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Eine der ältesten Alleen Brandenburgs in Zernikow bei Rheinsberg. Bestückt mit weißen Maulbeerbäumen aus China. Über 250 Jahre trotzten die Baumgreise zunächst dem Seidenraupenbau, dann Kriegen und Naturgewalten. Sie treiben immer wieder neu aus.
Der Maulbeerbaum ist ein Gehölz, was vielfältig mit menschlichen Hoffnungen, Enttäuschungen verbunden ist. Man dachte, man kann damit Seide und Reichtum schaffen.
Die jüngste Maulbeerbaumallee Brandenburgs, wurde für die Bundesgartenschau 2001 angelegt. In beiden Alleen kennt sich Prof. Michel Seiler gut aus. Er hegt für Maulbeerbäume eine ganz besondere Sympathie, da es ein ganz seltenes Obst ist. Sicherlich weckt er aber auch Kindheitserinnerungen. Seine Mutter erzählte, dass auf einem Berliner Hinterhof ein Maulbeerbaum stand. Da soll er herumgeklettert sein und die Beeren geerntet haben.
Gelungen ist es, fruchtreiche weiße Maulbeerbäume aus ganz Europa in der Bornimer Feldflur zu etablieren. Nach lennéschem Vorbild entstand vor den Toren Potsdams eine abwechslungsreiche Agrarlandschaft auch mit reichlich tragenden Maulbeerbäumen.
Alles muss der 73jährige akribisch festhalten: Normales ebenso wie Exotisches. Z.B. Maulbeerbäume in Oberitalien zwischen denen sogar Wein wächst. Oder ein schwarzer Maulbeerbaum in Shakespeares Garten in New Place, mit eigenwilliger Geschichte.
Ein schwarzer Maulbeerbaum steht auch in Sanssouci. Prof. Seiler, der vormalige Gartendirektor hat seinen früheren Kollegen den Steckling dafür geliefert, einen Abkömmling aus dem Schloss Charlottenburg.
Nicht ganz so aromatisch dafür größer sind die Früchte des Roten Maulbeerbaums. Er kommt aus Nordamerika, entwickelt sich hier in diesem Innenhof in Sanssouci seit 10 Jahren prächtig. Dennoch eine Rarität hierzulande. Die will der anerkannte Garten- und Landschaftsexperte unbedingt für ein Arboretum vermehren. Für eine Maulbeerbaumsammlung in Zernikow bei Reinsberg.
Autorin: Uta Greschner








