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Unscheinbar zeigt sich der Botanische Volkspark Blankenfelde - Pankow am Eingang. Obwohl er viel zu bieten hat. Je nach Jahreszeit blüht es hier üppig. Die Staudenpflanzungen wandeln immer wieder ihr Gesicht.
Schon nach wenigen Schritten gelangen Spaziergänger ins Arboretum, eine Sammlung seltener Gehölze. Dort stehen ein Schneeflockenstrauch, eine Blutpflaume und ein Taschentuch- oder Taubenbaum, eine Laubbaumart aus China. Schon 1940 wurde der Mammutbaum gepflanzt. Er hat die geschichtlichen Wandlungen miterlebt: Landwirtschaft, um in Kriegzeiten die Bevölkerung zu ernähren, die Bestrebungen der DDR, hier einen eigenen Botanischen Garten aufzubauen.
Die Geschichte des Parks beginnt aber als Rieselfeld. Die großen Quadrate sind noch erkennbar. Doch der Boden eignete sich nicht dafür. Darum ließ Berlins Gartenbaudirektor, Albert Broderson, 1909 einen zentralen Schulgarten anlegen. Berliner Schüler und Schülerinnen sollten möglichst viel über die Natur lernen. Für sie wurde sogar ein kleiner Wald angepflanzt mit Eichen und Buchen. Im Frühjahr liegt leichter Knoblauch-Geruch in der Luft, wächst doch im Unterholz unter anderem der Bärlauch.
Bei Kräuterführungen über die Nachbarwiesen ist noch mehr zu entdecken. Spitzwegerich z. B., den man sowohl zu Salat als auch zu Hustensaft verarbeiten kann. Bienen-Anschauungsunterricht bietet auch der Imker – in vielen Kursen, den ganzen Sommer über. Die beiden Gewächshäuser wurden erst 2010 restauriert und neu bepflanzt.
Dieser unscheinbare, rankelige Kaktus ist die Königin der Nacht. Er heißt so, weil sich seine Blüten nur eine einzige Nacht öffnen.
Eine Rarität ist die Geologische Wand, die 1912 vom Humboldthain hierher umgezogen ist. Tonschiefer, Basalt - insgesamt 123 Gesteinsarten demonstrieren, wie sich Erdschichten zusammensetzen.
Nahezu futuristisch wirken dagegen die Gartenkreise. Teile des Parks hat die Grün Berlin GmbH an das Projekt Bauerngarten verpachtet. Städter bauen Gemüse und Salat an und ernten selbst.
Auf ein solches Rasseln reagiert das Dammwild. Die Herde liebt die Futterpellets, die es zu kaufen gibt und lässt sich füttern. Auch das ist der Botanische Volkspark Blankenfelde-Pankow.
Beitrag von Heike Boldt-Schüler







