-
Es heißt ja, das Schneeglöckchen läutet den Frühling ein, den Vorfrühling zumindest. Denn den vermelden die Phänologen, sobald sie die erste weiße Blüte erspäht haben
Der lateinische Name „Galanthus nivalis“ hat seinen Ursprung im Griechischen - „gala“ heißt 'Milch' und „anthos“ heißt 'Blume'. „Nivalis“, ebenfalls griechisch, bedeutet 'schneeweiß'.
Doch wer sich, wie der Cottbuser Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann, näher mit den zarten Winzlingen befasst, merkt schnell, dass es da noch viel mehr zu entdecken gibt.
Ganz und gar weiß sind die äußeren Blütenblätter nicht immer. Mal haben sie grüne Tupfen, mal Streifen oder Pünktchen. Noch interessanter ist: Was tragen sie darunter?
Kleine Röckchen nämlich , mal ganz grün, wie bei der Sorte „Green brush“ , mal gerüscht, also gefüllt wie die Sorte „Bernhard Röllich“ oder mit interessanter Zeichnung.
Die der Sorte „Ivy Cottage Corporal" erinnert an militärische Rangzeichen.
„Trums“ ist die Sorte mit Herz und diese mit gelbem Röckchen, das „Schorbuser Irrlicht“, erblickte sogar hier in der Lausitz bei Hagen Engelmann das Licht der Welt.
Nicht nur in der Blüten-, sondern auch in der Blattform unterscheiden sich Schneeglöckchen.
Unser heimisches Schneeglöckchen „Galanthus nivalis“ hat die Blätter gegeneinander gedrückt, wie betende Hände. Die zweite Gruppe „Galanthus elwesii“ kommt aus dem Mittelmeerraum. Dort sind die Blätter ineinander gefächert, es sieht aus wie ein eingeschnittener Porree. Hier kann man gut erkennen, wie das eine das andere Blatt umschließt. Und die dritte Gruppe heißt „Galanthus plicatus“. Bei ihr sind die Blätter nach hinten weg gefaltet.
Besonders reizvoll sind für Sammler oder Galanthophile ungewöhnliche Sorten wie die „Auguste“ mit gekreppten Blütenbättern oder „Fly fishing“ mit sehr langen Blütenstielen.
Ein absolutes Highlight sind jedoch die Grünen Schneeglöckchen, je grüner umso besser.
Beitrag von Martina Hiller


