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Die eine hätte gern Wasser - aber bitte nur destilliert. Die andere Dame verlangt stets nach passendem Licht, und wieder eine andere kann sich nur bei 50% Luftfeuchtigkeit entfalten. Exzentrische Diven - Orchideen.
Die einen sparen auf den Urlaub und fahren zwei, drei Wochen weg. Die anderen, so auch Konstanze Strohschneider verzichtet darauf. Sie hat jeden Tag ein bisschen Urlaub, wenn sie bei ihren Orchideen ist und sie pflegen kann. Das ist für sie Erholung pur.
Deswegen sind mittlerweile 400 Exemplare mit in ihre Wohnung eingezogen. Im Wohnzimmer - kein Fernseher - dafür Orchideen. Vor neun Jahren beginnt die Passion - mit einer eingegangen Orchidee – Konstanze Strohschneiders Ehrgeiz ist angestachelt. Sie studiert die Pflanzen.
Ihre blumigen Diven - hochanspruchsvoll. Im Orchideenpalast Strohschneider residieren neben Konstanze und ihrem Mann vor allem die Orchideen - Naturformen - besonders wertvoll und besonders empfindlich. Die nehmen nicht nur den kleinen grünen Daumen – sondern gleich die ganze Hand. Für den richtigen Teint sorgen spezielle Lampen – 10 Stunden am Tag. Raumtemperatur, Feuchtigkeit - alles muss stimmen. Und bei den Getränken gibt es besondere Empfindsamkeiten. Einmal Wasser bitte! - Orchideen haben ihre eigene Sprache:
Sobald die Wurzeln silbrig werden, benötigen sie Wasser. Sie werden dann von ihrer Besitzerin getaucht.
Tauchen darf jede Pflanze etwa einmal pro Woche - bei 400 Orchideen sind das 2 bis 3 Stunden Arbeit täglich. Da räkeln sich die die Diven. Und trotzdem - manchmal kann man es ihnen einfach nicht recht machen.
Eingegangen ist Konstanze Strohschneider schon lange keine Pflanze mehr. Im Internet ist sie mittlerweile eine gefragte Orchideenexpertin. Ihr Projekt zur Zeit: eine neue Orchideenart züchten. Mit ihrem eigenem Namen. Vielleicht ja: Divenkönigin?!
Beitrag von Patricia Kümpel



