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Rudower Frauenpower – das ist das einzige Gartenbau-Frauen-Team in Berlin: unschlagbar schnell und effektiv beackern sie im Jahr bis zu 600 Gärten im Süden der Stadt.
Die Frauen legen in einem Tempo los, als wollten sie für die Deutschen Meisterschaften im Rasenmähen trainieren. Da der Rasen im Garten der Familie Kowalski in Buckow im Schatten liegt und sehr vermoost ist, wird nach dem Mähen noch kreuzweise vertikutiert und Herbstdünger aufgebracht.
Das Frauenteam arbeitet fast nur mit organischem Rasendünger und mit Aktivatoren, um dem Rasen Kraft zu geben. So kommen Mikroorganismen und Bodenlebewesen wieder und kräftigen den Boden. Und ein kräftiger Boden bringt am Ende auch kräftigen Rasen und kräftige Pflanzen hervor.
Hecken bringen sie auch in Form. Auch hier ist das Tempo atemberaubend. Dabei kommt es bei dem Schnitt einer solch alten Hecke auf viel Fingerspitzengefühl an.
Man muss Hecken regelmäßig schneiden, damit sie auch vernünftig aussehen. Bei alten Hecken schneiden viele Gartenbesitzer oft zu spät und dann ist es schwierig, sie wieder dicht zu bekommen.
In manchen Gärten müssen die Frauen auch schon mal hoch hinaus. Doch in schwindelnder Höhe zu arbeiten ist nur etwas für besonders taffe Mädels.
Während bei Frau Kowalski nebenan noch die Hecken frisiert werden, bemühen sich Franzi und Babsi beim Nachbarn um einen 80 Jahre alten Sauerkirschbaum. Die Gartenbesitzerin Frau Appelt möchte, dass der Baum radikal gekürzt wird, weil die Äste schon weit über dem Weg hängen.
Und auch der ‚Rote Boskoop’ muss Zweige lassen. Franziska Muchow ist als gelernte Baumschulgärtnerin eine Verfechterin des Sommerschnitts. Gekürzt wird bis zur Frucht und auch die Jahres- und die Wassertriebe kommen weg. Beim roten Boskoop passt dieser Schnitt ganz gut. Er trägt nur alle zwei Jahre, macht also immer ein Jahr Pause. Dieses Jahr haben wir Glück, dass er überhaupt trägt, weil eigentlich das Jahr ist, indem er Pause macht und sich erholt. Deshalb ist es gut, dass der Schnitt jetzt ausgeführt wird, dann können die Früchte, die jetzt noch am Baum sind, noch schön ausreifen.
Während Mandy, Babsi und Nancy die Arbeiten bei Frau Kowalski zu Ende bringen, gehen die anderen Drei ein paar Kilometer weiter ihrer wahren Leidenschaft nach, nämlich Buchs in Form bringen. Bedingung sind ein bedeckter Himmel und trockenes Wetter, eine feste Hand, den richtigen Blick fürs Detail und gut geschärfte Scheren.
Am Ende ist der Bär wieder ein Bär und auch die anderen Figuren haben jetzt ihren endgültigen Schliff erhalten. Dank dem rasanten Frauenteam von Franzi – ein Tag, drei Gärten, da weiß jede am Abend ganz genau, was sie gemeistert hat.
Autorin: Sylvia Rademacher







