Kartoffeln, Quelle: dpa

- Kartoffeln

Spanische Eroberer, die die Knollen einst entdeckten, hielten sie zunächst für Trüffel. Als einer der ersten europäischen Monarchen erkannte Friedrich der Zweite den Wert der Kartoffel und forcierte ihren Anbau. Sie wurde zum Grundnahrungsmittel.

Deutschlandweit ging der Kartoffelanbau in den letzten 20 Jahren kontinuierlich zurück, in den Supermärkten liegen häufig Knollen aus Ägypten. Obwohl auch Brandenburger Böden gute Voraussetzungen bieten. Damit die Vielfalt nicht verloren geht, werden im Spreewälder Arznei- und Gewürzpflanzengarten Burg 40 verschiedene Sorten angebaut.

Von Sieglinde über Solara bis hin zu Longblue, Pinkfire oder den Bamberger Hörnchen. Mit ihrer ungewöhnlichen länglichen, verschrumpelten Form sehen sie zwar ganz interessant aus, lassen sich aber sicher nur mühsam schälen.

Geerntet wird, normalerweise, wie zu Omas Zeiten mit der Kartoffelrodegabel. Sie sollte schön tief in den Boden gelangen um die Knollen möglichst nicht zu beschädigen. Sortenspezifisch, sind nicht nur Form und Farbe sondern auch die Erträge. Der Renner ist in diesem Jahr: Isna, mit etwa 8 großen Knollen pro Pflanze.

Ebenfalls eine altbewährte zuverlässige Sorte ist Sieglinde. Ins Leben gerufen hat dies alles Susanne Leber, deren Anliegen es ist, die genetische Sortenvielfalt möglichst lange zu erhalten.

Auffällig leuchtend die Linzer Rose. Sie bekam ihren Namen aufgrund ihrer rosafarbenen Schale, die zudem auch sehr widerstandfähig gegenüber Beschädigungen ist. Das Fruchtfleisch ist jedoch unspektakulär hellgelb.

Bevor die wertvollen Knollen jedoch winterfest eingelagert werden, müssen sie täglich 2 bis 3 Stunden in der Sonne abtrocknen. Erst dann kommen sie, natürlich sortenrein getrennt und beschriftet, in eine Erdmiete, die nach altem Brauch mit Wacholder und Holunderzweigen ausgelegt wird. Denn die halten gefräßige Mäuse fern.

Autorin: Martina Hiller

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