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Zur Grundausrüstung der gelernten Gärtner Jutta und Günter Schulze gehören gute Gummistiefel, wasserdichte Handschuhe und jede Menge Kübel und Töpfe, die man immer dahinstellen kann, wo die Pflanzen keine nassen Füße bekommen. Denn ihr Garten liegt in einem Feuchtgebiet.
Ihr Garten besteht zu 100% aus rabenschwarzem Niedermoortorf. Niedermoortorf ist sehr stark wasserhaltend und sehr feucht. D.h. sie haben im ganzen Jahr 20cm unter und 20cm über Flur Wasser im Garten.
Erdbeeren, Zucchini oder Kartoffeln haben hier keine Chance. Selbst für Obstgehölze ist es zu nass. Dafür gedeihen Blutweiderich und Farne besonders gut. Und wo könnte man besser Sumpf- und Wasserpflanzen ziehen? Die Gartensaison beginnt hier später als anderenorts und mit anderen Prioritäten.
Die erste Tätigkeit ist, dass Pflanzen die durch das Eis nach oben gedrückt wurden, wieder in den Boden gedrückt werden müssen. Dann müssen Wege stabilisiert werden und danach fangen erst die gärtnerischen Arbeiten an. Ganz wichtig ist es, immer wieder Wasser um- und abzuleiten, damit der Garten so schnell wie möglich trocken wird.
Der extrem feuchte Boden hat aber auch seine Vorteile. Wenn andere im Hochsommer mit dem Gießen kaum hinterher kommen, können sich Schulzes entspannt zurück lehnen. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht.
Ein besonderes Faible haben die beiden für die Astilbe oder Prachtspiere. Sie wird von Schnecken komplett verschont, bekommt keine Pilzkrankheiten, hat immer Durst und fühlt sich im Sumpf richtig wohl.
Besonderheiten eines Sumpfgartens sind, dass der Boden zwar sehr feucht ist, aber auch sehr locker. Die Gärtner benötigen kaum einen Spaten. Das wird alles per Hand rausgehoben, bzw. wenn es etwas länger eingewachsen ist, mit dem Messer herausgeschnitten.
Schulzes haben ihren Beruf zur Berufung gemacht, zur Liebhaberei. Immer wieder holen sie sich neue Sorten in ihren Garten wie z.B. die sehr aufrechte Astilbe „Vision Red“.
Und immer wieder teilen und vermehren sie, für Pflanzentauschbörsen, Berufskollegen oder interessierte Gartenfreunde.
Autorin: Martina Hiller








