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Elegant wiegen sie sich in der Spätsommer-Brise: die Herbstanemonen. Sie zeigen jetzt ihre volle Pracht. Auf langen Stängeln wippen die porzellanartigen Blüten mit der leuchtend gelben Mitte. Von August bis zum ersten Frost reicht ihr Blütenreigen und das nicht nur in weiß.
In purpurrosa leuchtet die Sorte "Hadspen Abundance". Sie wird etwa 60 Zentimeter hoch. Und wie alle Annemonen ist sie ein Tummelplatz für Insekten.
"Pretty Lady Julia" ist eine weitere Neuzüchtung unter den Japanhybriden. Sie hat dicht gefüllte Blütenköpfe und wird nur 30 Zentimeter hoch. Mit ihrem kompakten Wuchs eignet sie sich auch für die Topfbepflanzung.
Wesentlich wüchsiger und ausbreitungsfreudiger sind die Sorten der „Anemone hupehensis“. Die einfachen Blüten zeigen einen faszinierenden Farbverlauf.
Im Garten von Marianne Lüdke haben sie bereits ganze Beete erobert, da sie lange Wurzelausläufer bilden. Immer wieder sollten sie daher mit dem Spaten in Schach gehalten werden.
Die Anemonen muss man regelmäßig abstechen, weil sie sich im Laufe der Zeit ziemlich ausbreiten und dann schwer in den Griff zu bekommen sind.
Trotz ihrer zierlichen Blüte sind Herbstanemonen robuste Stauden, die mit Kälte, Wind und Nässe gut zurechtkommen. Am besten gedeihen sie im lichten Schatten hoher Bäume und bei ausreichender Bewässerung auch in sonnigen Beeten. Je feuchter und humoser der Boden, desto mehr Sonne vertragen die Anemonen und umso mehr Blüten kann sie entwickeln und im Sonnenbeet in guter Nachbarschaft zu Katzenminze und Rudbeckia triloba, dem Oktober-Sonnenhut, gedeihen.
Eine imposante Neuzüchtung ist die Sorte "Wirbelwind". Sie blüht gefüllt in reinstem Weiß. Trotz ihrer schweren Blütenköpfe müssen die Stängel nicht gestützt werden. "Königin Charlotte" schmückt sich ebenfalls mit gefüllten Blüten. Aber der Star im Beet von Marianne Lüdke ist ein schlichter Klassiker: Die "Honorine Jobert", weil diese Sorte sich mit allen Blumen gut verträgt, sich überall gut einfügt und vor einem dunklen Hintergrund sehr gut zur Geltung kommt.
Ein französischer Gärtner entdeckte sie vor mehr als 100 Jahren und benannte sie nach seiner Tochter „Honorine Jobert“. Diese Sorte erreicht die stattliche Höhe von einem Meter zwanzig und setzt elegante Lichtpunkte vor dunklen Gehölzen wie dem Rhododendron.
Wenn man die verblühten Samenstände der verschiedenen Anemonensorten bis zum Frühjahr stehen lässt, sehen sie nicht nur dekorativ aus, sondern bieten Vögeln und Insekten im Winter reichlich Nahrung.
Autorin: Anke Heinken







