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Vor über 2000 Jahren brachten die Römer Rebstöcke mit in unsere Breiten. Um auch hier ihren geliebten Wein zu keltern. Doch lohnt es sich, solche Rebstöcke auch in den Hausgarten zu pflanzen?
Ein direkter Vergleich der Beeren macht den Unterschied deutlich. Bei der Tafelbeere mit dem vielen Fruchtfleisch empfindet man die Kerne nicht so störend. Die allerbeste unter den Tafeltrauben, die Muscat Bleu, hat Hubert Siegler, Fachberater für Obst im fränkischen Veitshöchheim, schon vor Jahren bei sich zuhause angepflanzt.
Bei ihr ist kein Pflanzenschutz erforderlich, sie ist robust. Auch die Winterfrosthärte ist gegeben. Außerdem schmeckt sie sehr gut und die Aromatik ist voll. Sie hat ein langes Erntefenster.
Bei den hellen Trauben rät der Fachmann zu folgenden Sorten: Die Sorte "Birstaler Muskat", die Schwester zu "Muscat Bleu", hat zwar auch Kerne, aufgrund ihrer kleinen Beerchen wirken die auch etwas störend. Der Vorteil liegt jedoch auf der Hand. Sie ist unempfindlich gegenüber Pilzbefall und auch gegen Winterfröste.
Die Sorte "Frumoasa Alba", ist eine Sorte, die eine volle Traube ausbildet, größere Beeren hat und die Kerne dadurch nicht so störend wirken. Sie reift etwas später Mitte, Ende September, und hat ein volles Aroma.
Um einen Rebstock zu setzen, braucht es ein tiefes Pflanzloch. Einen Teil des Bodens vermischt Hubert Siegler mit torfhaltiger Pflanzerde. Ein lockerer, humoser Boden erleichtert das Anwachsen. Wichtig ist, den Wurzelballen so tief zu setzen, dass die knotige Verdickung - die Veredelungsstelle - etwa 3 Finger breit über dem Boden liegt. Auf keinen Fall tiefer pflanzen!
Stützstäbe werden nicht mehr benötigt. Hubert Siegler schneidet, bis auf den Mitteltrieb, alle Zweige heraus. Vorteilhaft ist es, jetzt im Herbst zu schneiden, nicht erst im Winter.
Autor: F. Borchert







