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Rotbackig und rund, knackig, saftig und süß. So soll er sein, der „Kaiser von Wilhelm“, wenn er im Oktober geerntet wird. Er gehört zu den späten, zu den so genannten Winteräpfeln, die man getrost bis ins neue Jahr hinein essen kann.
Auch wenn das Fruchtfleisch im Laufe der Zeit etwas mürbe wird. Entscheidend ist die Lagerung. Am besten ist, wenn man die Äpfel in Stiegen lagert, die nicht so hoch sind, so dass die Äpfel alleine liegen können, also nicht gedrückt werden. An einem kühlen, trockenen Ort, vielleicht eine Garage oder ein Stall. Optimal ist, wenn es nicht ganz frostfrei ist, die Äpfel noch ein bisschen einzupacken, aber nicht ganz luftdicht.
Fällt viel Obst an, empfiehlt es sich, zu mosten. Dabei kommt es keineswegs auf Sortenreinheit an. Im Gegenteil: die Mischung macht es! In der Hofmanufaktur von Neurüdnitz im Oderbruch bekommt man auf Wunsch sogar den Saft der eigenen Äpfel. Und je besser die Äpfel, je weniger Druck- und Faulstellen, umso besser und haltbarer der Saft.
Gewaschen, geschreddert und dann Schicht für Schicht gepresst, wird der Apfelsaft schließlich auf 80°C erhitzt und sofort abgefüllt. Aus 50 Kilo Äpfeln lassen sich ungefähr 30 Liter pressen. Das werden 40 Flaschen, Fruchtsaftgehalt 100%. Der Apfel lässt sich aber auch anderweitig verflüssigen.
Das Beste was einer Frucht passieren kann, ist gebrannt zu werden. Ein sehr guter Apfel dafür ist der Ontario, mit dem man einen schönen sortenreinen Brand herstellen kann. Der Ontario ist auch ein sehr guter Lagerapfel, der nach der Ernte noch eine Weile liegen sollte, bevor er verarbeitet wird.
Auch wenn der Ontario seinen fruchtigen Geschmack erst im Februar so richtig entfaltet, kann er bis in den Mai hinein gegessen werden kann.
Ebenso auch der Boskoop, ein Apfel der sich durch seine ledrige Haut und vor allem seinen hohen Säuregehalt auszeichnet.
Und einst waren vor allem rote Winteräpfel auch für den Weihnachtsbaum wichtig. Sie galten als Vorläufer der Weihnachtsbaumkugeln aus Glas. Auf Hochglanz poliert und mit dünnem Draht befestigt sind heutzutage auch die kleinen Früchte der relativ jungen Sorte „Elstar“ eine originelle Alternative zum herkömmlichen Christbaumschmuck.
Beitrag von Martina Hiller








