Klima-, Kultur- und Vegetationszonen nachgestaltet.
Am nördlichen Eingangsboulevard geht es um berühmte Hafenstädte, in denen Romanheld Phileas Fogg Station gemacht hat. Schiffscontainer, Europaletten und Pflanzen erzählen zusammen die Geschichten.
An Shangha i- berühmt für Baumwollhandel und -verarbeitung - erinnern flauschiges Gras und die Blütenstände der Astilben. Im Hafen von Suez präsentieren sich exotische Gewürze. Und Kalkutta erklärt sich durch die hölzernen Teekisten. Sie verweisen auf den auch heute noch florierenden Teehandel. Und bekanntlich ging die ein oder andere Kiste auf stürmischer See auch mal über Bord. Bambus gehört zu Hongkong, als Pflanze und als Baustoff. Ein Hauch Italien umweht die weinberankte Pergola vor einem begehbaren Container. An seinen Wänden gibt es Informatives zum guten Tropfen.
Nicht nur auf den symbolischen Schiffsplanken muss man gut zu Fuß sein. Das 100 ha großer Areal erfordert einiges an Durchhaltevermögen. Für den großen Überblick empfiehlt sich eine Fahrt mit der Monorail, der Einspur-Bahn. Sie vermittelt innerhalb von 20 Minuten Eindrücke aus völlig anderer Perspektive.
Man kann an drei Bahnhöfen aus- und zusteigen, muss jedoch extra Fahrscheine kaufen. Ein Tag reicht eigentlich nicht, um alle Ecken zu erkunden.
Ein Hingucker sind unter anderem die bepflanzten Schiffe, die nicht nur Blumen sondern auch Mangold und Tabak an Bord haben. Dieses Ensemble soll so auch nach der Schau erhalten bleiben. Ebenso wie die sogenannten "Beteiligungsgärten". Hier waren Schüler benachbarter Schulen am Werk. Als potentielle Nachnutzer konnten sie Sitzmöbel nach ihrem Geschmack gestalten.
Andere wurden in die Gestaltung dieser Hochbeete miteinbezogen und wählten Pflanzen aus ihrer Heimat. Neben Kapuzinerkresse und Stockrosen, blühen hier Russische Minze und mexikanische Paprika.
Ob auch die imposanten Staudenbeete, das "Blühende Potpourri" so beeindruckend erhalten werden kann, bleibt abzuwarten. Hier fällt dem Pflanzenkenner die Kombination aus Stauden und Wechselflor auf. Neben Blauraute, frühen Winterastern und Sonnenhut, lockern Wiesenraute, Wilde Möhre und filigrane Gräser die geraden Strukturen auf.
Vorbei an diesen herrlichen Beeten, großzügigen Wasserspielen und einem kleinen Regenwald entdeckt man immer wieder originelle Pflanzideen. Im Garten der Symbolik türmen sich handelsübliche Gemüsekisten, bepflanzt mit Geranien, Petunien und Kapmargariten, stehen sie hier als „Beziehungskiste“.
Nicht alle Botschaften der Landschaftsarchitekten erschließen sich auf den ersten Blick, manch eine auch nicht auf den zweiten.
Entscheidend ist, dass die Gartenschau gefällt und den Hamburgern ein großzügiger Park bleibt: zum Bummeln, Sport treiben und zum erholen.
Beitrag von Martina Hiller








